Wie funktioniert Schutz vor häuslicher Gewalt?

Das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) bezweckt die Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und bei bestimmten unzumutbaren Belästigungen.

Wenn Sie von der widerrechtlichen Verletzung des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit betroffen sind, können sich an die Gerichte wenden, ein erfahrener Anwalt hilft hier bei der effektiven Rechtsdurchsetzung. Die Gerichte haben mit §1 Absatz 1 GewSchG die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um Sie als Opfer vor weiteren Verletzungen zu schützen. Beispielsweise:

  • kann es dem Täter verboten werden, die Wohnung des Opfers zu betreten,
  • Verbindung zu ihm aufzunehmen oder
  • sich ihm zu nähern.
  • Haben Täter und Opfer einen gemeinsamen Haushalt geführt, steht dem Opfer grundsätzlich auch ein Anspruch darauf zu, dass ihm die Wohnung zur alleinigen Nutzung zugewiesen wird (§2 GewSchG)

Entsprechende Anordnungen können die Gerichte bereits auch dann treffen, wenn der Betroffene nicht Opfer einer Gewalttat wurde, er aber widerrechtlich mit einer Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit bedroht wurde. Ebenso können gerichtliche Anordnungen im Falle des Hausfriedensbruchs ergehen. Schließlich erfasst das Gewaltschutzgesetz auch die Fälle des sogenannten „Stalking“. Hierunter ist eine unzumutbare Belästigung dadurch zu verstehen, dass der Täter dem Opfer gegen dessen ausdrücklich erklärten Willen wiederholt nachstellt oder es unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln verfolgt. Um zu erreichen, dass der Täter sich an die gerichtlichen Schutzanordnungen hält, können die Gerichte auf Antrag des Opfers ein Ordnungsgeld oder Ordnungshaft für den Fall des Verstoßes gegen die Schutzanordnung verhängen.

Beachten Sie dazu auch unsere Übersicht!

