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Strafrecht

Welche Rechte haben Opfer einer Straftat? Was tun bei häuslicher Gewalt?

Rechte der Opfer einer Straftat, insbesondere häuslicher Gewalt: Wenn Sie durch die Straftat eines anderen verletzt wurden, haben Sie verschiedene Rechte, die Sie kennen und auch nutzen sollten. Insbesondere können Ihnen Anwälte ganz erheblich bei der Wahrnehmung Ihrer Rechte als Opfer einer Straftat behilflich sein sowie Schutzverbände als Unterstützung insgesamt dienen.

In diesem Beitrag erhalten Sie eine erste Übersicht über Ihre inzwischen recht weitreichenden Rechte als Verletzte/r einer Straftat – am Ende der Seite findet sich auch eine Übersicht mit häufigen Fragen und Anworten sowie Flyer und weiterführende Downloads.

Sind Sie in Not oder Sorge – suchen Sie Hilfe, man hilft Ihnen gerne:

Strafanzeige erstatten

So einfach es klingt ist es doch für viele ein schwerer Schritt – die Erstattung der Strafanzeige und die damit verbundene Offenbarung des Sachverhalts, gerade aber nicht nur bei Sexualstraftaten. Dabei gilt: Wenn Sie eine Strafanzeige erstattet haben, können Sie diese nicht mehr einfach zurücknehmen, denn die Ermittlungsbehörden müssen grundsätzlich jede angezeigte Straftat verfolgen.

Schutz durch das Recht

Sie werden in Ihrer körperlichen Integrität und Ihrem Lebensumfeld durch eine Vielzahl von gesetzlichen Regelungen geschützt. So ist die Verletzung des Körpers eine Straftat, ebenso wie bereits das „Nachstellen“, das so genannte „Stalking“ eine Straftat darstellt. Während das Strafrecht erst repressiv auf bereits begangenes Verhalten reagiert, sind Sie im Bereich des Gewaltschutzes auch geschützt insofern, als dass vorbeugend Rechtsschutz vor eventuell zu erwartendem Verhalten erzielt werden kann. Dabei geht es nicht nur um physische Übergriffe sondern auch um psychische Übergriffe, auch im rein digitalen Umfeld. Ergänzt wird das Ganze durch zivilrechtlichen Schutz und Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Informationen

In unserem Rechtssystem hat man längst erkannt, dass das Opfer einer Straftat eben nicht nur „Geschädigter“ und „Zeuge“ ist, sondern dass es eigene Rechte bedarf um seine Sphäre zu schützen. Zuvorderst sind hier Rechte auf Information zu nennen, so haben Opfer einer Straftat insbesondere folgende Rechte:

  • Ausstellung der schriftlichen Bestätigung der Strafanzeige.
  • Mitteilung über eventuelle Einstellung des Verfahrens
  • Mitteilung über erhobene Vorwürfe, Ort und Zeitpunkt des Verfahrens
  • Mitteilung über den Ausgang des Verfahrens
  • Mitteilung über Haft des Beschuldigten
  • Mitteilung über ein eventuelles Kontaktverbot

Als Zeuge nicht alleine sein

Als Opfer einer Straftat wird Ihre Zeugenaussage benötigt werden; selbst bei einem voll geständigen Täter wird sich das Gericht einen Überblick darüber verschaffen wollen, wie es Ihnen heute mit der Tat geht und welche Folgen sich für Sie ergeben haben, da es sich hierbei um Strafzumessungsfaktoren handelt. In dieser Situation müssen Sie nicht alleine sein, Sie können eine Begleitung mitbringen, natürlich auch einen Rechtsanwalt, der Ihnen zur Seite steht. Darüber hinaus gibt es bei Sexualdelikten die Möglichkeit der psychosozialen Betreuung (dazu siehe die FAQ am Ende des Beitrag). Darüber hinaus beachten Sie den Beitrag „Ihre Rechte als Zeuge“.

Was tun bei häuslicher Gewalt?

