Grillen: Rechtfragen rund um das Grillen

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Grillen – was ist Erlaubt? Wenn die Temperaturen steigen wird allernorts der Grill heraus gekramt und am liebsten wieder – zumindest gefühlt – jeden Tag vom Grill gespeist. Erschreckend ist bei etwas derart alltäglichem mit dem in erster Linie Spass verbunden sein sollte, dass hierzu ständig Rechtsfragen aufkommen, etwa dazu, wie oft man grillen darf.

Im Folgenden einige Ausführungen zum Thema Rechtsfragen rund um das Grillen.

Darf man überhaupt Grillen?

Vor dem Grillen ist zu klären, ob man überhaupt grillen darf. Grundsätzlich wird dies auf dem eigenen Grundstück erlaubt sein, Mieter müssen aber prüfen, ob in der Hausordnung ein Grillverbot vorgesehen ist. Dies soll wohl auch, wenn es vorgesehen ist, wirksam sein, selbst wenn es ein absolutes Grillverbot ist (LG Essen, 10 S 438/01). An ein solches Grillverbot in einer wirksamen (!) Hausordnung hätte man sich zu halten.

Wann ist das Grillen erlaubt?

Grundsätzlich orientieren Sie sich an den üblichen Zeiten, das heisst von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr Abends. Ausserhalb dieses Zeitfensters ist die grundsätzliche Nachruhe zu beachten und jedenfalls bei besonderer Nähe kann ein Grillen nach 22 Uhr zu untersagen sein.

Wie oft darf man Grillen?

Die wohl häufigste Frage, auf die ständig mit Urteilen geantwortet wird. Davon sehe ich hier ganz bewusst ab! Denn es kommt immer auf die Umstände an. Wenn Sie so grillen, dass faktisch kein Nachbar belästigt wird, gibt es schon gar kein Interesse Ihnen das zu untersagen. Wenn Sie aber auf engstem Raum mit anderen Leben, die alle nicht grillen und sie wollen täglich grillen, ist absehbar, dass hier ein Gericht eine Grenze vorgeben würde im Streitfall.

Letztlich sind Entscheidungen in diesem Bereich immer Einzelfallentscheidungen. Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in einem kleinen Mehrfamilienhaus, wo nachweislich jeder (!) Bewohner jedes Wochenende grillt. Wer und vor allem warum sollte Ihnen hier untersagt werden mehr als einmal im Monat zu grillen? Eine dementsprechende Entscheidung ist daher schlicht Unsinn in diesem Beispiel. Denn tatsächlich ist auch die konkrete Übung und Gewohnheit vor Ort zu berücksichtigen. Es muss also auf das Gesamtbild geachtet werden. Sicherlich, losgelöst vom Einzelfall, wird man auch in Mietshäusern zumindest einmal monatlich grillen dürfen. Auf der anderen Seite ist ein nahezu tägliches Grillen mit starker Rauchentwicklung durch Nachbarn sicher nicht hinzunehmen. Irgendwo dazwischen wird man sich einpendeln, abhängig von dem konkreten Bedingungen des Wohnumfelds.

Wie ist zu grillen?

Auch hier sind Urteile fehl am Platz – zeigen Sie schlicht soziale Rücksichtnahme und denken Sie, losgelöst von der eigenen Begeisterung, an Ihre Nachbarn. Übermäßige Rauchentwicklung ist zu vermeiden und sie sollten grundsätzlich darauf achten, dass Sie grösstmöglichen Abstand zum Nachbarn halten.

Juristisch wird es aber durchaus bei der Frage, wie konkret Sie grillen. Achten Sie auf die üblichen Grundsätze des sicheren Grillens: Kein Brennspiritus, nichts brennbares in der Nähe, Grill muss sicher stehen, nicht unbeaufsichtigt den Grill stehen lassen – kleine Kinder sind keine Aufsicht und bedürfen selber einer Aufsicht!. Ein Verstoss gegen elementare Regeln des sicheren Grillens ist eine Verletzung Ihrer Verkehrssicherungspflicht und begründet eine Haftung gegenüber verletzten Dritten. Darüber hinaus gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.

Grillen im Freien?

Seien Sie Vorsichtig. Kein Feuer im Wald und im Übrigen nur dort, wo es ausdrücklich zugelassen ist. Wenn Sie ein erlaubtes Feuer im Freien gemacht haben, lassen Sie dieses niemals unbeaufsichtigt und gehen Sie erst, wenn es nachweislich gelöscht ist.

Störendes Grillen: Wie kann man sich wehren?

Ja, in der Theorie haben betroffene Nachbarn einen Unterlassungsanspruch. Wenn Sie auf mich hören, denken Sie über sowas gar nicht erst nach – sobald man im nachbarschaftlichen Verhältnis die juristische Keule herausholt macht das Leben untereinander keinen Spass mehr. Erwachsene Menschen reden miteinander und nehmen gegenseitig Rücksicht. Das bedeutet, der eine muss sich nicht über jede Kleinigkeit aufregen und der andere ist Gesprächsbereit ohne reflexartig in Abwehrhaltung zu verfallen, wenn er angesprochen wird. Kurzum: Reden Sie mit Ihrem Nachbarn. Ruhig, ohne Vorwürfe – gehen Sie davon aus, dass er es nicht böse meint, sondern einfach anders lebt. Finden Sie einen gemeinsamen Weg, wie Sie miteinander Leben an Hand obiger Ausführungen.

Grillen: Ankündigung 48 Stunden vorher?

Sie finden bei uns unter dem Stichwort „Grillen“ eine Auswahl verschiedener Beiträge. Darüber hinaus gibt es eine gerichtliche Entscheidung, die von Interesse sind, einfach um zu sehen, wo es vor Gericht hinlaufen kann: So hat das Amtsgericht Bonn (6 C 545/96) einen Mieter verurteilt, nur dann unter Verwendung fossiler Brennstoffe wie Holz, Kohle u.ä. zu grillen, wenn die Nachbarn nicht durch Rauchgase belästigt werden, darüber hinaus dafür Sorge zu tragen, daß eine eine vorherige Ankündigung gegenüber den Nachbarn erfolgt, und zwar 48 Stunden vorher. Spontane Grillfeste kommen da richtig gut an – man sollte es als Drohung auffassen, wie ein gerichtlicher Streit ausgeht. Dem Nachbarn sollte klar sein, dass die Regel auch für Ihn gilt – spontanes Grillen fällt auch für ihn flach.