Erneut Kamera-Spionage in der Region

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Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten wir den Fall eines Aldenhoveners, der mit Webcams Mädchen ausspioniert hat (Bericht darüber hier, Besprechung des Urteils in der Sache hier). Nun berichtet die Aachener Zeitung über einen erneuten Vorfall einer Kameraspionage, diesmal in Stolberg:

Als die Schülerin des Stolberger Berufskollegs am vergangenen Donnerstag um 19.30 Uhr das Damen-WC des Gebäudes aufsucht, bemerkt sie nach Angaben von Polizeisprecher Paul Kemen eine Mini-Kamera, die an der Toilettenpapierhalterung installiert und direkt auf den Genitalbereich gerichtet ist.

Die heute verfügbaren „Mini-Kameras“ ermöglichen in der Tat entsprechenden Voyeurismus – der sich im Übrigen im strafrechtlich relevanten Bereich des §201a StGB bewegt. Strafrechtlich interessant wird darüber hinaus die Frage sein, ob die gemachten Aufnahmen noch weiter publiziert wurden. Die Opfer werden sicherlich auch über zivilrechtliche Schritte nachdenken, zumindest Schmerzensgeld, wobei sich erst einmal grundsätzlich Probleme bei der Identifizierbarkeit ergeben werden.

In der Tat kann an dieser Stelle nur gewarnt werden: Heutzutage sind Kameras auf Toiletten alles andere als abwegig. Im Internet gibt es zum Thema spezielle Webseiten, die voyeuristische Aufnahmen jeglicher Art – geordnet nach Kategorien – bieten, vom Toilettengang bis hin zum unbemerkt aufgezeichneten Liebesakt in freier Natur. Der Ärger ist hinterher jedes Mal groß, von Scham und Aufwand ganz zu schweigen. Wichtig ist: Wer eine entsprechende Kamera in einer Toilette entdeckt, sollte diese nicht einfach abmontieren und wegwerfen, sondern in jedem Fall umgehend die Polizei informieren.

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Mit Duschgel-Kameras ausgespäht (Update)

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Ich bin auf einen interessanten Vorfall in Dorsten gestossen: Hier hat jemand Duschgel-Dosen mit Kameras präpariert, diese in den Duschräumen einer Sporthalle stehen lassen und damit duschender Sportler gefilmt. Einen ersten Bericht gab es in der Dorstener Zeitung, mit diversen Details zum Ablauf, auch Fotos der Kameras.

Insbesondere die Methode auf Duschgel-Dosen zu setzen, zeigt wieder einmal, dass man durchaus an den alltäglichsten Orten mit einer Beobachtung rechnen muss. Während das Ermittlungsverfahren nur langsam anlaufen konnte, hat man den mutmaßlichen Täter inzwischen gefasst. Ein wenig skeptisch stimmen mich aber diese Zeilen, die aufhorchen lassen:

Zwei BSV-Spielerinnen haben das belastete Material gesichtet, doch sich selbst oder auch Teamkameradinnen nicht entdecken können. Selbst Duschräume der Wittenbrink- oder Juliushalle konnten die beiden Zeuginnen nicht wiedererkennen.

Die Vorstellung, dass staatliche Ermittlungsbehörden mutmaßliche (!) Opfer einfach mal „belastendes Material“ mit wahrscheinlich zahlreichen Persönlichkeitsrechtsverletzungen Dritter „sichten“ lassen behagt mir nicht und ist m.E. geeignet, das Vertrauen in die dortige Tätigkeit ein wenig zu schwächen.

Update: Wie DerWesten berichtet, wurde nunmehr ein Strafbefehl erlassen, der eine 10-Monatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, vorsieht. 

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Zur Strafbarkeit des Voyeurismus

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Es geht um folgenden Sachverhalt:

Der Angeklagte hielt sein Mobiltelefon unter den Rock der Geschädigten, um Bildaufnahmen zu fertigen. Nach den Gesamtumständen wollte er dies heimlich tun; eine von der Geschädigten geschilderte Berührung mit dem Handy an ihrer Kniekehle erfolgte offensichtlich unbeabsichtigt.

Frage: Ist das Strafbar? Das Ergebnis überrascht sicherlich einige.
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