Parkett: Starker Lösungsgeruch ist ein Mangel

Geht von einer Parkettversiegelung monatelang ein starker Lösungsmittelgeruch aus, ist dies ein Mangel der Ausführung. Das gilt selbst, wenn keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind und die festgelegten Schadstoffbelastungskennzahlen nicht überschritten werden.

Mit dieser Entscheidung gab das Oberlandesgericht (OLG) Köln der Klage eines Hauseigentümers gegen einen Unternehmer statt und verurteilte diesen zu Schadenersatz. Das OLG machte deutlich, dass bei üblicher Belüftung normalerweise nach zwei bis drei Wochen, spätestens aber nach zwei bis drei Monaten kein störender Lösungsmittelgeruch einer Parkettversiegelung mehr wahrgenommen werden kann. Eine darüber hinausgehende Geruchsbelästigung ist unüblich und für den Hauseigentümer daher unzumutbar. Das OLG verurteilte den Unternehmer deshalb zum Ersatz der Kosten einer Neuversiegelung. Darüber hinaus musste er dem Hauseigentümer Entschädigung für die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit der Wohnung leisten: Schlaf- und Wohnzimmer sind von zentraler Bedeutung für die Nutzbarkeit einer Wohnung. Wird deren Nutzung durch die Geruchsbelästigung gravierend eingeschränkt, verpflichtet dies zur Nutzungsentschädigung (OLG Köln, 3 U 66/02).

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