Neuer Skimming-Vorfall in unserer Region

Die Aachener Nachrichten berichten über einen aktuellen Skimming-Vorfall der – jedenfalls für diejenigen, die nicht betroffen sind – durchaus interessant ist: Während die meisten beim Thema „Skimming“ (gemeint ist damit das Ausschnüffeln von EC-Karten-Daten um die Kartendaten kurz danach zum Geldabheben zu nutzen) an Geldautomaten denken, wurde in Jülich eine Bezahlstation einer SB-Tankstelle präpariert. In der Tat ist das nichts wirklich Besonderes: Skimming kann überall dort betrieben werden, wo man die Karte mit dem PIN -Code einsetzt. Und nach dem aktuellen Focus auf Geldautomaten ist es nur naheliegend, auf andere Varianten auszuweichen. Eine SB-Tankstelle, wo auch noch alles schnell gehen soll, ist da ein sehr geeignetes Ziel. Es gab in den vergangenen Jahren auch einmal einen Fall, in dem ein Tankstellenpächter zielgerichtet seine Kunden ausspähte, ebenso gab es den Fall in den USA, dass Zahlungsterminals im Einzelhandel präpariert waren (wovon die Händler nichts wussten).

Wer sich schützen möchte, zahlt Bar. Wer mit Karte zahlt, gleich für wie erfahren er sich hält, muss sich eines gewissen Restrisikos immer bewusst sein. Mit einem gewissen Aufwand kann man das Risiko in den Griff bekommen, indem man ein eigenes Girokonto für alltägliche Kartenzahlungen einsetzt, das über keine Kreditlinie verfügt und mit einem vertretbaren Geldbetrag ausgestattet wird (etwa via Dauerauftrag). Ob man sich aber im Alltag diesem (überschaubaren) Aufwand widmet, muss man selber überlegen.
Betroffene sollten letzten Endes den Weg zum Anwalt nicht scheuen, Erfahrungsgemäß – selbst wenn die Täter nicht gefasst werden bzw. nur die mittellosen „Strohmänner“ – bieten sich dennoch gute Lösungen unter Inanspruchnahme der betroffenen Geldinstitute an. Allerdings: Einfach Strafanzeige erstatten und ansonsten abwarten ist ein schlechter Rat, insbesondere wenn es um vierstellige Summen geht.

Fakt ist: Skimming ist mit Blick auf EC-Karten-Daten heute schon ein Alltagsphänomen, das nicht zu unterschätzen ist. Dabei ist es sogar schon in der Gemeinde Langerwehe aufgetreten (ca. 14.000 Einwohner), man darf sich also nicht unbedingt „auf dem Land“ sicher fühlen. Hinzu kommt, dass mit Blick auf den neuen Personalausweis das Skimming noch erheblich interessanter werden wird. Nutzer von EC-Karten und neuem Personalausweis dürfen das Thema „Skimming“ daher nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen, sondern müssen sich aktiv und präventiv um Schadens- und Risikobegrenzung bemühen.

Dabei der Hinweis zur Weihnachtszeit: Gerade in der Weihnachtszeit, wenn wieder alels hektisch und schnell gehen soll, häufen sich m.E. die Skimming-Vorfälle. Auch hier ist zwischen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und dem Shopping-Wahn beim Abheben von Geld dringend zur Ruhe und einem genauen Blick auf das Terminal zu raten. Wer sich gar nicht auskennt oder nicht weiss, ob er es erkennen würde: Geld nicht an Automaten „im Freien“ abheben, sondern nur an Automaten innerhalb des Kreditinstituts. Üblicherweise verzichten die Ganoven hier auf Skimming-Versuche, weil das Risiko auf Grund der innerhalb des Gebäudes angebrachten Videokameras zu hoch ist. Eine absolute Sicherheit gibt es aber auch hier nicht.

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Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt & Fachanwalt für Informationstechnologierecht Jens Ferner: Ihr Anwalt in Alsdorf für die Region Aachen & Heinsberg. Ich biete eine ausgewogene Mischung aus Vertretung für Verbraucher im Arbeitsrecht, Familienrecht & Erbrecht sowie fokussierter Tätigkeit im Bereich Strafrecht, IT & Medien. Dabei wird eine umfassende Betreuung von Handwerkern & Unternehmen geboten. Besprechungstermin in Alsdorf vereinbaren: 02404-92100. Beachten Sie, dass wir ausnahmslos keine Beratung per Mail oder Telefon anbieten!