Cybervorfälle bleiben auch 2026 das wichtigste Geschäftsrisiko – doch inzwischen rückt ein weiterer Treiber nach vorne: Künstliche Intelligenz. Während Cyberangriffe ganze Lieferketten lahmlegen können, verschärfen KI-Systeme Haftungsrisiken, Compliance-Druck und Desinformationsgefahren.
Unternehmen müssen ihre Risikostrategie deshalb neu justieren – weg von Einzelrisiken, hin zu einem integrierten Blick auf Cyber, KI, Betriebsunterbrechungen und Klimaauswirkungen. Die Allianz Risk Barometer für die Jahre 2025 und 2026 präsentieren die größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen in einem zunehmend komplexen und vernetzten Risikoumfeld gegenübersehen. Hinweis: Der Beitrag aus dem Januar 2025 wurde im Januar 2026 aktualisiert.
1. Cybersicherheit als dominierende Risiko
Betriebsunterbrechungen rangieren mit 31 % der Nennungen auf Platz zwei und sind häufig die Folge von Cyberangriffen, Naturkatastrophen oder geopolitischen Spannungen, die Lieferketten und operative Abläufe stören. der größten Geschäftsrisiken. Als eine Folge interdependenter Risiken entstehen sie häufig durch Cybervorfälle oder Naturkatastrophen. Die Störungen in Lieferketten, hervorgerufen durch geopolitische Spannungen, IT-Ausfälle oder Naturkatastrophen, verschärfen die Lage. So verursachte etwa der IT-Ausfall bei CrowdStrike 2024 weltweit wirtschaftliche Verluste von über 5 Milliarden US-Dollar.
Darüber hinaus verschärfen fortschreitende Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) die Bedrohungslage. Während KI einerseits Schutzmaßnahmen verbessert, wird sie gleichzeitig von Angreifern für präzisere und skalierbare Attacken genutzt. Der Allianz-Report unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden Cyber-Risikomanagements, einschließlich robuster Backup-Systeme, Schulungen und der Implementierung modernster Sicherheitstechnologien.
Die Top-Risiken für Unternehmen
Mit dem Allianz Risk Barometer 2026 stehen Cybervorfälle erneut an der Spitze der globalen Geschäftsrisiken, jetzt mit dem höchsten Wert seit Einführung des Barometers. Direkt dahinter folgt 2026 erstmals Künstliche Intelligenz als eigenständige Risikokategorie – mit Schwerpunkt auf Implementierungsfehlern, Haftungsrisiken, Fehlnutzungen und Desinformation. Betriebsunterbrechungen rutschen zwar formal auf Rang 3, bleiben aber hochrelevant, weil sie oft Folge anderer Risiken sind, insbesondere von Cyberangriffen, geopolitischen Spannungen und extremen Wetterereignissen. Naturkatastrophen und Klimarisiken werden im Ranking etwas niedriger eingestuft, verursachen aber weiterhin Schäden in Milliardenhöhe und wirken zunehmend als Verstärker von Lieferketten- und Energieversorgungsrisiken.

- Cybervorfälle: Cybervorfälle bleiben das weltweit größte Risiko, da Unternehmen zunehmend durch Ransomware, Datenlecks und IT-Ausfälle bedroht werden, die sowohl den operativen Betrieb als auch die finanzielle Stabilität gefährden.
- KI: Künstliche Intelligenz ist im Allianz Risk Barometer 2026 vom 10. auf den 2. Rang gesprungen und zählt damit erstmals zu den zentralen globalen Geschäftsrisiken. Genannt werden vor allem operative Risiken (Systemfehler, Betriebsunterbrechungen), haftungs- und aufsichtsrechtliche Risiken (fehlerhafte Entscheidungen, Diskriminierung, neue Regime) sowie Reputationsrisiken durch Missbrauch oder Verzerrungen.
- Betriebsunterbrechungen: Betriebsunterbrechungen resultieren häufig aus Cyberangriffen, Naturkatastrophen oder geopolitischen Spannungen und führen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch Lieferkettenstörungen und Ausfälle wichtiger Prozesse.
- Naturkatastrophen: Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren verursachen jedes Jahr massive Schäden und zwingen Unternehmen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Risiken zu stärken.
- Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung: Unternehmen stehen vor wachsenden Herausforderungen durch neue Vorschriften, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit, was erhebliche Anpassungen und Kosten mit sich bringt.
- Klimawandel: Der Klimawandel führt zu häufigeren und intensiveren Wetterereignissen, die physische Schäden, Betriebsunterbrechungen und steigende Kosten für Dekarbonisierungsmaßnahmen nach sich ziehen.
- Feuer und Explosionen: Diese Risiken bleiben aufgrund ihrer zerstörerischen Auswirkungen und ihrer Fähigkeit, ganze Standorte außer Betrieb zu setzen, eine der Hauptursachen für Betriebsunterbrechungen.
- Makroökonomische Entwicklungen: Unsicherheiten durch Inflation, Deflation oder geldpolitische Maßnahmen wirken sich direkt auf die Stabilität und Planungssicherheit von Unternehmen aus.
