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Arbeitsrecht Cybercrime & IT-Strafrecht IT-Arbeitsrecht

Digitale Beweismittel: Schlichte Vorlage von Excel-Datenblättern

Dass die schlichte Vorlage von Excel-Ausdrucken kein geeigneter Beweis sein kann hat das Landesarbeitsgericht Köln, 6 Sa 723/20, einem Unternehmen ins Stammbuch geschrieben. Hier ging es darum, ob ein gekündigter Mitarbeiter – der sich gegen die Kündigung wehrte – Fake-Kunden angelegt hat, um darüber in die eigene Tasche zu wirtschaften. Das beklagte Unternehmen wollte nun,…

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Arbeitsrecht Arbeitsstrafrecht

Untreue wenn Verkäufer zu günstig verkauft

Es kommt erstaunlich oft vor, dass Verkäufer – gegen oder ohne den Willen des Arbeitgebers – „zu günstig“, heißt auffällig niedrigpreisig, verkaufen. Es wird dann regelmäßig darum gestritten, wie dies rechtlich zu bewerten ist. Im Regelfall wird dabei eine Veränderung von Preisen im Warenwirtschaftssystem vorgenommen, spätestens in der Kasse während des Verkaufsvorgangs (weil nur dann…

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Cybercrime & IT-Strafrecht

Sicherstellung von Software zur Auswertung von Daten

Inzwischen fast 20 Jahre alt ist eine Entscheidung des LG Trier (5 Qs 133/03), die bis heute im Bereich Cybercrime und Ermittlungen besonders ist: Das Landgericht hatte damals bestätigt, dass es zulässig ist, bei einem Softwarehersteller eine Software samt Freischaltmechanismus (damals noch auf Diskette) und Handbuch zu beschlagnahmen, wenn sichergestellte Daten nicht anders ausgewertet werden…

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Wirtschaftsstrafrecht

Subventionsbetrug: Einstellung nach §170 Abs.2 StPO

Verfahren mit dem Vorwurf des Subventionsbetruges sind regelmäßig sehr undankbar – schließlich sind die wesentlichen Tatumstände hinreichend dokumentiert und es sieht recht eindeutig aus. Zu Beginn – tatsächlich lohnt es sich, hier Zeit zu investieren und Sachverhalte aufzuklären, wie ein aktueller Fall von mir zeigt. Hier fehlte in der Tat so viel Sachverhalt, dass durch…

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Cybercrime & IT-Strafrecht

Polizei warnt vor „betrügerischen“ Stellenanzeigen – Finanzagent-Masche?

Die Polizeiinspektion Lauterecken wurde im Rahmen eines aktuellen Ermittlungsverfahrens auf eine potenzielle Betrugsmasche via Stellenannoncen aufmerksam gemacht. Laut Angaben des Anzeigeerstatters recherchierte er in lokalen Printmedien nach Jobangeboten. Im Nachgang erfolgte auf die Annonce eine Onlinebewerbung. Bei der Onlinebewerbung wurde ein erheblicher Anteil personenbezogener Daten angegeben.

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Cybercrime & IT-Strafrecht

Betrug per WhatsApp

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg warnt vor Betrug per Whatsapp, wobei es sich um eine bekannte Masche, nämlich den Enkeltrick, handelt: Betrüger bedienen sich einer neuen Form des sogenannten Enkeltricks. Die Geldforderungen kommen nun nicht mehr nur per Telefonat, sondern auch über den Messengerdienst WhatsApp.

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Markenrecht

Goldton des „Lindt-Goldhasen“ genießt Markenschutz

Der Bundesgerichtshof (I ZR 139/20) hat jetzt entschieden: Der Goldton des „Lindt-Goldhasen“ genießt Markenschutz.

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Arbeitsrecht Datenschutzrecht IT-Recht & Technologierecht Persönlichkeitsrecht

Arbeitsrecht und Datenschutz: Arbeitgeber darf Zeitstempel von Dateien zur Arbeitszeitkontrolle nutzen

Das Landesarbeitsgericht Köln (2 Sa 181/14) hat entschieden: Das Speichern des Bearbeiters und des letzten Änderungsdatums einer Datei verstößt nicht gegen das BDSchG, wenn die Speicherung erforderlich ist, um bei einer online-Datenbank überprüfen zu können, wer wann welche Eingaben gemacht hat. Es ist das berechtigte Interesse des Arbeitgebers, Fehleingaben, die zu erheblichen Schäden bei den…

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Arbeitsrecht

Arbeitsrecht: Fristlose Kündigung wegen Telefonanrufs bei Gewinnspiel

Die Klägerin war seit dem 01.02.2014 bei der Beklagten, einem Kleinbetrieb, als Bü-rokauffrau tätig. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten u.a. die Kontrolle der eingehen-den Rechnungen und das Einscannen derselben. Überweisungen durfte sie nicht vornehmen. Den Mitarbeitern der Beklagten war es gestattet, über die Telefonanlage der Beklagte private Anrufe zu tätigen, ohne diese zu bezahlen. Der Anruf…

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Arbeitsrecht

Arbeitsrecht: Arbeitszeitbetrug schon dann wenn Arbeitszeiten nicht zeitnah vermerkt werden

Das LAG Rheinland-Pfalz (10 Sa 270/12) hat sich zum Arbeitszeitbetrug geäußert: Es ging darum, ob eine Mitarbeiterin, die ihre Arbeitszeiten selber notiert hat, fristlos gekündigt werden konnte, weil sie über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit getäuscht hatte. Das LAG meinte hierzu, dass ein bedingt vorsätzliches falsch Eintragen ausreichend ist! Das bedeutet, bereits die erkannte Möglichkeit, falsche…

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Autokauf Vertragsrecht & AGB-Recht

AGB-Recht (Autokauf): Unwirksamer Haftungsausschluss

Fällt eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei ihrer Verwendung gegenüber Verbrauchern unter eine Verbotsnorm des § 309 BGB, so ist dies ein Indiz dafür, dass sie auch im Falle der Verwendung gegenüber Unternehmern zu einer unangemessenen Benachteiligung führt, es sei denn, sie kann wegen der besonderen Interessen und Bedürfnisse des unternehmerischen Geschäftsverkehrs ausnahmsweise als angemessen…

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Strafrecht Zusätzliches

Betrug: Tod nicht gemeldet und Rente weiter kassiert

Das OLG Düsseldorf (III-3 RVs 31/12) sieht in dem Fall, dass jemand stirbt und dessen Tod nicht entsprechend §60 I SGB I umgehend gemeldet wird um weiter die Rente zu erhalten (und zu verbrauchen) einen Betrug durch Unterlassen. Die Sache ist insgesamt umstritten, das OLG Hamburg (in WISTRA 2004, S.151) sieht das anders – wohl…

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IT-Recht & Technologierecht Zivilrecht & ZPO Zusätzliches

Beschluss: Sparkasse muss “Abo-Fallen”-Rechtsanwalt ein Konto bieten

Ich hatte schon berichtet, dass eine Sparkasse per einstweiligem Beschluss verpflichtet wurde, einem bekannten Rechtsanwalt eines „Abo-Fallen-Betreibers“ ein Konto einzurichten. Sehr bemerkenswert ist dabei der Beschluss mit Blick auf die strafbare Relevanz und Täuschung – wider Erwarten findet man hier (mitunter auch kritikwürdige) Ausführungen zur Frage, ob die konkrete Webseite täuscht und ob der Rechtsanwalt…