Kurz: Kommentar zum BGB von Jauernig u.a.

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Rechtsanwalt Jens Ferner

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Fachanwalt für IT-Recht bei Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
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Bevor ich etwas zum Jauernig schreibe, muss ich vorweg schicken, was ich für ein enormes Glück habe: Auf Jurakopf habe ich die große Freiheit, zu schreiben was ich will und wie ich es will. Ich darf Wörter benutzen, die ein gedrucktes seriöses Blatt niemals aufnehmen würde. Nicht zu vergessen die Freiheit, in relativ kurzer Zeit “runter zu schreiben”, was als Ergebnis meine höchst persönliche Orthografie produziert, da ich nicht einmal Korrektur lese.

Vor diesem Hintergrund kann und will ich mir auch immer Ehrlichkeit leisten. Und wenn mir dann ein Kommentar wie der Jauernig vorliegt, werde ich hier nicht erzählen, ich hätte den komplett gelesen. (Anmerkung: Was aber nicht ausgeschlossen ist, den Kropholler z.B. habe ich komplett einmal Seite für Seite gelesen, was aber auch etwas einfacher ist).

Auch muss ich mir nichts aus den Fingern saugen, um etwas zum Inhalt zu schreiben: Es ist ein BGB-Kommentar in der 13. Auflage. Man darf also durchweg ein solides und taugliches Werk erwarten, ich möchte keine Zeit damit vergeuden, hier etwas zusammen zu texten.

Womit ich direkt zu dem komme, was mir immer mit am wichtigsten ist: Die Lesbarkeit. Und hier punktet der Jauernig durchweg mit gutem Stil, normalen Abkürzungen (anders als etwa der Palandt) und auch einem guten Gefühl, welche Worte man Fett druckt um beim Überfliegen sinnvolle Anker zu bieten.

Ich habe mir wahllos 7 gängige Meinungsstreitigkeiten überlegt und nachgesehen: Sie waren allesamt im Jauernig enthalten, wobei er letztlich doch eindeutig mehr auf den Praktiker als auf den Studenten zugeschnitten ist. Sprich: Man findet zwar dass es einen Meinungsstreit gibt, wirklich vertiefen kann man den aber nicht mit dem Jauernig.

Was mir ein wenig fehlte, war ein Inhaltsverzeichnis bei ausgewählten Paragraphen, wie etwa dem §823 BGB. Hier wird das Durchblättern und Überfliegen auf der Suche nach dem gewünschten Thema schnell mühselig.

Punkten kann der Jauernig – in diesem Moment – mit Aktualität: Verfasst im März 2009 bietet er sämtliche Änderungen bis zum 1.1.09 und zudem die damals noch zukünftigen Änderungen im FGG-RG und FamFG vom 1.9.09 parallel.

Jurakopf-Einschätzung

Wie gesagt: Es ist ein BGB-Kommentar, der erstmal nicht besonders auffällt, etwa weil er besonders dünn ist (wie der Kropholler) oder besonders dick (MüKo). Er macht den Eindruck eines soliden Werkes, sowohl für den Praktiker als auch den Studenten. Wenn ich mit den Jauernig im Vergleich zu Palandt und Kropholler ansehe, erscheint er mir als gelungene Symbiose: Er bietet wesentlich mehr Text als der Kropholler (was bei diesem der Hauptkritikpunkt vieler ist). Aber eben nicht so viel wie der Palandt.
Das handliche Werk mit immer noch gut 2100 Seiten ist dann auch preislich sehr attraktiv platziert: Mit 59 Euro liegt es nicht nur in der Mitte zwischen Kropholler und Palandt, sondern kostet in etwa so viel, wie ein Vorauflagen-Palandt in der Buchhandlung um die Ecke im Schnitt.

Im Ergebnis sehe ich den Jauernig auch genau dort dann als Tipp: Wem der Kropholler zu wenig ist, der ist hier genau richtig, muss aber eben auch entsprechend drauf zahlen. Den Palandt fand ich für Studenten ohnehin immer übertrieben, insofern ist der Jauernig durchaus eine angemessene Anschaffung, von der man sicherlich auch einige Zeit zehren wird.

Daten zum Buch

Jauernig u.a.
Bürgerliches Gesetzbuch – Kommentar
13. Auflage
Verlag C.H.Beck
ISBN 9783406585050
Preis: 59 Euro