Hang im Sinne von § 64 StGB

Hang und Unterbringung: Kernvoraussetzung einer Unterbringung nach §64 StGB ist das Vorliegen eines Hanges, doch wann liegt ein solcher Hang im Sinne des §64 StGB vor?Hier gilt, dass für die Annahme eines Hanges lediglich eine eingewurzelte, auf psychische Disposition zurückgehende oder durch Übung erworbene Neigung ausreichend ist, immer wieder Rauschmittel zu konsumieren. Den Grad einer physischen Abhängigkeit muss diese Neigung mit dem Bundesgerichtshof noch nicht erreicht haben (so ausdrücklich BGH, 5 StR 29/20 und 5 StR 427/18).

Symptomatischer Zusammenhang zwischen Hang und Tat

Symptomatischer Zusammenhang zwischen Hang und Tat bei §64 StGB: Die Anordnung einer Unterbringung nach §64 StGB benötigt einen Zusammenhang zwischen Hang und Tat – der aber muss nur mutursächlich sein, eine auch nur überwiegende Kausalität ist nicht notwendig:

Für die Bejahung eines symptomatischen Zusammenhangs zwischen Hang und Tat im Sinne des § 64 StGB ist es ausreichend, dass der Hang – gegebenenfalls neben anderen Umständen – mit dazu beigetragen hat, dass der Täter die Tat begangen hat. Ein solcher Zusammenhang ist typischerweise gegeben, wenn die Straftat unmittelbar oder mittelbar über den Erlös aus der Verwertung der Beute auch der Beschaffung von Drogen für den Eigenkonsum dient (vgl. BGH, Beschlüsse vom 3. März 2016 – 4 StR 586/15 Rn. 3, NStZ-RR 2016, 173 mwN und vom 25. November 2015 – 1 StR 379/15 Rn. 8, NStZ-RR 2016, 113).

BGH, 1 StR 132/18
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