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Strafrecht

Vergewaltigung – Wie verteidigt ein Rechtsanwalt beim Vorwurf Verteidigung?

Vorwurf der Vergewaltigung – wir verteidigt ein Rechtsanwalt bei einer vorgeworfenen Verteidigung: Wenn der Vorwurf einer Vergewaltigung im Raum steht, muss sofort reagiert werden. Hier muss sofort ein stringentes Strafverteidiger-Programm anlaufen. Dabei zeigt eine hinreichende praktische Erfahrung als forensischer Strafverteidiger, dass hier eine beachtliche Freispruch-Quote ebenso im Raum steht, wie man auch das Risiko einer Haft sehen muss. Gerade im Sexualstrafrecht und speziell bei dem Vorwurf einer Vergewaltigung ist eine hinreichende praktische Erfahrung als Strafverteidiger zwingende Voraussetzung, um zielgerichtet tätig werden zu können.

Unsere auf die Strafverteidigung ausgerichtete Kanzlei hilft Ihnen in Aachen und Alsdorf sofort im dringenden Notfall, etwa bei Anklage, Haft, Durchsuchung, Unfall, Führerschein-Beschlagnahme oder Vernehmung. Wir bieten einen kanzleieigenen Strafverteidiger-Notdienst, der Montags-Sonntags in diesen Fällen verfügbar ist – Rufen Sie im Notfall direkt an: 02404-95998727.

Dazu auch bei uns:

Tatbestand der Vergewaltigung

Seit der grossen Reform des Sexualstrafrechts ist die Vergewaltigung nochmals deutlicher bestraft. Sie findet sich als Strafzumessungsregel im §177 StGB und lautet in einer Gesamtdarstellung wie folgt:

Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt (…) wird (…) bestraft (…)

In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren zu erkennen. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn (…) der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder vollziehen lässt oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung)

Das bedeutet – sehr stark verkürzt – wenn ein nicht einvernehmliches Eindringen in den Körper vorliegt, wird man von dem Vorwurf der Vergewaltigung ausgehen und eine regelmäßige Freiheitsstrafe von nicht weniger als 2 Jahren annehmen.

Untersuchungshaft bei Vorwurf der Vergewaltigung?

Kommt bei Vorwurf der Vergewaltigung eine Untersuchungshaft in Betracht? Hier kann man nur sagen, dass es sehr stark auf den Einzelfall ankommt. Grundsätzlich besteht das Risiko einer Untersuchungshaft, ja! Je nach Einzelfall lässt sich aber sehr schnell erarbeiten, dass selbst bei Vorführung vor den Haftrichter noch die Untersuchungshaft vermieden werden kann. Es macht keinen Sinn, an dieser Stelle irgendwelche Beispiele anzuführen, da gerade in diesen Fällen die konkreten Tat- und Lebensumstände herausragende Bedeutung haben.

Die häufigste Frage an den Strafverteidiger ist gerade beim Vorwurf der Vergewaltigung: Wie kann man “so einen” verteidigen. Dabei ist die Antwort einfach – indem ich meinen Job mache. Bitte ersparen Sie sich und anderen echauffierte (Vor-)Verurteilungen – ein Strafverteidiger verteidigt immer nur den Menschen, niemals die Tat. Und auch wenn die Öffentlichkeit bewusst die Augen davor verschliesst, es gibt leider zahlreiche bekannte und unbekannte Fälle, in denen gerade der Vorwurf der Vergewaltigung zielgerichtet falsch platziert wurde. Ein Strafverteidiger ist dabei, entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, gerade kein Verurteilungs-Schutz für erwiesene Straftäter, sondern sichert, dass eben nicht Vorverurteilung und Tränen, sondern harte Fakten und gute Ermittlungsarbeit die Basis eines Strafurteils sein müssen. Insbesondere kann es Aufgabe des Strafverteidigers auch sein, auf ein frühes Geständnis hinzuwirken und sich auf die Strafzumessung zu konzentrieren, weil gerade eine schlechte Verteidigung im Sexualstrafrecht den Mandanten zusätzliche Lebensjahre kosten kann. Vergessen Sie in dem Zusammenhang das gerade aus US-Filmen gezeichnete Schwarz/Weiss-Denken, das mit unserem Rechtssystem absolut nichts gemeinsam hat.

