Sportunfall: Tennisverein haftet anteilig bei Sturz über Werbeeinrichtung

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Ein Tennisverein haftet einem Mitglied gegenüber zur Hälfte für Schäden, die diesem beim Sturz über eine auf dem Platz stehende Werbeeinrichtung entstehen.

Diese Entscheidung des Oberlandesgericht (OLG) Bamberg betraf das Mitglied eines Tennisvereins, das auf dem Vereinsplatz an einem Tunier teilnahm. Am Ende seines Spielfelds stand als Abgrenzung zum nächsten Platz eine dreieckige Werbeeinrichtung aus massivem Eisen. Beim Zurückspielen eines hohen Balls stieß der Spieler beim Rückwärtslaufen gegen den Werbeträger, stürzte und zog sich eine komplizierte Radius-Kopf-Fraktur am rechten Ellenbogen zu.

Das OLG entschied, dass der Tennisverein aus dem Gesichtspunkt der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zur Hälfte für die dem Mitglied entstandenen Schäden haften muss. Wegen seines Mitverschuldens muss das Mitglied die andere Hälfte selber tragen. Nach Ansicht des OLG entsprach die Tennisplatzanlage zwar den geltenden Regeln des Bayerischen Tennisverbandes, sie hatte also einen ausreichenden Sicherheitsauslaufbereich. Gleichwohl stellte der aus massivem Eisen bestehende Werbeträger in der konkreten Spielsituation eine Verletzung der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht dar. Der massive Werbeträger, der als Einzelstück aufgestellt worden war und lediglich dazu diente, das Herüberrollen von Tennisbällen vom Nachbarspielfeld zu verhindern, war für das Tunier unnötig, weil der Nachbarplatz nicht bespielt wurde. Der Werbeträger stellte als Einzelteil von nur geringer Höhe (0,62 m) eine unnötige, aber erhebliche Stolpergefahr dar. Demgegenüber lastete das OLG dem Spieler ein hälftiges Mitverschulden an, weil er als langjähriges Vereinsmitglied die eingesetzten massiven eisernen Werbeträger seit Jahren kannte. Es hätte ihm oblegen, den Zustand des Tennisplatzes bezüglich bestehender Risiken vor Spielbeginn zu überprüfen und Gefahren zu beseitigen. Er hätte den Werbeträger entfernen oder zumindest in den entfernten Sicherheitsauslaufbereich wegschieben müssen (OLG Bamberg, 5 U 288/00).