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Strafrecht

Ab wann erhält man einen Pflichtverteidiger?

Wann erhält man einen Pflichtverteidiger: Es gibt zahlreiche Fälle (siehe nur §140 StPO), bei denen eine Pflichtverteidigung vorgesehen ist – die Wichtigsten in der Praxis sind:

  • Es geht um eine Tat bei der mehr als 1 Jahr Freiheitsstrafe im Gesetz mindestens vorgesehen ist;
  • Die Hauptverhandlung findet in 1. Instanz vor dem Schöffengericht oder einem höheren Gericht statt bzw. dies ist absehbar.
  • Untersuchungshaft wird vollstreckt;
  • Sie sind ganz allgemein nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Das kann sein, wenn Sie selbst geistig derart beschränkt sind, dass Sie den Sachverhalt nicht erfassen können, geschweige denn sich rechtliche Gedanken machen können. Oder die Sachlage oder Rechtslage ist derart anspruchsvoll, dass kein normal intelligenter Mensch ohne juristische Ausbildung es erfassen kann. An dieser Stelle sind Gerichte bekanntlich eher Streng.

Auf Strafverteidigung spezialisierte Fachanwälte für Strafrecht sind im strafrechtlichen Notfall, bei Durchsuchung, Anklage, Haft, Bewährungswiderruf, Beschuldigtenvernehmung kurzfristig verfügbar.
Strafverteidiger-Notruf : 0175 1075646 (wir bieten keine kostenlose Erstberatung, schätzen aber am Telefon ein, wie sinnvoll unsere Beauftragung ist!)

Keine Prüfung der Bedürftigkeit

Bei der Pflichtverteidigung nach deutschem Recht kommt es dagegen nicht darauf an, ob Sie bedürftig sind! Es ist also keine Frage des Einkommens, wenn man sich fragt „wann erhält man einen Pflichtverteidiger“: Wenn ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt, bekommen Sie einen Pflichtverteidiger – Punkt. Ihr bereits ausgesuchter Verteidiger wird dann halt als Pflichtverteidiger beigeordnet, aber Sie haben in jedem Fall einen Pflichtverteidiger.

Der Gedanke ist, dass man in unserem System glaubt, dass ein ordnungsgemäßes Verfahren unter bestimmten Umständen immer einen Verteidiger braucht. Es ist schlicht undenkbar, dass jemand wegen etwas so Schwerwiegendem wie einem Mord verurteilt wird und keinen Rechtsanwalt hatte, allein weil er sagte „ich will nicht“.

Der Verteidiger stellt insofern sicher, als das letztendlich gesprochene Urteil auch als solches ernst zu nehmen ist, weil die Rechte des Angeklagten in jedem Fall beachtet wurden.

Im Kern ist es ganz einfach: Die Bestellung des Pflichtverteidigers endet mit der Einstellung oder dem rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens, das bedeutet, das regelmäßig die nächsten Instanzen Bestandteil der Pflichtverteidigung sind. Eine Ausnahme sind die Beiordnung für das Strafbefehlsverfahren oder im beschleunigten Verfahren. Mehr zur Dauer der Beiordnung hier bei uns.

Ist ein Pflichtverteidiger gut oder schlecht? Das lässt sich nicht pauschal beantworten, es kommt darauf an, ob Sie sich einen guten ausgewählt haben - oder ob Sie so dumm waren, einfach gar nichts zu machen und abzuwarten. Mehr dazu hier.

Ein Pflichtverteidiger ist ein normaler Anwalt, der Ihnen vom Staat beigeordnet wurde. Vergessen Sie Filme oder US-Serien - in Deutschland ist der Pflichtverteidiger weder ein besonderer Anwalt noch ein besonders guter oder schlechter Anwalt, Sie können sich jeden Anwalt aussuchen und dann diesen beigeordnet erhalten.

Wenn Sie einen Pflichtverteidiger suchen bzw. vom Gericht aufgefordert wurden einen Pflichtverteidiger Ihrer Wahl zu benennen, stehen wir zur Verfügung. Rufen Sie unverbindlich an: 02404 92100

  • Professionelle Pflichtverteidigung, ohne Zuzahlung ab Beiordnung
  • Keine Angst vor Abstrichen, bei uns ist die Pflichtverteidigung eine vollwertige Strafverteidigung ohne Wenn und Aber
  • Vertretung in allen strafrechtlich relevanten Bereichen
  • Konzentration auf regionale Tätigkeit: Profitieren Sie von unserem Netzwerk aus hunderten Strafverteidigungen im Raum Aachen & Heinsberg
  • Kurzes Prozedere: Wenn Sie die Aufforderung vom Gericht erhalten haben einen Verteidiger zu benennen bringen Sie das Schreiben ohne Termin kurzerhand sofort bei uns rein oder rufen Sie an - wir kümmern uns um alles!