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Jens Ferner

Strafverteidiger

Hausdurchsuchung nach Vorwurf der Vergewaltigung

Inzwischen ist es durchaus der Regelfall, dass zeitnah nach dem angeblichen Tatzeitpunkt eine Hausdurchsuchung stattfindet, hier zeigt sich auch schnell, ob eine Haft des Beschuldigten schon jetzt angedacht ist, da die Polizei ihn in diesem Fall mitnehmen wird. Die Hausdurchsuchung dient regelmäßig dem Auffinden von Beweismitteln, hierzu gehören insbesondere Wäschestücke mit Anhaftungen von DNA. Ggfs. geht es auch um die Tatortsicherung. Wie schnell eine Hausdurchsuchung stattfindet hängt natürlich ebenfalls an den Gegebenheiten, das Schnellste was ich bisher erlebt habe war binnen weniger Stunden, noch am gleichen Tag.

Vergewaltigung: Rechtsanwalt & Strafverteidiger Ferner Alsdorf Aachen zur Vergewaltigung

Der Vorwurf einer Vergewaltigung bedeutet eine ernsthafte Gefährdung der eigenen Freiheit. Bei einer Vergewaltigung sieht das Gesetz eine Mindestfreiheitsstrafe von 2 Jahren vor!


Falsche Vorwürfe der Vergewaltigung

Als Strafverteidiger beginne ich bei den Beispielen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Vergewaltigung nachvollziehbar mit den falschen Verdächtigungen – und davon gibt es einige. Ich komme alleine in meiner Praxis auf dutzende Verfahren, die eingestellt wurde oder im Freispruch endeten, weil dem angeblichen Tatopfer schlicht nicht zu glauben war. Dabei waren Glaubwürdigkeitsgutachten nur sehr selten notwendig, regelmässig waren in diesen Fällen bereits die vom vermeintlichen Opfer geschilderten Umstände derart widersprüchlich, dass man hier nicht weit kam bei der Staatsanwaltschaft.

Beispiel 1: Wenn ein vermeintliches Tatopfer alleine in der ersten Vernehmung, wenige Stunden nach der angeblichen Tat, gleich drei verschiedene Tatorte nennt – und dann in einer Nachvernehmung nochmals einen weiteren Tatort nennt, ist das schon nicht mehr ernsthaft nachzuvollziehen. Und dabei rede ich hier nicht von verschiedenen Orten im gleichen Zimmer oder der gleichen Wohnung, sondern u.a. war es mal der Sportplatz, mal das Schwimmbad im anderen Ort. Sowas endet nach kurzer Zeit bereits im Ermittlungsverfahren – für den Beschuldigten. Für das angebliche Opfer geht es dann erst los, nämlich wegen einer falschen Verdächtigung.

Das Beispiel 1 dient dazu, nochmals zu unterstreichen, wie Wichtig eine frühzeitige umfassende Akteneinsicht und Beratung ist. Ohne hinreichende Akteneinsicht wäre jede Einlassung des angeblichen Täters vor diesem Hintergrund nur ein Aufhänger, in weiteren unprofessionellen Befragungen das vermeintliche Opfer zum “passenden” Tatort zu führen.

