Autokauf: Kein Rücktritt vom Autokauf wegen quietschendem Fenster

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Rechtsanwalt Jens Ferner

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Das Landgericht Dortmund (25 O 6/16) hat entschieden, dass ein quietschendes Fenster keinen Rücktrittsgrund nach einem Autokauf darstellt:

Ein Anspruch auf Rückabwicklung steht der Klägerin auch nicht aufgrund des quietschenden Fensters zu. Insoweit kommt es auf die zwischen den Parteien streitige Frage, ob die Klägerin der Beklagten im Hinblick auf dieses Fenster bereits eine Frist zu Nacherfüllung gesetzt hat, nicht an, denn ein Rücktritt der Klägerin ist auch insoweit gemäß § 323 Abs. 5 S. 2 BGB ausgeschlossen, da die Pflichtverletzung der Beklagten unerheblich ist. Insoweit ist auch bei unterstellter Richtigkeit des klägerischen Vortrags, das Quietschen des Fensters sei irreparabel, ein Rücktrittsgrund nicht gegeben. Denn auch ein unbehebbarer Mangel kann im Einzelfall unerheblich sein, soweit die Gebrauchstauglichkeit nicht berührt wird und der Käufer lediglich einen Minderwert hinnehmen muss. Denn in diesen Fällen wird die Mangelbetroffenheit des Käufers durch die Möglichkeit der Minderung und des „kleinen“ Schadenersatzes hinreichend ausgeglichen. So liegt es hier. Ein quietschendes Fenster mag zwar störend sein, beeinträchtigt aber nicht die Betriebsabläufe und ist auch für den sicheren Gebrauch des Fahrzeugs im Straßenverkehr nicht nachteilig. Allein aus der subjektiven Sorge der Klägerin, das Quietschen könne sich jederzeit derart manifestieren, dass sich das Fenster nicht mehr schließen lasse, ergibt sich nichts anderes, denn die Frage der Erheblichkeit beurteilt sich allein anhand objektiver Kriterien (vgl. Palandt/Grüneberg BGB, 74. Aufl. 2015 § 437 Rn 23).

Dies muss aber aus meiner Sicht sehr differenziert gesehen werden. Nach den Feststellungen ging es tatsächlich darum, dass das Fenster auf der Fahrerseite beim Öffnen und Schließen quietschte. Es gibt aber auch Fehlfunktionen, wo das Fenster durchweg Geräusche produziert, etwa weil es nicht vollständig schliesst und somit ein kleines, aber feines Pfeifgeräusch erzeugt. In diesen Fällen, die auch Aufmerksamkeit beim Fahren konstant kosten, kann man durchaus zu anderen Bewertungen – je nach Einzelfall – gelangen.