Filesharing-Abmahnung: Gerichtlicher Mahnbescheid der Debcon wegen Forderung vormals tätiger Kanzlei

Wer Filesharing-Abmahnungen aussitzen möchte, ist nicht immer von dauerhafter Ruhe gekrönt: In einer 2010er Abmahnung einer vormals tätigen Kanzlei, die bisher nicht hier bearbeitet wurde, liegt hier nun ein gerichtlicher Mahnbescheid vor, beantragt durch die Debcon GmbH, die gerade einmal gute 3 Wochen vorher geschrieben hatte.

Gerichtlicher Mahnbescheid durch Debcon

Fristende seinerzeit zur Zahlung war 03.12., am 19.12. ging dann der Antrag auf Erlass des gerichtlichen Mahnbescheides ein und in dem ersten Anschreiben erklärte die Debcon:

Mit diesem Schreiben werden Sie darüber informiert, dass die o.g. Forderung […] durch die Rechtsanwaltskanzlei (…) […] an uns verkauft und folglich abgetreten wurde.

Das ist in mehrfacher Hinsicht interessant: Die Abmahnung selbst forderte 183,21 Euro. In dieser Summe waren 83,21 Euro enthalten, die sich zusammensetzten aus 75 Euro Ermittlungskosten sowie anteilige Gerichtskosten für den Auskunftsbeschluss in Höhe von 5,03 Euro sowie anteilige Kosten für die Erhebung der Bestandsdaten in Höhe von 3,19 Euro. Ich lasse hier dahin stehen, ob die “anteiligen Kosten” tatsächlich so zu berechnen sind. Die interessantere Erkenntnis ist, dass letztendlich 100 Euro verbleiben, mit denen der gesamte Schadensersatz inklusive Anwaltskosten ersetzt sein sollte. Da es sich hier nur um einen – niemals angenommenen – Vergleichsvorschlag handelte, ist schon interessant, warum am Ende nur dieser Vergleichsvorschlag eingefordert wird.

Weiterhin geht es aber wohl um Ansprüche des Mandanten der vormals tätigen Kanzlei und es verbleibt damit die Frage, inwiefern diese angeblich bestehende Forderung überhaupt durch die Kanzlei abgetreten werden konnte – und nicht etwa durch deren Mandanten?

Entwicklung: Debcon sucht Vergleich nach gerichtlichem Mahnbescheid

Ich hatte über die Aktivitäten der Debcon nach Filesharing-Abmahnungen bereits berichtet (siehe etwa hier). Nun ist festzustellen, dass in einer Angelegenheit nach eingelegtem Widerspruch auf einen gerichtlichen Mahnbescheid hin (hier berichtet), von Debcon ein Vergleichsvorschlag hier ein geht: Gegen Zahlung von ca. 111 Euro soll die Angelegenheit erledigt sein. Der gerichtliche Mahnbescheid belief sich inkl. Kosten des Mahnbescheids auf fast 260 Euro. Eine interessante Entwicklung…

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