Schulschwänzen: Sorgerechtsentziehung auch teilweise möglich

Sorgerecht: Einstweilige Entziehung von Teilen der elterlichen Sorge wegen Schulschwänzens – Ist ein geregelter Schulbesuch durch andere Maßnahmen nicht zu erreichen, kann den Eltern die Personensorge für ihre Kinder teilweise entzogen werden (Urteil OLG Koblenz, 13 WF 282/05).

Hierauf machte das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz im Fall einer Familie aufmerksam, deren drei Kinder nur sehr unregelmäßig die Schule besuchten. Als sich dies trotz gerichtlicher Ermahnung nicht änderte, entzog das Familiengericht den Eltern die Personensorge, soweit diese das Aufenthaltbestimmungsrecht und das Recht zur Regelung schulischer Angelegenheiten betraf.

 

Die hiergegen gerichtete Beschwerde wies das OLG zurück. Da öffentliche Hilfen in der Vergangenheit kein Ergebnis gezeigt hätten, erscheine derzeit nur eine Trennung der Kinder von den Eltern möglich. Nur dadurch sei gewährleistet, dass die Kinder regelmäßig am Schulbesuch teilnähmen. Das OLG verkenne dabei nicht, dass insbesondere der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts im Rahmen der Personensorge eine einschneidende Maßnahme sei. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile einer familiengerichtlichen Maßnahme sei insbesondere auch die Auswirkung auf die Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehung zu berücksichtigen. Vorliegend führe die Abwägung jedoch dazu, dass derzeit keine andere Maßnahme ersichtlich sei, um der Gefährdung des Kindeswohls zu begegnen. Zuletzt seien die Kinder dem Schulunterricht nahezu gänzlich ferngeblieben. Trotz aller Versuche des Jugendamts hätten die Eltern die angebotenen Hilfen nicht wahrgenommen. Sie hätten vielmehr immer andere Ausflüchte gesucht, um die Fehlzeiten zu entschuldigen. Eine vom Jugendamt angebotene stationäre Familienhilfe sei strikt abgelehnt worden. Nachdem alle vom Jugendamt vorgeschlagenen Maßnahmen seitens der Eltern abgelehnt worden seien, verbliebe keine mildere Maßnahme, als der Entzug der teilweisen Personensorge
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
Rechtsanwalt Jens Ferner - Fachanwalt für Informationstechnologierecht: Ich biete eine fokussierte Tätigkeit auf den Bereich Strafrecht, IT & Medien. Ergänzend dazu bin ich im Arbeitsrecht & Vertragsrecht sowie für Verbraucher vor Ort im Familienrecht & Erbrecht tätig. Eine umfassende Betreuung von Handwerkern, Agenturen & Unternehmen wird geboten. Kern meiner Tätigkeit ist das Prozessrecht, ganz besonders im Bereich IT-Prozess sowie Klageabwehr im Zivilprozess. Besprechungstermin in Alsdorf vereinbaren: 02404-92100. Beachten Sie, dass wir ausnahmslos keine Beratung per Mail oder Telefon anbieten - es gibt in unserer Kanzlei auch keinerlei kostenlose Tätigkeit!