„Häusliche Gewalt“ ist Gewalt – in einem Bereich, der von Vertrauen und Schutz geprägt sein sollte. Den Opfern häuslicher Gewalt wird auf vielfältige Weise geholfen, insbesondere kann die hinzugerufene Polizei noch vor Ort sofort eine Wohnungsverweisung aussprechen. Beachten Sie des Weiteren bitte unten meine FAQ-Eintrag „Was tun bei häuslicher Gewalt“.

Wenn Sie als Frau aus dem Haushalt geflüchtet sind und nicht weiter wissen: Rufen Sie die Nummer der Frauenhäuser in der Städteregion Aachen unter 02404 / 91 00 0 an!

Statistik: Opferhilfe und häuslicher Gewalt
Welche Rechte haben Opfer einer Straftat? Was tun bei häuslicher Gewalt? 17

Anwaltlich im Zuge der Nebenklage vertreten lassen

Bei bestimmten Taten oder Tatfolgen steht Ihnen die Möglichkeit offen, sich als Nebenkläger dem Verfahren anzuschliessen: Sie haben dann eigene Verfahrensrechte und können neben der Staatsanwaltschaft gesondert als Verfahrensbeteiligter auftreten bzw. sich hierbei durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen (zu den Voraussetzungen und besonderen Rechten siehe die FAQ am Ende des Beitrags).

Wenn Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, können Ihnen Kosten entstehen. Wird der bzw. die Angeklagte verurteilt, muss dieser die Rechts­anwaltskosten übernehmen. Weil dies wohl selten zum Erfolg führt gibt es besondere Regelungen:

  • Bei schweren Gewalt- oder Sexualstraftaten können Sie einen Rechtsanwalt auf Staatskosten zur Wahrnehmung Ihrer Rechte beigeordnet bekommen;
  • Wenn Sie zur Nebenklage berechtigt sind ohne dass es sich um eine mögliche Beiordnung auf Staatskosten handelt, kann eine Tätigkeit im Rahmen von Prozesskostenhilfe in Betracht kommen.

Lassen Sie sich an diesem Punkt beraten, Sie erhalten bei Bedürftigkeit einen Beratungshilfeschein oder auch sonst eventuell einen Beratungsscheck von Opfer-Organisationen wie dem Weissen Ring e.V. In unserer Kanzlei ist die erste Einschätzung ob eine Tätigkeit sinnvoll ist (ohne Beratung zur Sache im Übrigen) ohnehin kostenlos, so dass Sie als Opfer einer Straftat ohne Kostenrisiko bei uns einen Termin vereinbaren können.

Schadensersatz und Schmerzensgeld

Sie werden eventuell Schmerzen erlitten haben – auch psychische Beeinträchtigungen sind hier relevant – wie Sie möglicherweise einen materiellen Schaden erlitten haben. Ihnen stehen hier Schadensersatz und Schmerzensgeld zu, die unmittelbar im Strafprozess im Zuge des so genannten „Adhäsionsverfahrens“ geltend gemacht werden können. Die Höhe des Schmerzensgeldes ist vom Einzelfall abhängig, unsere Kanzlei ist auch hier behilflich – eine kleine Schmerzensgeldtabelle finden Sie bei uns für einen interessierten ersten Einblick.

Rechte von Angehörigen

Wenn jemand getötet wird, können nahestehende Angehörige als Nebenkläger auftreten und haben in diesem Fall die Möglichkeit eigene Verfahrensrechte wahrzunehmen.

