Unfallflucht: Aufklärung und Ersatz des Schadens

Von den etwa 2,5 Mio. Verkehrsunfällen im Jahr stehen rund 400.000 in Verbindung mit einer Verkehrsunfallflucht. Das Opfer einer Verkehrsunfallflucht bleibt in vielen Fällen – auch aus Unkenntnis – auf seinem Schaden sitzen, da der Verursacher nicht zu finden ist. Frustriert erstatten die Geschädigten nicht einmal Anzeige oder vernichten wichte Spuren. Tatsächlich kann die polizeiliche Aufklärungsarbeit mit guter Aussicht auf Erfolg zur Ermittlung des Schädigers führen, ansonsten kann der Geschädigte von einem „Entschädigungsfonds“ Ersatz verlangen.

So hoffnungslos möglicherweise eine Verkehrsunfallflucht aus Sicht des Opfers auch aussehen mag, eine professionelle Spurensuche kann jedoch recht Erfolg versprechende Ermittlungsansätze liefern –dies sollte sich auch ein potentielle Unfallflüchtling vor Augen führen! -. Aus der Spurensuche der Ermittlungsbehörde lassen sich jedenfalls folgende Erkenntnisse gewinnen:

Welche Beschädigungen nach Art und Lage müssen an dem gesuchten Fahrzeug vorhanden sein, welche Spuren sind vom geschädigten Fahrzeug auf das Tatfahrzeug übertragen worden und gibt es eventuell Hinweise auf Verletzungen des Täters? Spuren die für die Identifizierung des Tatfahrzeuges von großer Bedeutung sein können sind insbesondere Glassplitter (insbesondere mit Prüfzeichen, Herstellerzeichen oder Ähnlichem), Fahrzeugteile, Lacksplitter und Farbabtragungen sowie Profilspuren der Reifen durch Fahr- und Bremsspuren. Anhand dieser festgestellten Spuren kann das mögliche Fahrzeug nach Typ, Alter, Farbe usw. gegebenenfalls derart eingegrenzt werden, dass unter Zuhilfenahme des Datenbestandes des Straßenverkehrsamtes eine Ermittlung sehr schnell erfolgen kann.

Bleibt hingegen die Ermittlungsarbeit der Polizei ohne Erfolg, hat dennoch der Geschädigte eine Chance einen Teil seines Schadens vom so genannten Entschädigungsfond bezahlt zu bekommen.

Wenn der Verursacher des Schadens wegen begangener Unfallflucht nicht ermittelt werden kann, darüber hinaus der Geschädigte keinen weiteren gegen eine eigene Sachversicherung (insbesondere Kaskoversicherung) hat, kann er seine Ansprüche gegenüber diesem Entschädigungsfond, dem „Verein für Verkehrsopferhilfe e.V.“ in Hamburg anmelden. Bei der Anmeldung dieses Schadens ist das Unfallereignis und der erlittene Schaden mittels Mitteilung der Ermittlungen der Polizei und eines Gutachtens/ärztlichen Attestes nachzuweisen. Zu beachten ist jedoch, dass bei einer Unfallflucht der eigentliche Sachschaden am Fahrzeug nicht ausgeglichen wird. Auch Schmerzensgeldansprüche werden grundsätzlich nicht bedient, nur dann, wenn wegen der besonderen Schwere der Verletzungen und zur Vermeidung einer groben Unbilligkeit dies erforderlich ist.

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