Fitnessvertrag kündigen in der Praxis: Fitnessstudios schalten auf stur

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Wer glaubt, dass man schwer aus Handy-Verträgen wieder raus kommt, der hatte offenkundig noch keinen Fitness-Vertrag. In der jüngeren Vergangenheit hatte ich dabei mehrere Fälle zu bearbeiten, in denen Betroffene vollkommen zu Recht ihren Vertrag außerordentlich gekündigt haben – die Mitarbeiter des Fitnessstudios sich aber plötzlich als Juristen entpuppten, die meinen Mandanten anfingen, auf ziemlich krude Weise, die vermeintliche Rechtslage zu erklären.

Zwei aktuelle Fälle sind dabei meine „Lieblingsfälle“ geworden:

  • In einer Sache erklärt das Fitnessstudio meinem Mandanten, der ein ärztliches Attest vorlegte, dass er laut AGB verpflichtet sei, ein Attest eines Vertragsarztes des Studios vorzulegen. Inhaltlich würde eine solche AGB keine richterliche Prüfung überleben, zumal der BGH deutlich etwas anderes sagte. Das ist aber in diesem Fall egal, denn: Das was da behauptet wird, steht noch nicht einmal in den AGB. Man kann manchmal nur fasziniert staunen.
  • In einer anderen Sache möchte jemand wegen einer Schwangerschaft raus. Dass dies ein ausserordentlicher Kündigungsgrund ist, sagten schon früher das AG Mühldorf (1 C 832/04) und das AG München (251 C 26718/09). Der BGH (XII ZR 42/10) sagte nunmehr, unter Verweis auf den Standardkommentar zum Thema AGB, auch dazu: „So kann beispielsweise das Vorliegen einer Schwangerschaft ein Grund zur außerordentlichen Kündigung des Vertrages sein“. Aber auch das kann man anders lesen, wenn man nur will – gleich mehrere Fitness-Studios versuchen nun zu erklären, dass der BGH ja das Wörtchen „kann“ benutzt und deswegen der Kündigungsgrund nicht zwingend ist, sondern vom BGH nur möglicherweise anerkannt wird. Ich denke, diese Lächerlichkeit bedarf hier keiner weiteren Ausführungen mehr.

Fazit: Wer im Recht ist, sollte zuerst klagen und am Ende ausnahmslos dafür sorgen, dass die Entscheidung an die örtliche Presse weitergegeben wird. Solange die Presse nicht negativ genug über das Vorgehen der Studios berichtet, wird man sich dort offenkundig keine weitere Mühe geben.

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Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt Jens Ferner - Fachanwalt für Informationstechnologierecht: Ich biete eine fokussierte Tätigkeit auf den Bereich Strafrecht, IT & Medien. Ergänzend dazu bin ich im Arbeitsrecht & Vertragsrecht sowie für Verbraucher vor Ort im Familienrecht & Erbrecht tätig. Eine umfassende Betreuung von Handwerkern, Agenturen & Unternehmen wird geboten. Kern meiner Tätigkeit ist das Prozessrecht, ganz besonders im Bereich IT-Prozess sowie Klageabwehr im Zivilprozess. Besprechungstermin in Alsdorf vereinbaren: 02404-92100. Beachten Sie, dass wir ausnahmslos keine Beratung per Mail oder Telefon anbieten - es gibt in unserer Kanzlei auch keinerlei kostenlose Tätigkeit!