Grillen, was ist erlaubt? Rechtfragen rund um das Grillen im Nachbarrecht

Anwalt für Vertragsrecht, AGB und Zivilprozess: Die Rechtsanwälte in der Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf helfen Ihnen im Raum Aachen & Heinsberg bei Ihrem Zivilprozess im Zivilrecht, Vertragsrecht samt AGB-Recht. Ihr Anwalt für Vertragsrecht im Nordkreis - Termin vereinbaren unter 02404-92100.

– was ist Erlaubt? Wenn die Temperaturen steigen wird allernorts der Grill heraus gekramt und am liebsten wieder – zumindest gefühlt – jeden Tag vom Grill gespeist. Erschreckend ist bei etwas derart alltäglichem mit dem in erster Linie Spass verbunden sein sollte, dass hierzu ständig Rechtsfragen aufkommen, etwa dazu, wie oft man darf.

Im Folgenden einige Ausführungen zum Thema Rechtsfragen rund um das und der Frage, was beim erlaubt ist und beachtet werden muss.

erlaubt: Darf man überhaupt ?

Vor dem ist zu klären, ob man überhaupt darf. Grundsätzlich wird dies auf dem eigenen erlaubt sein, müssen aber prüfen, ob in der Hausordnung ein Grillverbot vorgesehen ist. Dies soll wohl auch, wenn es vorgesehen ist, wirksam sein, selbst wenn es ein absolutes Grillverbot ist (LG Essen, 10 S 438/01). An ein solches Grillverbot in einer wirksamen (!) Hausordnung hätte man sich zu halten.

Wann ist das erlaubt?

Grundsätzlich orientieren Sie sich an den üblichen Zeiten, das heisst von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr Abends. Ausserhalb dieses Zeitfensters ist die grundsätzliche Nachruhe zu beachten und jedenfalls bei besonderer Nähe kann ein Grillen nach 22 Uhr zu untersagen sein.

Wie oft darf man ?

Die wohl häufigste Frage, auf die ständig mit Urteilen geantwortet wird. Davon sehe ich hier ganz bewusst ab! Denn es kommt immer auf die Umstände an. Wenn Sie so , dass faktisch kein Nachbar belästigt wird, gibt es schon gar kein Interesse Ihnen das zu untersagen. Wenn Sie aber auf engstem Raum mit anderen Leben, die alle nicht und sie wollen täglich , ist absehbar, dass hier ein Gericht eine Grenze vorgeben würde im Streitfall.

Letztlich sind Entscheidungen in diesem Bereich immer Einzelfallentscheidungen. Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in einem kleinen Mehrfamilienhaus, wo nachweislich jeder (!) Bewohner jedes Wochenende grillt. Wer und vor allem warum sollte Ihnen hier untersagt werden mehr als einmal im Monat zu ? Eine dementsprechende Entscheidung ist daher schlicht Unsinn in diesem Beispiel. Denn tatsächlich ist auch die konkrete Übung und Gewohnheit vor Ort zu berücksichtigen. Es muss also auf das Gesamtbild geachtet werden. Sicherlich, losgelöst vom Einzelfall, wird man auch in Mietshäusern zumindest einmal monatlich dürfen. Auf der anderen Seite ist ein nahezu tägliches mit starker Rauchentwicklung durch Nachbarn sicher nicht hinzunehmen. Irgendwo dazwischen wird man sich einpendeln, abhängig von dem konkreten Bedingungen des Wohnumfelds.

Wie ist zu ?

Auch hier sind Urteile fehl am Platz – zeigen Sie schlicht soziale Rücksichtnahme und denken Sie, losgelöst von der eigenen Begeisterung, an Ihre Nachbarn. Übermäßige Rauchentwicklung ist zu vermeiden und sie sollten grundsätzlich darauf achten, dass Sie grösstmöglichen Abstand zum Nachbarn halten.

Juristisch wird es aber durchaus bei der Frage, wie konkret Sie . Achten Sie auf die üblichen Grundsätze des sicheren s: Kein Brennspiritus, nichts brennbares in der Nähe, Grill muss sicher stehen, nicht unbeaufsichtigt den Grill stehen lassen – kleine Kinder sind keine Aufsicht und bedürfen selber einer Aufsicht!. Ein Verstoss gegen elementare Regeln des sicheren s ist eine Ihrer und begründet eine gegenüber verletzten Dritten. Darüber hinaus gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.

im Freien?