Beispiel 2: Ein anderer besonderer Fall, der mich nachhaltig beeinflusst hat, war ein Ermittlungsverfahren, in dem ich zu Beginn gerade noch so die Untersuchungshaft verhindern konnte. Hier standen sich vermeintliches Tatopfer und Täter krass konfrontativ gegenüber, ohne dass bei irgendeinem auch nur der Hauch des Ansatzes gefunden werden konnte für einen falsch dargestellten Sachverhalt, wobei die sexuellen Aktivitäten gar nicht im Streit standen, sondern alleine die Einvernehmlichkeit. Nachdem die Anklage nicht verhindert werden konnte, wurde beim Landgericht verhandelt – und die angeblich geschädigte Zeugin über mehr als 4 Stunden befragt. Am Ende der Befragung ergab sich ein grausames Bild einer psychisch schwer belasteten jungen Dame, die zwar einvernehmlich – und auch ohne irgendwelche Einschränkungen einvernehmlich! – sexuell mit dem Angeklagten aktiv war. Aber Sie fühlte sich hinterher so schlecht, so unglücklich damit, dass Sie sich in eigenen Worten “schmutzig” fühlte und ein nachheriges “ach hätte ich nur nie” zu einem “ich wollte nie” wurde. Sie selber war fest davon überzeugt, gar nicht gewollt zu haben – selbst auf Vorhalt, dass sie gerade gesagt hat, dass es einvernehmlich war und sie ausdrücklich (!) vorher eingewilligt hatte.

Mit dem Beispiel 2 mache ich etwas deutlich, das Außenstehenden Laien kaum zu vermitteln ist: Die psychische Komponente. So gibt es beispielsweise eine längst erwiesene Möglichkeit der Erinnerungsverfälschung, die wissenschaftlich fundiert ist und gerade im Sexualstrafrecht eine erhebliche Rolle spielt. Wie wollen Sie etwa damit umgehen, dass die Dame aus Beispiel 2 auf konkreten Vorhalt, dass sie gerade erklärt hat, den Geschlechtsverkehr doch gewollt zu haben, erwidert “Ja vorher, aber hinterher nicht”?.
In einem anderen Fall etwa wurde ein Kind A zu einer Pflegefamilie gegeben, in der weitere Kinder betreut wurden, wobei bei einem Kind (Kind B) ein bisher unbekannter Kindesmissbrauch aus Jahren vor der Inobhutnahme vorgelegen hatte. Erst im Strafverfahren – nach von mir erzwungener Sachverständigen-Begutachtung – stellte sich heraus, dass Kind B dringend Hilfe braucht – und Kind A die Erzählungen von Kind B als eigene Erinnerung abgespeichert und in unprofessioneller polizeilicher Befragung zu Protokoll gegeben hatte. Das sind Dinge, die kennen Sie als Laie schlichtweg nicht und zeigen hoffentlich ein wenig auf, wie sensibel und schwierig der Bereich des Sexualstrafrechts ist. Und wie wenig es hier um durch Fernsehserien gefestigte Feindbilder – speziell in Form des Anwalts – geht. Bei einer Vergewaltigung muss die psychische Komponente, gerade die unbewusste Falschbelastung, immer präsent sein. Wer dieses Risiko ablehnt oder klein redet, hat schlicht keine Ahnung.


Zutreffende Vorwürfe der Vergewaltigung

Und natürlich gibt es die Fälle, in denen der Vorwurf zutreffend ist. Auf keinen Fall will ich das hier selber bewerten oder scheinbare empirische Zahlen anführen – für mich mit meiner Arbeit ist das vollkommen irrelevant, denn es kommt auf den einzelnen Fall an. Kein vergewaltigtes Tatopfer hat es verdient, alleine mit Hinweis auf Falschverdächtigungen – die es ja nunmal gibt – plötzlich weniger gehört zu werden. Und ebenso darf kein angeblicher Täter vorverurteilt werden, nur weil man sich kaum vorstellen kann, dass jemand bei so einem Vorwurf lügt.

Wenn der Vorwurf der Vergewaltigung zutrifft und man direkt geständig ist – macht ein Strafverteidiger dann noch Sinn? Wer sich das fragt, zeigt nur auf, wie dringend er Unterstützung braucht. Wie oben schon geschildert ist der Strafverteidiger keine “Freispruch-Maschine” sondern vielmehr macht, gerade beim Vorwurf der Vergewaltigung, ein Strafverteidiger im Rahmen einer Strafzumesunsgsverteidigung Sinn. Dazu habe ich auch mehrere Beispiel, möchte aber ein besonders eindrückliches hervorheben.

