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Arbeitsrecht: Was muss der Arbeitnehmer bei einer Eigenkündigung beachten?

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf: 02404 92100

Ich möchte selber mein Arbeitsverhältnis kündigen – was muss ich beachten? Sie überlegen, Ihr Arbeitsverhältnis selbst zu kündigen. Hierbei gibt es Einiges zu bedenken:

Form

Die Kündigung kann nur schriftlich erklärt werden. Eine mündliche Kündigung ist unwirksam. Deshalb muss Ihr Kündigungsschreiben Ihre eigenhändige Originalunterschrift tragen. Eine Übersendung per E-Mail oder Fax reicht daher nicht aus.

Wann wirkt die Kündigung

Die Kündigung wirkt nicht schon mit der Absendung, sondern erst mit dem Zugang bei Ihrem Arbeitgeber. Die von Ihnen einzuhaltende Kündigungsfrist beginnt daher auch erst mit dem Zugang der Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber.

Ich empfehle Ihnen, Ihrem Arbeitgeber die Kündigung persönlich zu übergeben und sich den Empfang vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen zu lassen. So vermeiden Sie das Risiko eines Verlustes der Kündigung auf dem Postweg und wissen sicher, dass Sie die Kündigungsfrist eingehalten haben.

Für den Zugang der Kündigung beim Arbeitgeber sind Sie beweispflichtig. Falls Sie Bedenken haben, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen den Empfang der Kündigung bestätigt, oder er eventuell sogar bestreiten könnte, die Kündigung empfangen zu haben, benötigen Sie einen Zeugen. Wenn Sie hierzu Fragen haben, können wir diese gerne miteinander besprechen.

Wirkung der Eigenkündigung auf das Arbeitslosengeld

Die Eigenkündigung löst im Regelfall eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld aus, so dass Sie im Regelfall zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld bekommen. Das Arbeitslosengeld für diese zwölf Wochen wird auch nicht am Ende des Arbeitslosengeldanspruches angehängt; die Sperrzeit verkürzt daher den Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug um die genannten zwölf Wochen, mindestens jedoch um 1/4 der Zeitspanne, für die Sie sonst Arbeitslosengeld bekommen hätten.

Eine Sperrzeit wird jedoch nicht verhängt, wenn Sie einen wichtigen Grund hatten, Ihren Arbeitsplatz aufzugeben. Denkbar ist bspw. eine Erkrankung, die es Ihnen unmöglich macht, Ihren Beruf weiter auszuüben. Über die Anerkennung eines wichtigen Grundes entscheidet die Bundesagentur für Arbeit in jedem Einzelfall. Wenn Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie mich bitte an.

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Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT-Recht & Strafverteidiger)

Rechtsanwalt Jens Ferner ist Strafverteidiger und Fachanwalt für IT-Recht. Spezialgebiete von RA JF: Cybercrime, IT-Sicherheit, Softwarerecht, BTM-Strafrecht, Jugendstrafrecht und Wirtschaftsstrafrecht. Er ist Autor und hält Fach-Vorträge als Dozent zu den Themen Cybercrime, Strafprozessrecht, DSGVO, Cybersecurity und digitale Beweismittel inkl. Darknet- und Encrochat.

Unsere Rechtsanwälte sind spezialisiert auf Strafverteidigung im gesamten Strafrecht und IT-Recht, speziell bei Softwarerecht, DSGVO & IT-Vertragsrecht - mit ergänzender Tätigkeit im Arbeitsrecht sowie im digitalen gewerblichen Rechtsschutz.

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