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Zivilrecht & ZPO

Wohnungsbrand: Keine Versicherungsentschädigung bei unbeaufsichtigtem Kamin

Ein Feuerversicherer muss keine Entschädigung für ein durch Brand zerstörtes Haus zahlen, wenn der Versicherungsnehmer den Brand „grob fahrlässig“ verursacht hat.

Mit dieser Entscheidung hat das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz einem Versicherungsnehmer Schadenersatzleistungen gegen seine Feuerversicherung versagt. Der Versicherungsnehmer hatte einen zum Verbrennen von Papier und Pappe genutzten Grillkamin eine Stunde unbeaufsichtigt gelassen. Er bemerkte daher nicht, dass neben dem Kamin liegendes Holz durch Funkenflug in Brand geraten war. Das Feuer griff auf das Wohnhaus über und verursachte hohen Sachschaden.

Das OLG war der Ansicht, das Unbeaufsichtigtlassen des Kamins sei „grob fahrlässig“ gewesen. Da sich im Kamin noch nicht vollständig erloschene Asche und Glut befand, musste der Versicherungsnehmer mit einem Brand infolge Funkenflugs rechnen. Das galt umso mehr, da der Kamin nach zwei Seiten offen war, ein leichter Wind herrschte und zu dem neben dem Kamin liegenden Holzstapel nur ein geringer Abstand war. Durch die einstündige Abwesenheit hat der Versicherungsnehmer seine Sorgfaltspflichten in gesteigertem Maße außer Acht gelassen. Der Feuerversicherer konnte sich daher auf Leistungsfreiheit berufen (OLG Koblenz, 10 U 193/02).

Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht | Tel: 02404-92100
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