Ich bin Rechtsschutzversichert – was heisst das?

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass bei einer Rechtsschutzversicherung der Anwalt nicht bezahlt werden muss oder nichts kostet – was teilweise auch an der Werbung mancher Versicherer liegt. Tatsächlich ist es mit einer Rechtsschutz so, wie sie es vielleicht von einer privaten Krankenversicherung kennen: Sie sind der Auftraggeber und damit der Kostenschuldner, also auch der Rechnungsempfänger.

In unserem Büro bieten wir aus Kulanz in möglichst vielen Fällen eine unmittelbare Abrechnung mit dem Rechtsschutzversicherer an – dabei handelt es sich hier aber um eine weitere Tätigkeit, die bereits gerne übersehen wird. Dabei hat der Anwalt die Wahl, ob er mit dem Versicherer direkt abrechnet, oder mit Ihnen damit Sie dann (wieder wie bei einer privaten Krankenversicherung) die Rechnung des Anwalts bei dem Versicherer zur Rückerstattung einreichen.

Wenn der Rechtsschutzversicherer zudem plötzlich doch nicht zahlt oder eine Selbstbeteiligung vereinbart ist, dann kommt in jedem Fall eine zu begleichende Rechnung an den Auftraggeber. Insbesondere ist es nicht so, dass wenn die Rechtsschutz doch nichts zahlt, in diesen Fällen dann der Anwalt auch bei Ihnen nichts abrechnet, die Tätigkeit für Sie also „kostenlos“ war. Ihr Rechtsschutzversicherer ist Ihr Risiko, nicht das des Anwalts!

Welchen Stundensatz bieten wir an?

Unter Berücksichtigung unserer laufenden Kosten bieten wir Stundenhonorare ab 160 Euro (inkl. USt.). Ein niedrigeres Stundenhonorar ist in unserer Kanzlei schlichtweg nicht möglich, die konkrete Höhe wird im Einzelfall festgelegt. Bedenken Sie bitte, dass die stundenweise Abrechnung erst auf Wunsch vereinbart wird, die Abrechnung der Gebühren nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz sind bei uns der Regelfall – gerade in Verbraucherangelegenheiten. Lassen Sie sich von (scheinbar) hohen Stundensätzen nicht abschrecken, vereinbaren Sie einen Termin, wir beraten offen hinsichtlich der Kosten, die zudem bei RVG-Abrechnung im Zivilrecht im Vorhinein auch von Ihnen berechnet werden können!

Ich habe kein Einkommen – kann ich mir einen Anwalt leisten?

Wenn Sie kein oder ein geringes Einkommen haben sind Sie nicht ohne Beratung! Es gibt die Beratungshilfe für aussergerichtliche Vertretung und dann die Prozesskostenhilfe (PKH) im Fall gerichtlichen Streits. Wir sind in ausgewählten Fällen auf Basis von PKH tätig und Beraten Sie, wenn Sie sich einen Beratungshilfeschein bei dem Gericht an Ihrem Wohnort geholt haben.

Bitte beachten Sie: Wir beantragen ausnahmslos keinen Beratungshilfeschein für Sie, hierzu sind wir auch nicht verpflichtet (§16a Abs.2 der Berufsordnung für Rechtsanwälte). Hintergrund ist, dass wir ständig das Problem hatten, dass uns Menschden um Hifle gebeten haben, dann aber nicht mitgewirkt haben bei den Unterlagen zur Beantragung der Beratungshilfe. Heute möchten wir daher, dass Sie sich selber vorab um einen Beratungshilfeschein kümmern – damit sind sowohl Sie als auch wir auf der sicheren Seite.

Dazu:

Warum ist der Anwalt so teuer?

Der Klassiker: „Der Anwalt hat nur einen Brief geschrieben“, „der Gerichtstermin dauerte nur 20 Minuten“ oder „Der Vertrag hatte nur zwei Seiten“ – und jetzt will der Anwalt nicht nur Geld, sondern auch noch „viel Geld“.

Nun, losgelöst davon dass die anwaltlichen Gebühren gesetzlich reguliert sind in Deutschland – Sie sollten hier die Zusammenhänge sehen und erkennen, dass Ihr Anwalt hier mit Hintergrund arbeitet:

  • Es mag nur ein Brief gewesen sein, doch dieser Brief kommt zu Stande, weil Ihr Anwalt Fortbildungen besucht, teures Geld für Literatur wie Fachzeitschriften ausgibt und die Zeit aufbringt, dies auch zu lesen. All dies fliesst in die anwaltlichen Gebühren ein und wer nur auf den Umfang des Ergebnisses blickt denkt eher kindlich als angemessen.
  • Gerade bei Verträgen zeigt sich oft eine gewisse Kurzsichtigkeit: Ein guter Vertrag ist auf das Notwendige beschränkt, beinhaltet aber alles Wesentliche. Während der Anwalt Rechtsprechung zu berücksichtigen hat auf Basis der Interessen die Sie mitteilen ist der Vertrag bei Ihnen als Unternehmer Kern Ihrer Umsätze: Sämtliche Umsätze basieren auf Ihren Verträgen, bei Fehlern drohen Schadensersatzzahlungen und Abmahnungen, ggfs. Rückabwicklungen mit Kunden. Wer Jahr für Jahr Umsätze machen möchte mit seinen Verträgen, von denen er und sein Unternehmen leben möchte, dann aber Geizig ist bei der Bezahlung eines Fachmanns, der spart schlichtweg an der falschen Stelle.