- Marktentwicklungen: Intensiver Wettbewerb, Marktstagnation und Fusionen stellen Unternehmen vor strategische Herausforderungen, die schnelle Anpassungen erfordern.
- Politische Risiken und Gewalt: Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und zivile Unruhen bedrohen globale Lieferketten und erhöhen die Unsicherheiten im internationalen Geschäft.
- Neue Technologien: Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und anderen Technologien bieten zwar Chancen, bringen jedoch auch neue Risiken wie Cyberbedrohungen und ethische Herausforderungen mit sich.
2. Betriebsunterbrechungen
Betriebsunterbrechungen rangieren seit 2025 auf Platz zwei der größten Geschäftsrisiken. Als eine Folge interdependenter Risiken entstehen sie häufig durch Cybervorfälle oder Naturkatastrophen. Die Störungen in Lieferketten, hervorgerufen durch geopolitische Spannungen, IT-Ausfälle oder Naturkatastrophen, verschärfen die Lage. So verursachte beispielsweise der IT-Ausfall bei CrowdStrike 2024 weltweit wirtschaftliche Verluste von über 5 Milliarden US-Dollar.
Unternehmen begegnen diesen Risiken zunehmend durch die Diversifikation von Lieferanten, die geografische Streuung ihrer Lieferketten und die Implementierung von Notfallplänen. Es wird jedoch deutlich, dass viele Strategien zur Kontinuitätssicherung noch zu stark auf technologische Lösungen setzen, was neue Abhängigkeiten schafft.
3. Klimawandel: steigendes Risiko
Der Klimawandel erklomm schon 2025 mit einem Sprung auf Platz fünf seine bisher höchste Position. Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren verursachten 2024 weltweit versicherte Verluste von über 100 Milliarden US-Dollar – bereits das fünfte Jahr in Folge. Besonders die sogenannten sekundären Gefahren, etwa Hagel und Überschwemmungen, nehmen zu.
Unternehmen fürchten insbesondere physische Schäden und Betriebsunterbrechungen, die durch extreme Wetterereignisse verursacht werden. Zudem nehmen regulatorische Anforderungen zu, wie etwa die Verpflichtung zur Offenlegung physischer Klimarisiken. Gleichzeitig steigen die Kosten für Dekarbonisierungsstrategien und die Anpassung an Net-Zero-Ziele.
Wechselwirkungen und strategische Implikationen
Die Allianz betont die zunehmende Interdependenz dieser Risiken. Ein Ereignis, wie ein Cyberangriff, kann Betriebsunterbrechungen auslösen, während extreme Wetterereignisse ähnliche Folgen haben können. Strategien zur Risikominderung müssen daher holistisch angelegt werden.
Maßnahmen wie der Aufbau klimafester Infrastrukturen, Investitionen in saubere Technologien und die Einbindung von Resilienzstrategien in die gesamte Wertschöpfungskette gewinnen an Bedeutung. Ebenso erfordert die Bewältigung von Cyberrisiken eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitsprotokolle und eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Regierungen und Versicherern.
Blick auf Deutschland
Für Deutschland zeigt der Allianz Risk Barometer 2026 ein klares Bild: An erster Stelle stehen Cybervorfälle, etwa Ransomware-Angriffe, Datenabflüsse und IT‑Ausfälle, die unmittelbar Geschäftsprozesse und Lieferketten treffen. Dahinter folgen Betriebsunterbrechungen – häufig als Folge solcher Cyberangriffe oder externer Schocks – sowie Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung, etwa neue Vorgaben im Digital‑, KI‑ und Nachhaltigkeitsrecht, die Investitionen, Compliance‑Strukturen und Haftungsrisiken direkt beeinflussen.

Geschäftsleitungen bewegen sich 2026 in einer noch komplexeren Risikolandschaft, in der Cyberangriffe, KI-Risiken, Lieferkettenstörungen und Klimafolgen eng ineinandergreifen. Der Allianz Risk Barometer zeigt mit jeder Ausgabe deutlicher, wie sehr diese Entwicklungen die juristischen und wirtschaftlichen Anforderungen an Unternehmen verschärfen – von Haftung und Regulierung bis zu Resilienz und Krisenfähigkeit. Das verändert auch die Rolle juristischer Berater fundamental: Wer heute nur „Jura kann“, verfehlt seinen Auftrag; ein grundlegendes Verständnis von Risiko‑, Cyber‑ und Krisenmanagement gehört inzwischen zwingend zum Berufsbild.
Klimabezogene Risiken und Naturkatastrophen bleiben auch für deutsche Unternehmen relevant, rutschen aber im Ranking hinter diese akuten cyber‑, regelungs‑ und lieferkettenbezogenen Gefahren zurück.
Fazit
Das Allianz Risk Barometer zeigt, dass die Risikolandschaft weiterhin komplexer und vernetzter wird. Unternehmen dürfen sich damit nicht nur auf kurzfristige operative Herausforderungen konzentrieren, sondern müssen auch langfristige Strategien zur Stärkung ihrer Resilienz entwickeln. Die Investition in präventive Maßnahmen und die Förderung einer nachhaltigen Unternehmensführung sind entscheidend, um den Anforderungen dieses immer noch zunehmend dynamischen Risikoumfelds gerecht zu werden.
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