Ermittlungen gegen Darknet-Käufer beim Anbieter „Doktor Sommer“

Kauf von Drogen bei Dr. Sommer im : Aktuell werden Menschen in Deutschland angeschrieben, die Drogen oder Medikamente im Darknet über den Account Dr. Sommer oder Doktor Sommer verkauft haben sollen.

Der Fall zeigt nochmals eindrücklich, warum hier so oft vor digitalen Einkäufen dieser Art gewarnt wird: Es ist nie so anonym wie man glaubt und vor allem sind regelmäßig später noch Daten vorhanden bei den Verkäufern, die ausgewertet werden können. Wobei nach hiesiger Erfahrung immer irgendwann irgendjemand mit den Behörden kooperiert und entweder Dinge erläutert oder sogar beim Entschlüsseln von Daten hilft.

Was ist die Vorgeschichte?

Eine Pressemitteilung des Zolls gibt Aufschluss über die Vorgeschichte:

Zollfahnder des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main haben vier mutmaßliche Darknet-Dealer festgenommen. Bei den Durchsuchungen am 04.02.2021 stießen die Ermittler auf 52.000 Tabletten verschreibungspflichtiger und diverse Betäubungsmittel, darunter rund 2 Kilogramm Amfetaminderivate, ca. 100 Gramm Ketamin und ca. 300 Gramm Marihuana. Der Gruppierung wird zudem aktuell der unerlaubte Handel mit weiteren rund 15 Kilogramm Amfetamin zur Last gelegt.

Den Festnahmen waren umfangreiche Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main unter der Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), vorausgegangen.

Die mutmaßlichen Täter im Alter von 27 bis 29 Jahren stehen im Verdacht verschreibungspflichtige Arzneimittel und verschiedene Arten von Betäubungsmitteln über Verkaufsplattformen im versteckten Teil des Internets, dem sogenannten Darknet, zum Kauf angeboten zu haben. Zu den verkauften Substanzen zählen maßgeblich verschreibungspflichtige Arzneimittel, die hauptsächlich wegen ihrer stark schmerzstillenden, angsthemmenden und entkrampfenden Wirkung in der Humanmedizin zum Einsatz kommen. Die unerlaubte Ware wurde auf dem Dachboden eines Beschuldigten vorgefunden. Weiterhin wurden bei den Durchsuchungen eine Schreckschusswaffe sowie mehrere Teleskopschlagstöcke sichergestellt.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/116258/4840574

Der Vorfall ist aus dem Jahr 2021, man findet zum Ermittlungsverfahren einige Berichte in verschiedenen Medien.

Ermittlungen gegen Käufer

Es werden nun Käufer angeschrieben, die dort bestellt haben sollen (wie immer an dieser Stelle keine Details zu den Hintergründen der Ermittlungen!). Man hat insoweit aus dem Ursprungsverfahren Informationen gewonnen, die Rückschlüsse auf Verdächtige zulassen, die dort gekauft haben sollen.

Beachtlich ist das Zeitfenster: Im Februar 2021 fanden die Zugriffe statt, Ende 2023 bis Anfang 2024 werden nun Betroffene angeschrieben, die man eines Kaufs verdächtigt. Damit zeigt sich, wovor bei uns regelmäßig gewarnt wird: Wer illegal online bestellt, hat auf Jahre keine Ruhe! Es gibt Fälle, in denen man erst nach mehr als 3 Jahren überhaupt mal Post bekommt. In einer Zeit, in der immer schneller und immer mehr illegale Marktplätze hochgenommen werden, bedeutet das viele Monate unruhige Nächte.

Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT- & Strafrecht)
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Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT- & Strafrecht)

Ich bin Fachanwalt für Strafrecht + Fachanwalt für IT-Recht und widme mich beruflich ganz der Tätigkeit als Strafverteidiger und dem IT-Recht. Vor meinem Leben als Anwalt war ich Softwareentwickler. Ich bin Autor sowohl in einem renommierten StPO-Kommentar als auch in Fachzeitschriften.

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