Zu guter Letzt denken Sie daran, dass wir als Rechtsanwälte Zeit aufbringen – und aus gutem Grund eben diese Zeit zu vergüten ist. Ein Mandat mit Gegenstandswert bis 500 Euro bedeutet beispielsweise ca. 80 Euro brutto Umsatz. Nach Steuern (Umsatz und Einkommensteuer) und laufenden Bürokosten (die Kostenquote, also der Anteil der Bürokosten an den Umsätzen, liegt selbst  in kleinen Kanzleien im Schnitt um die 50%!) verbleibt hiervon dem Anwalt am Ende im Schnitt etwa ein Viertel, also gut 20 Euro. Wenn Sie dann auch noch mehr als eine Stunde arbeiten sinkt der Stundenlohn des Anwalts bald auf einen Betrag unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Zwischen Umsatz und tatsächlichem Verdienst liegt mitunter ein Verlust von 75%, was bei den Gebühren nach Außen dann erheblich durchschlagen muss. 

Warum bieten wir keine kostenlose Ersteinschätzung?

Unsere Kanzlei bietet keine kostenlose Ersteinschätzung, kostenfreie Einschätzungen zu den Erfolgsaussichten „vorab“ oder sonstige kostenlose Leistungen. Dies führt mitunter zu Diskussionen, weswegen wir dazu gerne ein paar Sätze erklären.

Als erstes sind wir Dienstleister, die vorwurfsvolle Frage, warum wir nicht kostenlos arbeiten empfinden wir bereits als despektierlich. Darüber hinaus ist die Beratung unsere eigentliche Leistung: Wenn wir hierfür kein Geld verlangen, können wir schlichtweg keine Umsätze erzielen. Dabei haben wir erhebliche Ausgaben, die auch Laien nicht sofort sehen, nicht nur für Büro und ANgestellte, auch für Fachzeitschriften und Fortbildungen.

Was viele Menschen übersehen, auch weil oft kein Gespür hierfür existiert: Bei der anwaltlichen Leistung geht es um keinen Werkvertrag. Wir versprechen keinen Erfolg, etwa einen gewonnen Prozess, sondern bieten die Dienstleistung, auf fachlicher rechtlicher Expertise eine Risikoeinschätzung eines Kostenintensiven Streits vorzunehmen. Die Bewertung der Frage, ob und in welchem Umfang Erfolgsaussichten bestehen ist dabei gerade unsere Leistung, die Ihnen auch viel Geld sparen kann; es ist also nicht so, dass wir kostenlos für Sie einschätzen ob es sinnvoll ist, einen Anwalt zu beauftragen (dies wird oft angefragt) sondern vielmehr so, dass Sie Geld dafür bezahlen, von uns eine Einschätzung zu erhalten, wie sinnvoll es ist, sich (weiter) zu streiten.

Wie teuer ist die Erstberatung?

Die Erstberatung stellt ein allererstes Beratungsgespräch eines Anwalts mit seinem Mandanten dar. Der Bundesgerichtshof (I ZR 137/05) hat dabei klargestellt, Erstebratung sei „eine pauschale, überschlägige Einstiegsberatung. Dazu gehört nicht, dass sich der Rechtsanwalt erst sachkundig macht oder dass er die Erstberatung schriftlich zusammenfasst“. Auf diesem Weg erhalten Mandanten eine rechtliche und taktische Einschätzung ihrer Rechtssituation mit entsprechender Handlungsempfehlung, ohne dass es zu sehr in die Tiefe geht.

Gemäßt §34 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz gilt für eine Erstberatung: „für ein erstes Beratungsgespräch beträgt die Gebühr jedoch höchstens 190 Euro.“.

Wonach bemessen sich die Gebühren eines Anwalts?

Anwaltliche Gebühren sind kein Fantasieprodukt sondern durch ein Gesetz, das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, staatlich reguliert. Die Gebühren der Rechtsanwältin bzw. des Rechtsanwalts richten sich daher bei jedem ANwalt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Das RVG sieht in vielen Bereichen die Vergütung nach dem Gegenstandswert vor (Zivilsachen), teilweise gibt es Rahmengebühren (Strafrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht). Im gerichtlichen Verfahren spricht man dagegen vom Streitwert. Dieser wiederum ist Grundlage für die Gebührentabelle, aus der sich die Vergütung errechnet.

Die Kosten bestimmen sich insbesondere im Zivilrecht im Rahmen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes regelmässig an Hand des „Gegenstandswerts“, das ist der Betrag, um den es am Ende geht – etwa die Höhe der Summe die einfordert wird oder der Wert der Sache um die gestritten wird. Ausgewählter Überblick zu beispielhaften gesetzlichen Gebühren mit denen im Fall aussergerichtlicher Tätigkeit jedenfalls zu rechnen ist:

  • Gegenstandswert bis zu 500 Euro: 83,54 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 1000 Euro: 147,56 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 2000 Euro: 255,85 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 2500 Euro: 334,75 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 3500 Euro: 413,64 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 4500 Euro: 492,54 € (inkl. USt.)
  • Gegenstandswert bis zu 5500 Euro: 571,44 € (inkl. USt.)