Schulweg: Dürfen Kinder bei Schneefall zu Hause bleiben?

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Immer wieder bei heftigem Schneefall kommt die Frage auf, ob Kinder zu Hause bleiben dürfen. In NRW regelt dies ein Runderlass des Kultusministeriums vom 29.05.2015 (ABl. NRW. 7/8-15, Download unten), der klärt, unter welchen Sonderbedingungen (also abgesehen von Krankheit) ein Kind Unterricht versäumen kann:

Nicht vorhersehbare Gründe für ein Schulversäumnis sind z.B. ein Unfall oder ein Todesfall in der Familie. Ein nicht vorhersehbarer Grund kann auch der plötzliche Eintritt extremer Witterungsverhältnisse oder ein nicht vorhersehbarer Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs sein. In diesen Fällen entscheiden die Eltern selbst, ob der Weg zur Schule zumutbar ist. Die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler in einem Berufsausbildungsverhältnis, die wegen extremer Witterungsverhältnisse das Berufskolleg nicht erreichen können, findet an diesen Tagen im Ausbildungsbetrieb statt, soweit dieser zumutbar erreicht werden kann.

Bzgl. des Wetters ist also unter zwei Bedingungen, die gemeinsam vorliegen müssen, den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken: Es müssen (1) extreme Witterungsverhältnisse (2) plötzlich eintreten.

Kind darf zu Hause bleiben: Schlechtes Wetter reicht nicht

Einfach nur “extremes Wetter” reicht also nicht, die Umstände müssen zudem plötzlich eintreten. Der Gedanke wird hier sein, dass man sich ansonsten als Eltern auf die Probleme ja einstellen und Vorsorgen kann (etwa indem man einplant, das Kind selber zur Schule zu bringen – es geht ja ausweislich des Runderlasses um die Unzumutbarkeit des Schulweges, nicht des Schulbesuchs!).

Abwägung der Eltern: Schulweg muss unzumutbar sein

Die Eltern müssen dann selber abwägen nach dem Kriterium, um der Schulweg “unzumutbar” ist. Es geht also nicht darum, dass schon akute Sorge um das Wohlbefinden des Kindes bestehen muss, aber es reicht auch nicht die schlicht Unbequemlichkeit.

Was heisst das im Fazit: Zum einen das Eltern in NRW ein grundsätzliches Wahlrecht haben, man ist nicht auf eine Ankündigung seitens der Schulbehörde angewiesen. Und keineswegs geht es nur um winterliche Verhältnisse, bei extremem Herbststurm wäre sicherlich auch so ein Fall. Wichtig wird aber sein, genau abzuschätzen, wie “plötzlich” der Eintritt der Witterungsbedingungen nun war. Eltern müssen sich an diesem Punkt ihrer Verantwortung im Klaren sein und diese auch entsprechend restriktiv handhaben.

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    Teilnahme am Unterricht und an sonstigen Schulveranstaltungen RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 29.05.2015 (ABl. NRW. 7/8-15)
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