Kurze Antwort: Ja! Sie können den Pflichtverteidiger wechseln, allerdings wird es - je nachdem wie lange Sie warten, durchaus kompliziert. Wir helfen Ihnen, wenn Sie den Pflichtverteidiger wechseln möchten. Mehr zum Wechsel des Pflichtverteidigers finden Sie hier bei uns.

Kurze Antwort: Nein. Es handelt sich um einen "normalen" Strafverteidiger, der vom Gericht aus einer Liste herausgepickt wurde, weil Sie sich nicht beim Gericht gemeldet haben!

Sie erhalten als Pflichtverteidiger den Strafverteidiger, den Sie sich selber aussuchen! Nur wenn Sie gar nichts machen und sich um nichts kümmern erhalten Sie vom Gericht einen Pflichtverteidiger, den Sie nicht kennen und sich nicht ausgesucht haben. Mehr zur Auswahl des Pflichtverteidigers.

Sie können jederzeit einen Pflichtverteidiger beantragen - ob Sie einen erhalten ist eine andere Sache. Das Gesetz sieht Fälle so genannter notwendiger Verteidigung vor, in einem solchen Fall ist ein Pflichtverteidiger zu bestellen. Im Ermittlungsverfahren dabei ausdrücklich nur auf Antrag, Sie müssen also tätig werden und erhalten im Ermittlungsverfahren nicht automatisch einen Pflichtverteidiger. Ein Strafverteidiger hilft Ihnen und dabei kann der Verteidiger Ihrer Wahl auch Ihr Pflichtverteidiger werden. Es macht also erst Recht Sinn, sich in dem Fall dass man sich keinen Anwalt leisten kann, erst Recht frühzeitig um einen Verteidiger zu bemühen und mit diesem das Gespräch zu suchen hinsichtlich einer Pflichtverteidiger-Beiordnung.

Pflichtverteidigung im Ermittlungsverfahren?

Auf Antrag kann schon im Rahmen des Ermittlungsverfahrens ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden (§141 StPO). Dann muss allerdings ein Beiordnungsgrund gemäß §140 StPO vorliegen, also etwa ein Verbrechen zur Last gelegt werden oder die Anklage zum Schöffengericht aufwärts absehbar sein. Beigeordnet wird ausdrücklich nur auf Antrag, weil der Gesetzgeber möchte, dass der Beschuldigte im Ermittlungsverfahren selber frei entscheidet, ob er einen Pflichtverteidiger erhält. Das bedeutet: Sie müssen aktiv werden, um einen Pflichtverteidiger zu erhalten. Ein Strafverteidiger ist aber auch hierbei helfend tätig.

wann erhält man einen pflichtverteidiger? Rechtsanwalt Ferner Alsdorf

Wann erhält man einen Pflichtverteidiger? Die Frage hören wir oft und Betroffene sind oft schlecht gelaunt, wenn sie doch selber zahlen sollen. Das aber ist vom Staat nicht selten gewollt.

Unabhängig von einem Antrag wird Ihnen, wenn Sie noch keinen Verteidiger haben, in den Fällen der notwendigen Verteidigung ein Pflichtverteidiger bestellt, sobald

  1. die Vorführung vor ein Gericht zur Entscheidung über Haft oder einstweilige Unterbringung ansteht;
  2. wenn Sie sich in einer Anstalt oder JVA befinden;
  3. wenn Sie sich bei Vernehmung oder Gegenüberstellung nicht selbst verteidigen können;
  4. Sie vom Gericht aufgefordert werden, sich zur Anklageschrift zu Erklärung;

Da gerade während des Ermittlungsverfahrens die häufigsten Fehler begangen werden, ist ein zu langes Zuwarten ein erhebliches Problem. Andererseits ist es schlichtweg eine Milchmädchenrechnung, sich im Ermittlungsverfahren den Verteidiger zu „sparen“ und darauf zu hoffen, die Staatsanwaltschaft würde aufgrund der eigenen mehr oder minder intelligenten Einlassungen von einer Anklageerhebung absehen.

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