Zugehörige Downloads

  • pdf Schutz_haeusliche_Gewalt
    Broschüre des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt Stand: 1. August 2017 In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz.
    Dateigröße: 821 KB
  • pdf hr_herausforderung-gewalt_2011-05
    Vorfälle schwerer Gewalt an Schulen sind in Deutschland glücklicherweise sehr selten. Doch Mobbing oder Beleidigung stehen in vielen Schulen auf der Tagesordnung. Gerade diese vermeintlich kleineren Vorfälle gilt es ernst zu nehmen, um möglichen Gewaltentwicklungen früh und effektiv vorzubeugen. Hier wächst den Schulen immer mehr die Aufgabe zu, neben der Vermittlung von Wissen auch den Erwerb persönlicher und gemeinschaftlicher Wertorientierungen zu fördern. Aktuelle Informationen zum Thema Gewalt sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu deren Prävention in der Schule liefert die Handreichung „Herausforderung Gewalt“, die maßgeblich von Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie überarbeitet wurde. Sie konzentriert sich auf das erfolgreich evaluierte Interventionsprogramm des Psychologen Dan Olweus. Ziel des Programms ist, die präventiven Maßnahmen dauerhaft in den Schulalltag einzubetten, um eine schulische Umgebung zu schaffen, die auf der einen Seite von Wärme und Anteilnahme gekennzeichnet ist, auf der anderen Seite aber feste Grenzen gegen inakzeptable Verhaltensweisen setzt. Dazu werden die wichtigsten Bausteine einer gewaltpräventiven Arbeit an Schulen und deren Umsetzung beschrieben. Ergänzt wird dieser Themenblock mit umfangreichen Materialien für den Einsatz in der Praxis. Auch Hinweise und Präventionsansätze zu neuen und besonderen Erscheinungsformen von Gewalt unter jungen Menschen, wie Gewalt in den „Neuen Medien“ oder als Amokläufe bezeichnete Mehrfachtötungen mit unklarer Motivlage, umfasst die Handreichung. Bei allen Maßnahmen steht die Verantwortung für die Opfer und deren Schutz im Vordergrund. Die Anlage „Leitfaden Klassenklima“ enthält beispielhafte Fragebögen und Auswertungsleitfäden zum Klassenklima und zur sozialen Kompetenz in Schulklassen. Ein wertschätzendes Klassen- und Schulklima erleichtert das Lernen und wirkt präventiv gegenüber normabweichendem Verhalten. Mit den Fragebögen und den Auswertungsleitfäden kann der jeweilige Ist-Zustand erhoben werden, um daran anknüpfend Maßnahmen zur Verbesserung vorzunehmen.
    Dateigröße: 2 MB
  • pdf br_wege-aus-der-gewalt_2011-09
    Die Broschüre informiert über Ursachen von Gewalt. Sie geht dabei besonders auf die Bedeutung von Familie und Erziehung, die Wohn- und Lebensbedingungen, den Einfluss der Gruppe sowie die Wirkung gewalthaltiger Filme und Videospiele auf junge Menschen ein. Die möglichen Folgen von Gewalthandlungen werden zum einen für die Opfer und zum anderen für die Täter dargestellt. Eltern und andere Erziehungsverantwortliche bekommen Tipps, wie sie Kinder und Jugendliche davor bewahren können, Opfer - und vor allem wiederholtes Opfer - von Gewalttätigkeiten anderer junger Menschen zu werden. Des Weiteren sind Hinweise enthalten, wie Kindern dabei geholfen werden kann, Konflikte friedlich zu lösen. Für die als Zeuge indirekt mit Gewalt konfrontierten jungen Menschen sind in knapper Form sechs Grundregeln beschrieben, wie in Gewaltsituationen Hilfe geleistet bzw. mit Zivilcourage reagiert werden kann.
    Dateigröße: 2 MB
  • pdf a719-hilfe-fuer-opfer-von-gewalttaten-256
    Sehr umfangreiche Broschüre des Bundesarbeitsministeriums: Hilfe für Opfer von Gewalttaten
    Dateigröße: 535 KB
  • pdf br_sicher-leben_2015-11
    Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen ältere Menschen in besonderer Weise ausgesetzt sind, und gibt Tipps zum wirksamen Schutz vor solchen Straftaten. Sie erläutert Gefahren an der Haustür und damit verbundene Diebstahlsdelikte sowie Gefahren am Telefon, wie den so genannten Enkeltrick oder falsche Gewinnversprechen. Weiterhin wird über Internetsicherheit, Gefahren im Internet und Soziale Netzwerke informiert. Ein anderer Abschnitt der Broschüre weist auf Gefahren hin, die einem unterwegs begegnen können, wie Handtaschenraub, Taschendiebstahl oder dubiose Kaffeefahrten. Wichtige Hinweise finden Leser darüber hinaus auch im Abschnitt Gewalt in der Pflege oder zu den Vorteilen von positiven nachbarschaftlichen Kontakten. Am Ende stehen Hinweise auf weiterführende Informationen und Materialien zum Themenkomplex, das Angebot der Opferhilfeinrichtung WEISSER RING sowie Adressen von Polizeilichen Beratungsstellen gelistet. (Quelle Polizei NRW)
    Dateigröße: 8 MB
  • pdf Flyer: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt
    Flyer des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt - In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz. (Stand: 01.08.2015)
    Dateigröße: 995 KB
Rechtsanwalt Jens Ferner

Von Rechtsanwalt Jens Ferner

Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für IT-Recht) bietet juristische Expertise im Bereich IT-Recht & IT-Sicherheit, Urheberrecht, Medienrecht & Arbeitsrecht, Strafverteidigung & Cybercrime samt Datenschutzrecht - sowie technisches Wissen als Programmierer, Linux-Systemadministrator & Sicherheitsberater inkl. Netzwerksicherheit, IT-Forensik & IT-Risikomanagement.