Tierhalterhaftung: Tierhalter haftet für Sturz über seinen herumliegenden Hund

Es klingt befremdlich, was das OLG Hamm (19 U 96/12) da entschieden hat – entsprecht aber der juristischen Realität: Da stürzt jemand über einen herumliegenden (schlafenden) Hund und verletzt sich. Der Halter des Hundes muss tatsächlich für die entstandenen Schäden haften. Im vorliegenden Fall hatte sich ein Hund in den Eingangsbereich in einem Geschäft,zwischen Kassenbereich und Ausgang, gelegt und eine ältere Dame stürzte als sie sich an der Kasse herum drehte um das Geschäft zu verlassen. Das OLG sah zum einen die Tierhalterhaftung nach §833 BGB gegeben, da sich hier die typische Gefahr realisiert hat, die mit der Tierhaltung einher geht – dass nämlich ein Tier sich einfach dorthin legt, wo es sich gerade wohl fühlt. Das “gemeine” an der Tierhalterhaftung: Jedenfalls wenn es kein Nutztier ist, sondern ein Haustier (korrekt: “Luxustier”), haftet man aus reiner Gefährdung, ohne sich aus der Haftung herausnehmen zu können. Der einzige Weg um den Schaden zu minimieren ist dann, dass man der Gegenseite ein Mitverschulden nachweist – das aber war hier nicht möglich, das Gericht wollte ein Mitverschulden der gestürzten nicht erkennen.

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