Tierhalterhaftung: Mitverursachung oder bloß mittelbare Verursachung ist ausreichend

Der Bundesgerichtshof (VI ZR 467/13) hat nochmals klargestellt, dass zur Haftungsbegründung des Tierhalters die von dem Tier ausgehende Gefahr nicht die einzige Ursache eines eingetretenen Unfalls sein muss. Vielmehr ist die Mitverursachung oder bloß mittelbare Verursachung des Unfalls ausreichend. Hierzu führt der BGH aus:

Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats äußert sich eine typische Tiergefahr in einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbständigen Verhalten des Tieres (…) Führt das Scheuen eines Pferdes zu einer Schädigung, hat sich eine typische Tiergefahr ausgewirkt (…) Das tierische Verhalten muss nicht die einzige Ursache des eingetretenen Unfalles sein. Es genügt vielmehr, wenn das Verhalten des Tieres für die Entstehung des Schadens adäquat mitursächlich geworden ist (…)

Im vorliegenden Fall ging es um mehrere Ponys, die gemeinsam durchgingen aber verschiedenen Haltern gehörten – das Landgericht wollte einen Halter hierbei noch privilegieren, obwohl es feststellte, dass alle Ponys gemeinsam durchgingen. Dies hob der BGH auf, da hier ein gemeinsames “durchgehen” im Raum stand und somit eine Haftung aller Ponys in Frage kommt.

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