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Dachdecker: Wer das Dach abdeckt, muss Schutzmaßnahmen gegen Regen ergreifen

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Wird bei Dachdeckarbeiten ein vorhandenes Dach geöffnet, so ist der Dachdecker oder Zimmerer verpflichtet, durch geeignete Maßnahmen den Eintritt von Niederschlägen in das darunter liegende ungeschützte Wohnhaus zu verhindern. Dies gilt auch bei Arbeiten in den Sommermonaten.

Dies musste sich ein Dachdecker durch das Oberlandesgericht (OLG) Celle vorhalten lassen. Er hatte im Auftrag eines Hauseigentümers bei dessen Umbau das alte Dach abgebaut und einen neuen Dachstuhl errichtet. Am Ende des Arbeitstags war der Dachstuhl noch nicht mit den vorgesehenen Unterdachplatten versehen. Auch die Dachziegel waren noch nicht aufgebracht. Der Dachdecker verließ die Baustelle, ohne ein Notdach anzubringen oder über den Dachsparren eine wasserabweisende Plane auszulegen. In der Nacht kam es zu starken Regenfällen. Das Wasser drang durch das offene Dach in das Haus und verursachte dort erhebliche Schäden.

Das OLG machte deutlich, dass es eine vertragliche Nebenpflicht des Dachdeckers ist, das Eigentum des Auftraggebers vor Schäden als Folge seiner Arbeiten zu schützen. Diese allgemeine Schutzpflicht verpflichtet den Dachdecker, den Eintritt von vorhersehbaren Niederschlägen durch die von ihm geschaffenen Öffnungen zu verhindern. Hierzu gehört insbesondere eine behelfsmäßige Abdeckung von Dachöffnungen, wenn sich die Arbeiten – wie hier – über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinziehen. Das gilt erst recht, wenn das Haus während der Dachdeckerarbeiten weiterhin bewohnt wird und sich Möbel darin befinden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob auf Grund der Wetterlage und der Wettervorhersage mit starken Regenfällen konkret zu rechnen war oder nicht. Da heftige Regenfälle – auch im Sommer – nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, handelt es sich um eine grundsätzliche Verpflichtung des Dachdeckers (OLG Celle, Urteil vom 26.9.2002).

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