Arztrecht: Aufklärungspflicht des Zahnarztes bei Weisheitszahnentfernung

Ein Zahnarzt muss den Patienten vor einer Weisheitszahnentfernung über die hiermit verbundenen Risiken aufklären, wenn die Entfernung nicht dringend erforderlich ist. Unterlässt er dies, ist er dem Patienten beim Eintritt von Komplikationen schadenersatzpflichtig.

Dies musste sich ein Zahnarzt sagen lassen, der nicht nachweisen konnte, dass er einen Patienten über die Möglichkeit einer Wund-Entzündung aufgeklärt hatte. Als nach der Behandlung eine mehrere Wochen andauernde Entzündung eintrat, verklagte ihn der Patient auf Schadenersatz.

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln sprach dem Patienten ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 EUR zu. Der Zahnarzt hafte dem Patienten aus dem Gesichtspunkt unzureichender Aufklärung über die mit der Entfernung des Weisheitszahnes verbundenen Risiken. Es sei nicht ungewöhnlich, dass im Zuge einer Weisheitszahnentfernung eine Entzündung entstehen könne, da im Mund keine sterilen Bedingungen herrschen. Hierüber hätte der Zahnarzt aufklären müssen. Da im vorliegenden Falle die Zahnbehandlung nicht unbedingt erforderlich gewesen sei, wäre diese Aufklärung für die Entscheidung des Patienten, sich dem Eingriff zu unterziehen, besonders wichtig gewesen (OLG Köln, 5 U 52/02).

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