Checkliste Chatbot: Datenschutzrechtliche Voraussetzungen für den Betrieb eines Chatbots

Was braucht man für eine „Checkliste Chatbot“: In der heutigen digitalen Welt haben Chatbots eine immer größere Bedeutung erlangt. Sie sind in der Lage, Kundenanfragen rund um die Uhr zu beantworten und Prozesse zu automatisieren, was sowohl Unternehmen als auch Kunden viele Vorteile bringt.

Allerdings bringt der Einsatz von Chatbots, insbesondere solchen, die auf großen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT basieren, erhebliche datenschutzrechtliche Herausforderungen mit sich. ist in diesem Kontext besonders wichtig, weil Chatbots oft mit personenbezogenen Daten interagieren und diese verarbeiten. Die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung () ist daher unerlässlich, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und das Vertrauen der Nutzer zu sichern.

Chckliste: Datenschutzrechtliche Aspekte beim Einsatz von LLM-basierten Chatbots

Der datenschutzkonforme Einsatz von LLM-basierten Chatbots erfordert die Beachtung verschiedener Aspekte, die in der Checkliste des Hamburger Datenschutzbeauftragten zusammengefasst sind. Im Folgenden wird erläutert, welche Maßnahmen und Vorkehrungen getroffen werden sollten, um die Datenschutzanforderungen zu erfüllen.

  • Festlegung interner Richtlinien und : Zu Beginn sollten Unternehmen klare interne Richtlinien und Compliance-Regelungen festlegen. Diese Vorgaben bestimmen, unter welchen Bedingungen und für welche Zwecke Chatbot-Technologien genutzt werden dürfen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Nutzung der Technologie kontrolliert und im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen erfolgt.
  • Einbindung des Datenschutzbeauftragten: Der interne Datenschutzbeauftragte sollte frühzeitig in den Prozess der Implementierung eines Chatbots einbezogen werden. Dieser kann beratend zur Seite stehen und eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchführen, um potenzielle Risiken zu identifizieren und geeignete Schutzmaßnahmen zu empfehlen.
  • Nutzung von Funktions-Accounts: Um die Erstellung von privaten Chatbot-Konten durch Mitarbeiter zu vermeiden, sollten Unternehmen zentrale Funktions-Accounts bereitstellen. Diese ermöglichen eine kontrollierte und sichere Nutzung der Chatbot-Technologie im beruflichen Kontext.
  • Starke Authentifizierung: Der Zugang zu betrieblich genutzten Chatbot-Accounts sollte durch starke Authentifizierungsmechanismen geschützt werden. Dies kann durch die Verwendung komplexer Passwörter und zusätzlicher Authentifizierungsfaktoren wie Zwei-Faktor-Authentifizierung erreicht werden.
  • Vermeidung der Eingabe personenbezogener Daten: Es sollte grundsätzlich vermieden werden, an den Chatbot zu übermitteln, insbesondere wenn der Anbieter sich das Recht vorbehält, diese Daten für eigene Zwecke zu nutzen. Dies minimiert das Risiko, dass sensible Daten missbräuchlich verwendet werden.
  • Kontrolle der Ausgabe: Auch bei der Ausgabe von Informationen durch den Chatbot muss darauf geachtet werden, dass keine personenbezogenen Daten ungewollt weitergegeben werden. Dies schützt die Privatsphäre der betroffenen Personen und verhindert datenschutzrechtliche Verstöße.
  • Umgang mit personenbeziehbaren Daten: Daten, die indirekt Rückschlüsse auf Personen zulassen, sollten ebenfalls sorgfältig behandelt werden. Dies betrifft insbesondere Informationen, die im Zusammenhang und in Kombination mit anderen Daten personenbezogen werden können.
  • Opt-out von Trainingsdaten: Wo möglich, sollte die Option genutzt werden, die Nutzung von Daten zu Trainingszwecken der KI abzulehnen. Dies verhindert, dass personenbezogene Daten in zukünftigen Trainingsprozessen der KI verwendet werden.
  • Deaktivierung der Chatverlaufspeicherung: Die Speicherung des Chatverlaufs sollte deaktiviert werden, um zu verhindern, dass vorherige Eingaben für andere Nutzer sichtbar sind und möglicherweise personenbezogene Daten preisgeben.
  • Überprüfung der Ergebnisse: Die von der KI generierten Antworten sollten immer auf ihre Richtigkeit überprüft werden. LLMs neigen zu sogenannten „Halluzinationen“, bei denen falsche Informationen plausibel dargestellt werden. Eine sorgfältige Prüfung stellt sicher, dass nur korrekte und relevante Informationen weitergegeben werden.
  • Überprüfung auf : Zusätzlich zur sachlichen Richtigkeit sollten die Ergebnisse auf potenzielle diskriminierende Inhalte überprüft werden. Dies verhindert, dass die KI unzulässige oder benachteiligende Aussagen generiert.
  • Menschliche Entscheidungsfindung: Wichtige Entscheidungen, insbesondere solche mit rechtlichen Konsequenzen, sollten immer von Menschen getroffen werden. Der Chatbot kann unterstützend wirken, jedoch muss der menschliche Entscheidungsspielraum gewahrt bleiben.
  • Sensibilisierung der Mitarbeiter: Mitarbeiter sollten regelmäßig über die richtigen Nutzungsmethoden von KI-Tools geschult und sensibilisiert werden. Leitfäden und Schulungen helfen, datenschutzkonforme Verhaltensweisen zu fördern und Risiken zu minimieren.
  • Berücksichtigung weiterer Aspekte: Neben dem Datenschutz müssen auch andere rechtliche Aspekte wie der Schutz von Urheberrechten und Geschäftsgeheimnissen berücksichtigt werden. Dies erfordert eine ganzheitliche Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
  • Beobachtung der Rechtsentwicklung: Es ist wichtig, die laufenden Entwicklungen auf EU-Ebene zur Regulierung künstlicher Intelligenz zu verfolgen. Unternehmen sollten ihre internen Vorgaben regelmäßig überprüfen und anpassen, um stets den aktuellen gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Fazit zum Einsatz von Chatbots

Der Einsatz von LLM-basierten Chatbots bietet viele Vorteile, birgt jedoch auch erhebliche Datenschutzrisiken. Durch die Beachtung der oben genannten Punkte können Unternehmen und Behörden sicherstellen, dass sie den datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden und das Vertrauen der Nutzer in diese Technologien stärken. Der sorgfältige Umgang mit personenbezogenen Daten und die Einhaltung der DSGVO sind dabei unerlässlich, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und den Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten.

Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT- & Strafrecht)
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Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT- & Strafrecht)

Ich bin Fachanwalt für Strafrecht + Fachanwalt für IT-Recht und widme mich beruflich ganz der Tätigkeit als Strafverteidiger und dem IT-Recht. Vor meinem Leben als Anwalt war ich Softwareentwickler. Ich bin Autor sowohl in einem renommierten StPO-Kommentar als auch in Fachzeitschriften.

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