Seien Sie Vorsichtig. Kein Feuer im und im Übrigen nur dort, wo es ausdrücklich zugelassen ist. Wenn Sie ein erlaubtes Feuer im Freien gemacht haben, lassen Sie dieses niemals unbeaufsichtigt und gehen Sie erst, wenn es nachweislich gelöscht ist.

Störendes : Wie kann man sich wehren?

Theoretisch haben betroffene Nachbarn einen . Wenn Sie auf mich hören, denken Sie über sowas gar nicht erst nach – sobald man im nachbarschaftlichen Verhältnis die juristische Keule herausholt macht das Leben untereinander keinen Spass mehr. Erwachsene Menschen reden miteinander und nehmen gegenseitig Rücksicht. Das bedeutet, der eine muss sich nicht über jede Kleinigkeit aufregen und der andere ist Gesprächsbereit ohne reflexartig in Abwehrhaltung zu verfallen, wenn er angesprochen wird. Kurzum: Reden Sie mit Ihrem Nachbarn. Ruhig, ohne Vorwürfe – gehen Sie davon aus, dass er es nicht böse meint, sondern einfach anders lebt. Finden Sie einen gemeinsamen Weg, wie Sie miteinander Leben an Hand obiger Ausführungen.

: Muss eine Ankündigung 48 Stunden vorher erfolgen?

Sie finden bei uns unter dem Stichwort „Grillen“ eine Auswahl verschiedener Beiträge. Darüber hinaus gibt es eine gerichtliche Entscheidung, die von Interesse sind, einfach um zu sehen, wo es vor Gericht hinlaufen kann:

So hat das Amtsgericht Bonn (6 C 545/96) einen verurteilt, nur dann unter Verwendung fossiler Brennstoffe wie Holz, Kohle u.ä. zu , wenn die Nachbarn nicht durch Rauchgase belästigt werden, darüber hinaus dafür Sorge zu tragen, daß eine eine vorherige Ankündigung gegenüber den Nachbarn erfolgt, und zwar 48 Stunden vorher. Spontane Grillfeste kommen da richtig gut an – man sollte es als Drohung auffassen, wie ein gerichtlicher Streit ausgeht. Dem Nachbarn sollte klar sein, dass die Regel auch für Ihn gilt – spontanes fällt auch für ihn flach.

Zugehörige Downloads

  • pdfNachbarrecht - Internet-Version
    Broschüre des Landes NRW zum aus dem April 2018: "Rechtsprobleme an der Gartengrenze (DinA 5 - Format) - unser Dauerbrenner: Hier erfahren Sie, was Sie über das und über die Streitschlichtung in NRW wissen sollten!"
    Dateigröße: 2 MB Downloads: 32
  • pdfFlyer: Gartengrenze
    Flyer des Landes NRW: Rechtsprobleme an der Gartengrenze - Rechtsprobleme an der Gartengrenze - unser Dauerbrenner: Alles, was Sie über das in Nordrhein-Westfalen wissen sollten. (Stand Dezember 2012)
    Dateigröße: 2 MB Downloads: 1124
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt Jens Ferner - Fachanwalt für Informationstechnologierecht: Ich biete eine fokussierte Tätigkeit auf den Bereich Strafrecht, IT-Recht & Medienrecht, Arbeitsrecht sowie den Zivilprozess. Ergänzend dazu bin ich im Arbeitsrecht & Vertragsrecht tätig. Eine umfassende Betreuung von Handwerkern, Agenturen & Unternehmen wird geboten. Kern meiner Tätigkeit ist das Prozessrecht, ganz besonders im Bereich IT-Prozess sowie Klageabwehr im Zivilprozess. Besprechungstermin in Alsdorf vereinbaren: 02404-92100. Beachten Sie, dass wir ausnahmslos keine Beratung per Mail oder Telefon anbieten - es gibt in unserer Kanzlei auch keinerlei kostenlose Tätigkeit!