Häufige Fragen zur Opferhilfe

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Links Zum Thema Opferschutz

  • Online ­Datenbank für Betroffene von Straftaten: www.odabs.org
  • Infoportal des Familienministeriums: www.bmjv.de/opferschutz
  • Portal für Kinder: www.gewalt-ist-nie-ok.de
Welche Rechte haben Opfer einer Straftat? Was tun bei häuslicher Gewalt? - Ferner: Rechtsanwalt für Strafrecht, Verkehrsrecht, IT-Recht Aachen
Welche Rechte haben Opfer einer Straftat? Was tun bei häuslicher Gewalt? 18
Rechtsanwalt Jens Ferner: Strafverteidiger & Fachanwalt für IT-Recht | kontakt@ferner-alsdorf.de
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Zugehörige Downloads

  • pdfFlyer2015
    Flyer: Fachstellen gegen häusliche Gewalt in der StädteRegion Aachen
    Dateigröße: 2 MB
  • pdfPsychosoziale_Prozessbegleitung
    Psychosoziale Prozessbegleitung: Sie oder Ihr Kind ist Opfer einer Gewalt- oder Sexualstraftat geworden oder Sie haben einen nahen Angehörigen durch ein Tötungsdelikt verloren? Dann haben Sie neben der Verarbeitung dieses Erlebnisses nun möglicherweise auch einen Strafprozess durchzustehen. Die psychosoziale Prozessbegleitung ist dafür da, Ihnen zu helfen.
    Dateigröße: 369 kB
  • pdfIch_habe_Rechte
    Ich habe Rechte: Ein Wegweiser durch das Strafverfahren für jugendliche Zeuginnen und Zeugen des BMJV
    Dateigröße: 4 MB
  • pdfOpfermerkblatt
    Broschüre des BMJ: Merkblatt für Opfer einer Straftat Stand: 1. Juni 2018 Dieses Merkblatt soll einen ersten Überblick darüber geben, wo Sie Hilfe finden und welche Rechte sie haben.
    Dateigröße: 235 kB
  • pdfOpferfibel
    Broschüre des BMJ: OpferFibel Stand: 1. Juni 2018 Rechte von Verletzten und Geschädigten in Strafverfahren.
    Dateigröße: 2 MB
  • pdfhr_herausforderung-gewalt_2011-05
    Vorfälle schwerer Gewalt an Schulen sind in Deutschland glücklicherweise sehr selten. Doch Mobbing oder Beleidigung stehen in vielen Schulen auf der Tagesordnung. Gerade diese vermeintlich kleineren Vorfälle gilt es ernst zu nehmen, um möglichen Gewaltentwicklungen früh und effektiv vorzubeugen. Hier wächst den Schulen immer mehr die Aufgabe zu, neben der Vermittlung von Wissen auch den Erwerb persönlicher und gemeinschaftlicher Wertorientierungen zu fördern. Aktuelle Informationen zum Thema Gewalt sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu deren Prävention in der Schule liefert die Handreichung „Herausforderung Gewalt“, die maßgeblich von Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie überarbeitet wurde. Sie konzentriert sich auf das erfolgreich evaluierte Interventionsprogramm des Psychologen Dan Olweus. Ziel des Programms ist, die präventiven Maßnahmen dauerhaft in den Schulalltag einzubetten, um eine schulische Umgebung zu schaffen, die auf der einen Seite von Wärme und Anteilnahme gekennzeichnet ist, auf der anderen Seite aber feste Grenzen gegen inakzeptable Verhaltensweisen setzt. Dazu werden die wichtigsten Bausteine einer gewaltpräventiven Arbeit an Schulen und deren Umsetzung beschrieben. Ergänzt wird dieser Themenblock mit umfangreichen Materialien für den Einsatz in der Praxis. Auch Hinweise und Präventionsansätze zu neuen und besonderen Erscheinungsformen von Gewalt unter jungen Menschen, wie Gewalt in den „Neuen Medien“ oder als Amokläufe bezeichnete Mehrfachtötungen mit unklarer Motivlage, umfasst die Handreichung. Bei allen Maßnahmen steht die Verantwortung für die Opfer und deren Schutz im Vordergrund. Die Anlage „Leitfaden Klassenklima“ enthält beispielhafte Fragebögen und Auswertungsleitfäden zum Klassenklima und zur sozialen Kompetenz in Schulklassen. Ein wertschätzendes Klassen- und Schulklima erleichtert das Lernen und wirkt präventiv gegenüber normabweichendem Verhalten. Mit den Fragebögen und den Auswertungsleitfäden kann der jeweilige Ist-Zustand erhoben werden, um daran anknüpfend Maßnahmen zur Verbesserung vorzunehmen.
