Rechtsanwalt Ferner Alsdorf - Ihr Rechtsanwalt in Alsdorf, Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf

Warenbetrug: Internetbetrug & Betrug bei eBay – Was kann man tun?

Anwaltliche Beratung gewünscht? Wir sind insbesondere tätig im IT-Recht - Vereinbaren Sie einen Termin unter 02404-92100!

Warenbetrug in Online-Shops und bei eBay: Leider ist es keine Seltenheit – und nicht nur bei ebay vorzufinden: Betrug mit privaten Angeboten im Internet. Da wird auf Online-Auktionsplattformen oder in Kleinanzeigen etwas angeboten, was der gutgläubiger Käufer vorab bezahlt – und dann wird nichts geliefert. Die Frage ist: Was tut man jetzt? Ich bin inzwischen auf beiden Seiten aktiv, in mehreren Strafverfahren als Strafverteidiger, in denen es um teils umfassenden Betrug geht; aber ich stehe auch geprellten Käufern bei, die ihr Geld zurückwünschen. Was dabei erschrickt ist, wie blauäugig teilweise vorgegangen wird, zum Nachteil aller Betroffenen.

Das Problem nach einem Warenbetrug: Die Rechtsverfolgung kostet auch wieder Geld. Wer sich einen Rechtsanwalt nimmt, der muss den Anwalt bezahlen. Weitere Schritte sind regelmäßig auch ohne Anwalt mit weiteren Kosten verbunden. Man investiert also Geld in der Hoffnung (und mehr ist es auch nicht) irgendwann etwas wieder zu bekommen. Der Reihe nach:

Betrug bei eBay: Juristisches Standardprogramm bei Internetbetrug

Wer eine Forderung nach einem Warenbetrug hat, der findet in Deutschland ein Standardprogramm vor: Zur Rückzahlung auffordern, nach Verzug vielleicht zum Anwalt, sodann gerichtlicher Mahnbescheid. Wenn kein Widerspruch erfolgt: Vollstreckungsbescheid. Wenn ein Widerspruch erfolgt: Klage. Im Idealfall wird mit dem Vollstreckungsbescheid der Gerichtsvollzieher los geschickt, der dann die Forderung vollstreckt, das Geld wird gezahlt und alles ist gut. Alle Kosten, die man bisher hatte, muss der Gegner – wenn man alles richtig gemacht hat – erstatten, auch dies wird vollstreckt, die Welt ist also in Ordnung.

Betrug bei eBay: Die Realität nach einem Internetbetrug

In den hier betreuten Strafverfahren stelle ich immer wieder fest, dass laufend eben dieses Standardprogramm durchgezogen wird. Dabei ist die vorsichtige Ermittlung des Sachverhaltes erst einmal sinnvoller, bevor man wild weitere kostenauslösende Maßnahmen veranlasst. Denn: Manchmal ist es tatsächlich so, dass jemand ein oder zwei Artikel verkauft aber nicht geliefert hat. Wenn der dann noch einen Job hat, gibt es gute Aussichten, hier am Ende alles an Geld zurück zu erhalten. Man muss aber damit rechnen, dass hier gerade kein Einzelfall vorliegt, sondern dass man einer von vielen, vielleicht Dutzenden oder gar hunderten Betroffenen ist. Dann steht man sprichwörtlich in der Schlange und wartet darauf, dass der Betrüger brav irgendwann mal was bezahlt.

Vollstrecken wird man schliesslich kaum was können: Durch massenhaft Betroffene darf man sicher sein, dass das, was an Vermögen da wäre, schon lange weg ist. Dazu kommt, dass die Forderungen durch die Kosten der Vollstreckung ja auch noch steigen, der wahrscheinlich überforderte Schuldner ist gleich noch mehr belastet. Wenn es dann um einen 60jährigen Arbeitslosen ohne Geld geht, weiss ich nicht, ob man sich damit trösten kann, dass ein Vollstreckungsbescheid 30 Jahre vollstreckbar ist – wo ist die Perspektive sein Geld, dass man nun auch noch zusätzlich ausgegeben hat, wieder zu bekommen?

Neue Hoffnung bei Warenbetrug für Opfer

Durchaus etwas mehr Hoffnung darf man sich als Opfer eines Warenbetrugs aber dann machen, wenn noch Vermögen bei den Straftätern vorhanden ist: Dieses kann die Strafverfolgungsbehörde sicherstellen mit der Zielrichtung, dass Opfer später hieraus entschädigt werden. Während dieses Verfahren früher komplex war und Beteiligte regelmässig überfordert hat, so ist es nach einer Reform der Vermögensabschöpfung zum 01.07.2017 vereinfacht und entschlackt, Opfer können sich hier durchaus Hoffnung auf eine verbesserte Situation machen. Hinzu kommt die Möglichkeit des Adhäsionsverfahrens, mit dem zeitnah noch im Strafverfahren Ansprüche geltend gemacht werden können.

