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Schulen und Urheberrecht


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In der Zeit findet sich ein schöner Artikel zum Thema „Urheberrecht in Schulen“. Dort geht es vor allem um die Frage, wie heutzutage in einer Copy&Paste-Mentalität schulische Arbeiten (Referate etc.) „zugesammengestückelt“ werden. Im LBR-Blog findet man dazu bereits einige Gedanken, wobei schon der Hinweis auf die mangelnde Vermittlung von Medienkompetenz („Informationen aus dem Netz wollen erst hinterfragt, dann – nach verifizierung – vielleicht verwendet werden) bei mir Zustimmung findet.

Gerade mit Blick auf die Schulen möchte ich aber weniger die Keule herausholen, dass jeder Verstoss gegen das Urheberrecht ein Rechtsverstoss ist (was nichts daran ändert, dass es so ist). Ich denke, es muss in erster Linie – jedenfalls je nach Schulform – darum gehen, Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens zumindest im Ansatz zu vermitteln. Wer einmal begriffen hat, dass sich ein nicht kenntlich gemachtes Zitat „nicht gehört“, der braucht die Drohung mit der Urheberrechtlichen Keule nicht mehr zu spüren. Dabei kann man gerade Kindern doch recht leicht die Regel an die Hand geben: Wenn du etwas verwenden möchtest, was dir nicht gehört, musst du auf den eigentlichen Verfasser so hinweisen, dass jeder es sofort erkennen kann. Das mag sicherlich ein wenig mehr Arbeit bedeuten für den – mitunter lustlosen – Schüler, aber soll sich auch auszahlen.

Damit es sich auszahlt, verweist der Zeit-Artikel auf ein bestimmtes Software-Produkt, das für gutes Geld käuflich erworben werden kann. Damit kann jeder Lehrer eine Arbeit untersuchen. Vielleicht hilft an dieser Stelle auch der Hinweis, dass es in diesem Bereich durchaus kostenfreie Software gibt – zumindest eTBLAST sollte man in jedem Fall kennen.

Die Problematik ist keinesfalls zu vernachlässigen. Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht einer Uni gelesen (ich meine bei Spiegel-Online), in der man gezielt in Arbeiten von Studenten nach „Plagiaten“ suchte. Wenn ich dort gelesen habe, dass man teilweise gar keine Software brauchte, weil die Studenten beim Copy&Paste in ihre Arbeiten selbst Werbebanner der betroffenen Seiten blind hineinkopiert haben, sehe ich ein grundsätzliches (intellektuelles) Problem, das man allmählich angehen muss. Ich denke, es ist Aufgabe der Schule, schon frühzeitig zu erkären, was man wie verwenden darf – und vor allem, warum das so ist.

Jedenfalls, und auch hier kann ich mich wieder dem LBR-Blog anschliessen, sind Schulen gut beraten, auch Juristen hinzu zu ziehen, die den Unterricht entsprechend bereichern können. In der Städteregion Aachen wird von dieser Möglichkeit, auch durch Rückgriff auf unsere Kanzlei, schon seit einigen Jahren Rechnung getragen. Dabei ist festzustellen, dass das ehrliche Interesse der Schüler nicht zu unterschätzen ist – der Anteil an Unwissen ist durchaus enorm hoch und darf nicht heruntergespielt werden.

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Von Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner

Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht im Raum Aachen & Heinsberg. Zudem Systementwickler mit zusätzlicher Fortbildung in IT-Sicherheit und IT-Forensik.
Tätig ausschließlich als Strafverteidiger mit Hilfe im gesamten Strafrecht, speziell bei Cybercrime & Cybersecurity, Arbeitsstrafrecht, BTM-Strafrecht, Jugendstrafrecht, Steuerstrafrecht und Wirtschaftsstrafrecht.

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