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SkyECC-Fahndung führt zu Festnahmen nach Kokain-Fund

Neben Encrochat führt SkyECC ein „Schattendasein“ in der öffentlichen Wahrnehmung – nun liegt ein neuer Fahndungserfolg vor, der auf SkyECC zurückzuführen ist: Laut EUROPOL wurden „hochrangige Zielpersonen“ festgenommen, nachdem zuvor 34 Tonnen Kokain in Belgien und Deutschland sichergestellt.

Es war eine gemeinsame Aktion der belgischen Bundespolizei Antwerpen (Federale Politie Antwerpen), der niederländischen Nationalpolizei (Politie) und der deutschen Landespolizei (Landeskriminalamt Niedersachsen) sowie Bundeskriminalamt.

Dies soll der Höhepunkt gemeinsamer Ermittlungen der belgischen, niederländischen und deutschen Strafverfolgungsbehörden gegen ein kriminelles Netzwerk gewesen sein, das mehrere Tonnen Kokain aus den Herkunftsländern nach Europa schmuggelte. Die Operation wurde im Februar 2021 eingeleitet, als die Strafverfolgungsbehörden in den Häfen von Hamburg und Antwerpen insgesamt 34 Tonnen Kokain in drei Sendungen beschlagnahmten, die mit diesem kriminellen Netz in Verbindung gebracht wurden. Im Laufe der Ermittlungen fanden die kooperierenden Behörden heraus, dass diese kriminelle Gruppe in der Lage war, innerhalb weniger Monate mehrere Kokainlieferungen mit mehreren Tonnen Gewicht nach Europa zu verschiffen.

Die Kontrollzentrale der Drogenhändler und die dahinter stehenden hochrangigen europäischen Zielpersonen befanden sich laut Ermittler in Dubai. Von dort aus steuerten sie den Handel mit Kokain, das sie über ihre eigene Produktionsinfrastruktur in Bolivien bezogen. Logistik- und Versorgungslinien wurden auch in Paraguay ausgemacht.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Jens Ferner zur SkyECC und BtMG

Gerade ein Fall wie dieser macht deutlich, was Verteidigung leisten muss: Die aufgedeckte Kommunikation wird von den Ermittlern so aufbereitet werden, dass sie die Anklage stützt; unter den Tisch fallen wird im Zweifel das, was aus Sicht der Ermittler „irrelevant“ ist, aber im Gesamtbild wichtig ist, um zu beurteilen, ob jemand Täter war oder nur Beihilfe geleistet hat – was viele Jahre ausmachen kann.

Genutzt wurde zur Organisation der Lieferungen verschlüsselte Kommunikation: Die Koordinierung dieses tonnenschweren Kokainhandels wurde laut EUROPOL bereits im Jahr 2021 durch die Zerschlagung der verschlüsselten Kommunikationsplattform SKY ECC abgefangen.

Encrochat, SkyECC und ANOM zeigen immer wieder eines deutlich auf: Die Gefahr, wenn man zentrale Kommunikationsplattformen nutzt, die mit einer Sicherheit werben, die faktisch gar nicht zu halten ist.

Dabei wurde dann nach dortigen Angaben zugleich ein großes Netz von legalen Unternehmen aufgedeckt, die für die Einfuhr von Drogen aus Südamerika und die Wäsche der damit verbundenen Erlöse gegründet wurden. Um in die EU zu gelangen, wurde das Kokain beispielsweise in Bananen-, Kaffee- und Gipslieferungen versteckt.

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Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für Strafrecht & Fachanwalt für IT-Recht)

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