Vollziehung einstweiliger Verfügung durch Zustellung an Partei

Durchaus spannend kann sein, ob eine einstweilige Verfügung der Partei selber oder Ihrem Prozessbevollmächtigten zuzustellen ist – nämlich dann, wenn sich dieser erst später klar und vor Erlass der einstweiligen Verfügung nur mit allgemeinen Formulierungen bestellt hat.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf (20 U 101/18) hat insoweit klargestellt, dass eine Beschlussverfügung nicht gemäß § 172 ZPO an den Verfahrensbevollmächtigten zugestellt werden muss, wenn dieser sich noch nicht ausdrücklich für das Verfahren auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bestellt hatte. In diesem Fall hatte der Anwalt lediglich mitgeteilt, “die Antragsgegnerin habe ihn mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragt”. Daraus geht mit dem OLG Düsseldorf gerade nicht eindeutig hervor, ob dies nur für die seinerzeit laufende vorgerichtliche Auseinandersetzung oder auch für ein etwaig sich daran anschließendes gerichtliches Verfahren gelten sollte. Die somit im Raum stehende Bestellung bloß für die vorgerichtliche Korrespondenz reicht aber nicht aus, um die Wirkungen des § 172 ZPO herbeizuführen. Soll eine Bestellung auch für ein späteres gerichtliches Verfahren erfolgen, muss dies zwingend eindeutig erfolgen (dazu auch OLG Düsseldorf, I-20 U 133/17).