    Dateigröße: 2 MB
  • pdfa719-hilfe-fuer-opfer-von-gewalttaten-256
    Sehr umfangreiche Broschüre des Bundesarbeitsministeriums: Hilfe für Opfer von Gewalttaten
    Dateigröße: 535 kB
  • pdfbr_sicher-zuhause_2015-11
    Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen Menschen im fortgeschrittenen Alter und bei eingeschränkter Mobilität besonders ausgesetzt sind. Im Vordergrund stehen dabei Tipps, wie man sich vor solchen Delikten schützen kann. So gibt es Informationen zu Gefahren an der Haustür, da Täter vielseitige Tricks anwenden, um in die Wohnung älterer Menschen zu gelangen und an deren Bargeld oder Schmuck heranzukommen. Ein anderer Abschnitt in der Broschüre befasst sich mit Gefahren am Telefon, u. a. mit dem so genannten Enkeltrick, dem Betrug durch falsche Gewinnversprechen oder einer Abzockmasche per Telefon. Weiterhin enthalten sind Informationen zur Opferhilfeinrichtung WEISSER RING sowie Adressen von (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen. (Quelle: Polizei NRW)
    Dateigröße: 5 MB
  • pdfbr_wege-aus-der-gewalt_2011-09
    Die Broschüre informiert über Ursachen von Gewalt. Sie geht dabei besonders auf die Bedeutung von Familie und Erziehung, die Wohn- und Lebensbedingungen, den Einfluss der Gruppe sowie die Wirkung gewalthaltiger Filme und Videospiele auf junge Menschen ein. Die möglichen Folgen von Gewalthandlungen werden zum einen für die Opfer und zum anderen für die Täter dargestellt. Eltern und andere Erziehungsverantwortliche bekommen Tipps, wie sie Kinder und Jugendliche davor bewahren können, Opfer - und vor allem wiederholtes Opfer - von Gewalttätigkeiten anderer junger Menschen zu werden. Des Weiteren sind Hinweise enthalten, wie Kindern dabei geholfen werden kann, Konflikte friedlich zu lösen. Für die als Zeuge indirekt mit Gewalt konfrontierten jungen Menschen sind in knapper Form sechs Grundregeln beschrieben, wie in Gewaltsituationen Hilfe geleistet bzw. mit Zivilcourage reagiert werden kann.
    Dateigröße: 2 MB
  • pdfSchutz_haeusliche_Gewalt
    Broschüre des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt Stand: 1. August 2017 In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz.
    Dateigröße: 821 kB
  • pdfbr_sicher-leben_2015-11
    Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen ältere Menschen in besonderer Weise ausgesetzt sind, und gibt Tipps zum wirksamen Schutz vor solchen Straftaten. Sie erläutert Gefahren an der Haustür und damit verbundene Diebstahlsdelikte sowie Gefahren am Telefon, wie den so genannten Enkeltrick oder falsche Gewinnversprechen. Weiterhin wird über Internetsicherheit, Gefahren im Internet und Soziale Netzwerke informiert. Ein anderer Abschnitt der Broschüre weist auf Gefahren hin, die einem unterwegs begegnen können, wie Handtaschenraub, Taschendiebstahl oder dubiose Kaffeefahrten. Wichtige Hinweise finden Leser darüber hinaus auch im Abschnitt Gewalt in der Pflege oder zu den Vorteilen von positiven nachbarschaftlichen Kontakten. Am Ende stehen Hinweise auf weiterführende Informationen und Materialien zum Themenkomplex, das Angebot der Opferhilfeinrichtung WEISSER RING sowie Adressen von Polizeilichen Beratungsstellen gelistet. (Quelle Polizei NRW)
    Dateigröße: 8 MB
  • pdfFlyer: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt
    Flyer des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt - In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz. (Stand: 01.08.2015)
    Dateigröße: 995 kB