Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr nach § 112a Abs. 1 Nr. 2 StPO kann nicht auf frühere Straftaten des Beschuldigten gestützt werden, die nur mit jugendgerichtlichen Zuchtmitteln geahndet wurden, weil diese keine Straftaten sind, die die Rechtsordnung schwerwiegend beeinträchtigten. Da in einem solchen Fall schädliche Neigungen vom Jugendgericht nicht festgestellt wurden, kann wegen solcher früherer Straftaten auch kein Hang des Beschuldigten zu Straftaten angenommen werden, der eine Wiederholungsgefahr begründete. (OLG Oldenburg, 1 Ws 679/09)
Letzte Artikel von Rechtsanwalt Jens Ferner (Alle anzeigen)
- Wenn die eigene KI zum Angreifer wird – 22. Juli 2026
- Durchsicht sichergestellter Datenträger ist Teil der Durchsuchung – 22. Juli 2026
- DSGVO: OLG Celle zum Bußgeld bei betrieblicher Videoüberwachung – 21. Juli 2026
