Erbrecht: Testament ist auch nach Ende der nichtehelichen Lebensgemeinschaft wirksam

Durch die Auflösung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft wird ein Testament zu Gunsten des ehemaligen Partners nicht unwirksam.Dieser Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle lag folgender Fall zu Grunde: Eine Frau hatte ihren Lebensgefährten als Erben eingesetzt. Nach der Trennung des Paares verstarb die Frau. Ihre Familie hielt ihr Testament wegen der Trennung für unwirksam und beanspruchte die Erbschaft für sich.

Das OLG sah dies nicht so. Zwar sehe das Gesetz vor, dass ein Testament im Falle einer Scheidung unwirksam werde. Gleiches gelte bei der Auflösung eines Verlöbnisses. Diese Vorschriften könnten aber nicht auf die nichteheliche Lebensgemeinschaft übertragen werden. Die nichteheliche Lebensgemeinschaft werde üblicherweise ohne rechtliche Bindung und ohne bestimmte Dauer eingegangen. Nur der Ehe komme dagegen eine lebenslange familienrechtliche Bindung zu. Diese familienrechtliche Bindung der Ehe sei oftmals der Grund für die Erbeinsetzung. Falle die Bindung durch Scheidung weg, solle im Zweifel auch die testamentarische Bindung nicht mehr gelten (OLG Celle, 6 W 45/03).

Beitrag wurde zuletzt aktualisiert: