Tierhalterhaftung: Halter haftet für frei laufenden Schäferhund

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Stürzt ein Hundehalter, weil ein frei laufender Schäferhund auf ihn und seinen angeleinten Pudel losrennt und ihn dabei berührt, haftet der Halter des Schäferhunds für den dabei entstehenden Schaden. Dabei besteht jedenfalls in dem Fall eine Haftung zu 100 Prozent, in dem sich der Schäferhund beim Losrennen bereits außerhalb der Sichtweite der ihn führenden Person befand.

Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart begründete die volle Haftung des Schäferhund-Halters damit, dass dem Geschädigten weder die grundsätzliche Tiergefahr des von ihm an der Leine geführten Pudels noch ein sonstiges mitwirkendes Verschulden angerechnet werden konnte. Dazu das OLG: Unter Berücksichtigung der von einem frei laufenden Schäferhund ausgehenden Kraft und Energie einerseits und der demgegenüber geringfügigen Kraft und Energie eines angeleinten Pudels andererseits musste die Tiergefahr des Pudels in den Hintergrund treten. Dies galt umso mehr, da sich der Halter des Schäferhunds zum Zeitpunkt des Vorfalls außer Sichtweite befand und den Hund nicht mehr kontrollieren oder zurückrufen konnte. Ein sonstiges mitwirkendes Verschulden des Geschädigten war zu verneinen, da eine optimale Reaktion in der Schrecksituation von ihm nicht gefordert werden konnte (OLG Stuttgart, 10 U 205/01).