Fliesenleger: Darf auf Freigabe des Architekten vertrauen

Der Fliesenleger darf die Mitteilung des vom Bauherrn eingeschalteten Architekten, er habe die Verlegereife des Estrichs mit dem Estrichleger geprüft und gebe den Boden zur Verlegung frei, als schlüssigen Verzicht auf eine eigene Feuchtigkeitsmessung auffassen.

Mit dieser Begründung wies das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt die Klage eines Bauherrn gegen einen Fliesenleger zurück. Dieser hatte nach der Freigabe des Architekten den Estrich selbst nicht mehr geprüft und die Fliesen aufgebracht. Da der Estrich zu feucht war, lösten sich die Fliesen und mussten neu verlegt werden. Der Bauherr verweigerte daraufhin die Bezahlung des Fliesenlegers und verlangte Schadenersatz.

Das OLG machte deutlich, dass der Bauherr trotz der sich lösenden Fliesen keine Gewährleistungsrechte geltend machen könne. Die Mängel seien durch den Fliesenleger nicht zu vertreten. Die Freigabe durch den Architekten sei als fachliche Vorgabe zu sehen, die den Fliesenleger von einer eigenen Prüfungspflicht entbinde. Dieses Verhalten des Architekten müsse sich der Bauherr anrechnen lassen (OLG Frankfurt, 17 U 227/01).

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