Warenbetrug: Kosten bei Gegenwehr gegen Internetbetrug

Die Frage ist nun: Wie hoch sind denn diese Kosten? Es kommt drauf an, nämlich auf den Betrag der vollstreckt werden soll. Dabei sind die Kosten von 1 Euro bis 500 Euro gleichbleibend, ebenso von 501 Euro bis 1000 Euro. Alleine der Mahnbescheid wird bis 1000 Euro an gerichtlichen Kosten mit 32 Euro zu Buche schlagen. Wenn man den Gerichtsvollzieher beauftragt, etwa mit der Zustellung des Vollstreckungsbescheids und ersten Schritten, wird man wohl mit ca. 30 Euro bis 50 Euro rechnen. Sollte ein Anwalt beauftragt werden, schlägt der mit ca. 128 Euro (bei Forderung bis 500 Euro) bzw. ca. 199 Euro (bei Forderung bis 1000 Euro) zu Buche.

Internetbetrug: Was tun wenn man auf eBay betrogen wurde?

Bei Warenbetrug sollte man erst einmal ordentlich den Sachverhalt ermitteln und nicht blind loslegen. Gerade heute, dank Internet, ist es durchaus möglich, mit vertretbarem Aufwand über viele Schuldner einen Eindruck zu gewinnen. Eine Strafanzeige kann dabei kostenlos gestellt werden, im Zuge der Strafanzeige kann ggfs. über Akteneinsicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Ein strukturiertes Vorgehen braucht zwar auch hier einen Anwalt, kann aber vielleicht durch zielgerichtete Maßnahmen mit weniger Kosten zielführender sein.

Natürlich denken manche – nicht zu Unrecht – daran, dass sie eine Rechtsschutzversicherung haben. Allerdings ist es in meinem Alltag üblich, dass viele eine Selbstbeteiligung von 150 Euro vereinbart haben. Wenn man auf diesem Betrag dann „sitzen bleiben wird“ und abwägen muss, ob er noch in Relation zu dem bereits verlorenen Geld steht, kommt schnell das böse Erwachen nach dem Warenbetrug.

Letztlich muss man sich Gedanken machen, um welche Forderung es bisher geht und ob die Relation gewahrt bleibt. Nicht zu Unrecht sagt der Volksmund insoweit, dass man dem schlechten Geld kein gutes hinterher werfen soll. Einen allgemeinen Rat darüber hinaus kann man aber nicht geben, vielmehr kommt es auf den Einzelfall an und den wichtigen Rat: Erst denken und rechnen, dann weiteres Geld ausgeben.

Hinweis: Ich bin selbstverständlich in diesem Bereich tätig und habe erfolgreich Geschädigte vertreten. Nicht zuletzt wegen meiner Erfahrung aus Strafverfahren wegen eBay-Betrugsserien kann ich den Blick „hinter die Kullissen“ bieten und einschätzen wie sich Sachverhalte regelmäßig entwickeln.

Rechtsanwalt Jens Ferner

Rechtsanwalt Jens Ferner

Fachanwalt für IT-Recht bei Anwaltskanzlei Ferner
Rechtsanwalt Jens Ferner, Fachanwalt für Informationstechnologierecht, berät Sie im gesamten Strafrecht, Arbeitsrecht, Datenschutzrecht, gewerblichem Rechtsschutz und IT-Recht.

Kontakt zur Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf aufnehmen
Rechtsanwalt Jens Ferner

Zugehörige Downloads

  • pdf ib_nigeria-briefe_2011_10
    Das Informationsblatt klärt über Kriminalitätsgefahren durch Vorauszahlungsbetrug bzw. so genannte "Nigeria-Briefe" auf. Hierbei werden in betrügerischer Absicht Briefe, Faxe oder E-Mails meist aus afrikanischen Staaten an willkürlich ausgewählte Adressen versandt und die Empfänger aufgefordert, beim Transfer von Millionenbeträgen behilflich zu sein. Das Informationsblatt beschreibt, wie solche Betrugsdelikte vonstatten gehen, und gibt Tipps zur Vorbeugung bzw. zum Verhalten im Schadensfall. (Quelle: Polizei NRW)
    Dateigröße: 103 KB Downloads: 147
Kurz-URL:

Veröffentlicht von

Rechtsanwalt Jens Ferner

Rechtsanwalt Jens Ferner

Rechtsanwalt in Alsdorf insbesondere zum: Strafrecht, Verkehrsrecht, Wettbewerbsrecht, IT-Recht samt Urheberrecht & Markenrecht, Vertragsrecht und Arbeitsrecht.

Rechtsanwalt Jens Ferner, Fachanwalt für Informationstechnologierecht, berät Sie in sämtlichen medienrechtlichen und strafrechtlichen Fragen. Hierbei mit Schwerpunkten im Strafrecht, Wettbewerbsrecht, Urheberrecht, Datenschutzrecht, Arbeitsrecht und (IT-)Vertragsrecht samt Softwarerecht und AGB.