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Verkehrsunfall: Sachverständigen beauftragen?

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Wann sind die Kosten eines Sachverständigengutachtens zu erstatten? Der Bundesgerichtshof hat sich schon häufig zu der Erstattung von Kosten eines Sachverständigen nach einem Verkehrsunfall geäußert, wobei er eine Bagatellgrenze heraus gearbeitet hat. Eine Entscheidung des BGH (BGH, VI ZR 365/03) hat hierzu Grundsatz-Charakter. In dieser wurde festgestellt:

Für die Beurteilung, ob die Kosten eines Sachverständigengutachtens zum erfor- derlichen Herstellungsaufwand gehören und vom Schädiger zu ersetzen sind, kann im Rahmen tatrichterlicher Würdigung auch die von dem Gutachter ermittelte Schadenshöhe berücksichtigt werden. (…)

Für die Frage der Erforderlichkeit und Zweckmäßigkeit einer solchen Begutachtung ist auf die Sicht des Geschädigten zum Zeitpunkt der Beauftragung abzustellen (…) demnach kommt es darauf an, ob ein verständig und wirtschaftlich denkender Geschädigter nach seinen Erkenntnissen und Möglichkeiten die Einschaltung eines Sachverständigen für geboten erachten durfte (…) Für die Frage, ob der Schädiger die Kosten eines Gutachtens zu ersetzen hat, ist entgegen der Auffassung der Revision nicht allein darauf abzustellen, ob die durch die Begutachtung ermittelte Schadenshöhe einen bestimmten Betrag überschreitet oder in einem bestimmten Verhältnis zu den Sachverständigenkosten steht, denn zum Zeitpunkt der Beauftragung des Gutachters ist dem Geschädigten diese Höhe gerade nicht bekannt. Allerdings kann der später ermittelte Schadensumfang im Rahmen tatrichterlicher Würdigung nach § 287 ZPO oft ein Gesichtspunkt für die Beurteilung sein, ob eine Begutachtung tatsächlich erforderlich war oder ob nicht möglicherweise andere, kostengünstigere Schätzungen – wie beispielsweise ein Kostenvoranschlag eines Reparaturbetriebs – ausgereicht hätte (…)

Die Auffassung des Berufungsgerichts, die Beauftragung eines Sach- verständigen sei erforderlich gewesen, weil der Schaden im Streitfall mehr als 1.400 DM (715,81 €) betragen habe und es sich deshalb nicht um einen Bagatellschaden gehandelt habe, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Betrag liegt in dem Bereich, in dem nach allgemeiner Meinung die Bagatell- schadensgrenze anzusiedeln ist (…)

Seit dieser Entscheidung geht die Rechtsprechung grundsätzlich von einer Grenze aus, die bei 750 Euro zu ziehen ist. Wenn also ein höherer Schaden im Raum steht wird man grundsätzlich von einer Erstattbarkeit der Sachverständigenkosten ausgehen können.

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