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Pferderecht & Tierrecht

Pferdekauf: Weben und Voroperationsnarbe als Sachmangel des Pferdes


Das Landgericht Münster (011 O 301/06) hat festgestellt, dass bei einem Pferdekauf sowohl ein Weben als auch eine Voroperationsnarbe als Sachmangel des Pferdes einzustufen sind:

Ein rechtserheblicher Mangel ist sowohl im „Weben“ als auch in der Operationsnarbe bzw. dem daraus folgenden Umstand einer Voroperation zu sehen.

Nach den überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen (…) schränkt das „Weben“ die gewöhnliche Verwendbarkeit eines Pferdes (…) ein, indem besondere Maßnahmen der Haltung und Fütterung sowie Verständnis des Umfeldes vorausgesetzt werden müssen. Nur bei Hochleistungspferden ist diese Bereitschaft in der Regel uneingeschränkt gegeben.

Hinsichtlich der Operationsnarbe führt der Sachverständige aus, dass Voroperationen generell ein wertbildender Faktor sind. In der mündlichen Verhandlung (…) erläuterte der Sachverständige ergänzend, dass eine Wertminderung deshalb vorliegt, weil eine Narbe in diesem Bereich auf eine Operation- nicht zwingend am Darm- aber doch am offenen Bauchraum schließen lässt. Eine Narbe wie die (…) mindert den Wert des Pferdes um 10 bis 30 %, da die Gefahr von Verwachsungen und Verklebungen besteht. Ein Käufer rechnet nicht mit einer solchen Voroperation. Dabei verkennt das Gericht nicht, dass Abweichungen von der physiologischen Norm nicht allein dewegen als Mangel einzustufen sind, weil der Markt hierauf mit Preisabschlägen reagiert (verg. BGH NJW 2007,1351). Entscheidend für das Vorliegen eines Mangels ist hier das bestehende Risiko von weiteren Erkrankungen und die Tatsache, dass der Käufer nach den überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen mit einer solchen Abweichung der Ist- von der Sollbeschaffenheit nicht rechnen brauchte.

Rechtsanwalt Jens Ferner

Von Rechtsanwalt Jens Ferner

Ich habe mich als Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht fokussiert auf Rechtsfragen rund um Strafrecht, Technik & Arbeitsrecht: IT-Recht, IT-Vertragsrecht, Softwarerecht, künstliche Intelligenz, Datenschutzrecht, Medienrecht ebenso wie IT-Arbeitsrecht, IT-Strafrecht, digitales Werberecht & Urheberrecht. Ergänzend bin ich bei Ordnungswidrigkeiten und im Unternehmensstrafrecht tätig.

Meine juristische Expertise ergänze ich mit umfangreicher technischer Erfahrung als Programmierer & Linux-Systemadministrator inkl. Netzwerksicherheit, IT-Forensik & IT-Risikomanagement.

Hinweis: Ich persönlich habe mich auf die Beratung von Unternehmen konzentriert und vertrete Verbraucher nur noch bei Strafverteidigungen und im Arbeitsrecht. Ich schreibe im Blog mitunter gerne zu Themen für Verbraucher - das ändert nichts an meiner Tätigkeit!