Namensrecht: Namensänderung des Kindes nach Heirat

Nachträgliche Namensänderung von Kindern: Wenn die Eltern eines Kindes bei der Geburt nicht verheiratet waren und später heiraten stellt sich die Frage, wie es mit dem Nachnamen aussieht. Tatsächlich können die Elternteile hier gemeinsam einen gemeinsamen Namen der Familie herbeiführen.

Fallgestaltungen zur Namensänderung des Kindes

Geburt bei nichtverheirateten Eltern (ohne Regelung)

Erst einmal gilt, dass wenn die Eltern bei der Geburt des Kindes denselben Familiennamen geführt haben, das Kind ebenfalls diesen Namen erhält. Übrigens auch, wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt bereits wieder geschieden waren. Wenn Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheirateten waren, erhält mit dem Gesetz grundsätzlich die Mutter das alleine Sorgerecht und hiermit das Kind (nur) den Namen der Mutter.

Geburt bei nichtverheirateten Eltern (mit Regelung vor Geburt)

Wenn die Eltern schlicht nicht heiraten möchten, im Übrigen aber als Familie zusammenleben wäre meine Empfehlung, sich vor der Geburt um eine Regelung zu bemühen. Dies auch, weil inzwischen vom Sorgerecht ausgeschlossene Väter deutlich leichter als früher ein gemeinsames Sorgerecht gerichtlich geltend machen können – man kann hier viel Ärger mit einer rechtzeitigen Regelung vermeiden, wenn man ohnehin alles regeln möchte.

Nicht miteinander verheiratete Eltern können schon vor der Geburt eine sogenannte “Sorgerechtserklärung” abgeben, mit der ein gemeinsames Sorgerecht vereinbart ist. Dies kann im Nachhinein auch nicht mehr einseitig verändert werden, hierzu ist eine gerichtliche Entscheidung notwendig. Wenn man diesen Weg geht, kann binnen eines Monats nach der Geburt des Kindes der Name eines Elternteils zum Familiennamen des Kindes bestimmt werden (§ 1617 Absatz  1 Satz 1 BGB), also unmittelbar mit der Namensanmeldung der gewünschte Name vergeben werden.

Geburt bei nichtverheirateten Eltern (mit Regelung oder Heirat nach Geburt)

Deutlich komplizierter ist es, wenn die Sorgerechtserklärung erst nach der Geburt getroffen wird. In diesem Fall erhält das Kind wie Üblich den Nachnamen der Mutter. Eine Änderung ist dann bei kumulativem Vorliegen folgender Voraussetzungen möglich:

  • Wenn die Eltern nicht verheiratet sind und bleiben, kann gemeinsam binnen 3 Monaten nach der Sorgerechtserklärung der Namenswechsel gewünscht werden. Wenn das Kind 5 Jahre oder älter ist, muss es zustimmen.
  • Wenn die bisher nicht verheirateten Eltern nach der Geburt heiraten und einen Namen als gemeinsamen Namen führen, so erhält auch das Kind diesen Namen (wenn es älter als 5 Jahre ist muss es wieder zustimmen!).
  • Wenn die bisher nicht verheirateten Eltern nach der Geburt heiraten und keinen Namen als gemeinsamen Namen führen, so erhält das Kind einen anderen Namen als bisher, wenn dies binnen 3 Monaten beantragt wird und diese Frist nicht durch vorherige Sorgerechtserklärung schon mal ausgelöst wurde (wenn es älter als 5 Jahre ist muss es wieder zustimmen!).

Hinweis: Davon zu unterscheiden ist die Namensänderung des Kindes nach einer Scheidungebenso die Frage welchen Namen der ehemalige Partner nach der Scheidung führt.

Praktisches zur Änderung des Nachnamens des Kindes

Namensänderungen erfolgen in der Regel durch abzugebende Erklärungen gegenüber dem zuständigen Standesbeamten, die öffentlich zu beglaubigen sind. Grundsätzlich können die zur Namensänderung notwendigen Erklärungen bei jedem Standesbeamten abgegeben werden. Wirksam werden sie aber erst durch die Entgegennahme des zuständigen Standesbeamten! In vielen Fällen ist dies der Standesbeamte, der das Geburtenregister des Kindes führt (also das Standesamt am Geburtsort). Sollte das Kind im Ausland geboren sein, ist der Standesbeamte des Wohnsitzes für die Entgegennahme der Erklärung zuständig. Als vorzulegende Unterlagen sollten sie in jedem Fall vorbereiten:

  • aktuelle Geburtsurkunde des Kindes mit Eintragung von Vater und Mutter,
  • Sorgerechtsnachweis,
  • Geburtsurkunden des Vaters und der Mutter,
  • Personalausweis oder Reisepass

Ein ernst gemeinter Ratschlag: Am besten immer vorher um alles kümmern, die Standesämtern beraten in diesen Angelegenheiten. Auf Grund der laufenden Fristen sollten Sie sich möglichst vor Abgabe einer Sorgerechtserklärung oder Hochzeit informiert und abschliessend Gedanken gemacht haben wie mit dem Nachnamen des Kindes zu verfahren ist.

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