Reiserecht: Schadensersatz wegen Mehrkosten einer Ersatzreise bei kurzfristiger Stornierung

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Wenn ein Reiseveranstalter kurzfristig eine gebuchte Reise absagt kann unter Umständen dem Reisenden ein Anspruch auf Schadensersatz hinsichtlich der Mehrkosten einer Ersatzreise zu stehen. Denn zum ersatzfähigen Nichterfüllungsschaden gehören im Reiserecht auch die Mehrkosten, welche Reisende aufwenden mussten, um in dem geplanten Reisezeitraum eine Ersatzreise durchführen zu können – dabei muss man nicht zwingend eine möglichst vergleichbare Reise antreten, so das Oberlandesgericht Köln (16 U 31/17):

Der Anspruch ergibt sich aus § 651c Abs. 3 BGB. Nach dieser Vorschrift kann der Reisende, wenn der Veranstalter seiner Pflicht zur Abhilfe nicht nachkommt, selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen. Hierzu können auch die Aufwendungen für eine Ersatzreise gehören (Tonner, in Münchener Kommentar zum BGB, 7. Aufl., § 651f Rn. 35, § 651c Rn. 158; A. Staudinger, in Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2016, § 651c Rn. 179; Führich, Reiserecht, 7. Aufl., § 7 Rn. 166). Entgegen der Ansicht des Landgerichts steht der Ersatzfähigkeit der Kosten nicht bereits entgegen, dass die von der Klägerin und ihrem Ehemann durchgeführte Reise einen anderen Zuschnitt hatte als die gebuchte Reise. Für die Erforderlichkeit der Kosten der Selbstabhilfe ist darauf abzustellen, ob ein verständiger Durchschnittsreisender diese Kosten für erforderlich halten durfte. Danach dürfen die Kosten nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil es sich um ein anderes Reiseziel handelt (Tonner, in Münchener Kommentar zum BGB, 7. Aufl., § 651f Rn. 35, § 651c Rn. 158; A. Staudinger, in Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2016, § 651c Rn. 179; Führich, Reiserecht, 7. Aufl., § 7 Rn. 166)

Es steht also eine Ermessensentscheidung im Raum, die einerseits das Risiko mit sich bringt, dass ein Gericht die Wertung des Reisenden möglicher Weise nicht teilt – andererseits muss man nicht zu Hause sitzen und sich grämen.