Beispiel 3: Der nicht vorbestrafte Mandant wurde nach einer “langen Nacht” bei einer seit langem bekannten, neben ihm noch schlafenden, Freundin übergriffig. Details schildere ich hier bewusst nicht, wichtig für die Strafzumessung ist, dass es ein einmaliger Vorfall war, ein klarer Fall einer Vergewaltigung und dieser Vorfall sehr kurz andauerte (wenige Sekunden). Zur Erinnerung: Es geht hier nicht darum, dass es damit “besser” ist, sondern es geht um Faktoren bei der Frage, wo man sich im vom Gesetz vorgesehenen Strafrahmen orientiert. Die Freundin wurde wach, sagte “Nein”, er hörte sofort auf und entschuldigte sich sofort. Er ging zur Polizei, räumte die Tat ein und entschuldigte sich erneut. Die Freundin sagte sofort bei der Polizei, später aber auch bei Gericht, dass es für Sie (inzwischen) “in Ordnung” sei, sie sei weder belastet noch gäbe es Probleme im persönlichen Umgang. Sie wünschte ausdrücklich, dass das Gericht die Sache “mit Augenmaß” beendet und dass mein Mandant nun ein normales Leben hat. Trotz all dieser Voraussetzungen beantragte die Staatsanwaltschaft ernsthaft 2 Jahre und 3 Monate als Freiheitsstrafe, was dann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Nach meinem längeren Plädoyer erkannte das Gericht auf genau 2 Jahre und sprach die Aussetzung zur Bewährung aus.

Das Beispiel 3 macht deutlich: Man muss mit allem rechnen wenn es um eine vorgeworfene Vergewaltigung geht. Selbst wenn die Tat erwiesen geschehen ist und der Täter sich sodann vorbildlich im Nachgang verhält, gibt es Staatsanwälte, die meinen, das muss jetzt eine zwingend abzusitzende Freiheitsstrafe sein. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten zu diskutieren: Einmal dahin, ob das Regelbeispiel erfüllt ist, wobei hier die Luft sehr dünn geworden ist; Und dann hinsichtlich einer “Punktlandung”.


Verteidigung gegen den Vorwurf der Vergewaltigung

Als Strafverteidiger sind und waren wir in unserer Kanzlei sehr oft im Bereich des Sexualstrafrechts tätig. Mit diesem Beitrag hoffen wir, ein wenig Vorurteile und “Feindbild”-Denken aus der Ecke zu holen, gerade bei echauffierten Unbetroffenen. In Prozessen merken wir oft, wie uns die geballte Wut der Zuschauer entgegenschlägt, während die sich aufregenden Unbeteiligten oft übersehen, wie z.B. Opfer und Opferanwälte mit uns als Verteidigern umgehen – wo man eine solch übertriebene Wut oder Feindseligkeit nämlich gerade nicht bemerkt, sondern vielmehr Respekt.


Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht | 02404 92100 - kontakt@ferner-alsdorf.de

Von Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht | 02404 92100 - kontakt@ferner-alsdorf.de

Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht ist Ihr Ansprechpartner im gesamten Strafrecht mit den Schwerpunkten Strafverteidigung & Cybercrime sowie Persönlichkeitsrecht. Weiterhin im Ordnungswidrigkeitenrecht, speziell bei Bußgeldern von Bundesbehörden. Er arbeitet zusammen mit Fachanwalt für Strafrecht Dieter Ferner, dem Kanzleigründer.
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Die Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf konzentriert sich auf eine regionale Tätigkeit im Raum Aachen & Heinsberg und ist nur bei Cybercrime-Strafverteidigungen bundesweit tätig.