Hinweis: Kropholler in neuer Auflage erschienen

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Es ist soweit – und war auch dringend nötig: Der Studienkommentar BGB von Kropholler ist kürzlich in der 12. Auflage erschienen. Nachdem die 11. Auflage vom Januar 2008 stammte war hier eine Überarbeitung recht dringend nötig, die allerdings durch den Tode Krophollers im Januar 2009 weiter verzögert wurde.

Das Werk wird nun fortgeführt von Florian Jacoby und Michael von Hinden, die sich im Vorwort zum Werk natürlich vor allem der Übernahme der Fortführung widmen. Dabei stellen sie aber auch eines zum Umfang klar, was in der Vergangenheit hin und wieder zu Kritik durch Studenten führte:

Anders als andere Kommentare ist dieses Buch nicht primär ein Nachschlagewerk. Es soll durchgearbeitet werden.

Der Zweck des Kropholler ist damit ein für alle Mal geklärt – und die Klarstellung durch Jacoby/von Hinden passt auch sehr gut zu meiner eigenen Einschätzung zum Zweck des Werkes.

Inhaltlich ist das Buch grundsätzlich auf dem Stand vom 1. Januar 2010. Allerdings haben die Autoren Weitblick bewiesen und die Änderungen rund um das Widerrufsrecht (die im Juni 2010 erst in Kraft treten) bereits eingebaut, insofern wird schon jetzt auf den Art. 246 §2 EGBGB verwiesen, in dem ab dann (und nicht mehr in der BGB-InfoV) die entsprechenden Hinweise und Muster zu finden sind. Begrüßenswert wäre es aber auch gewesen, zumindest diesen Teil des EGBGB aufzunehmen. Auch an anderer Stelle fehlte mir das EGBGB, nämlich bei neuen §1192 Ia BGB, der zwingend zusammen mit Art. 229 §18 EGBGB gelesen werden muss. Hier fehlte gleich der gesamte Hinweis auf das EGBGB, was in der Fallbearbeitung übel ausgehen kann. Diese Kritik mit Blick auf das EGBGB ist aber nur eine kleine, die die Leitung der Autoren nicht im geringsten schmälert – wohl aber in Zukunft Beachtung finden sollte.

Mir scheint, speziell im Bereich des Kaufrechts wurde nochmal vieles erweitert und überarbeitet; die Autoren versprechen dabei, dass die jüngste Rechtsprechung eingepflegt wurde. Eine kurze willkürliche Kontrolle ausgewählter Urteile bestätigte das auf Anhieb. Naturgemäß fehlt die jüngste Entscheidung des EUGH in Sachen Rückerstattung der Hinsendekosten beim Widerruf durch den Verbraucher (bei §357, Rn.2 wird noch darauf verwiesen, dass der BGH die Frage dem EUGH vorgelegt hat).

Was mir mit ein wenig Verwunderung aufgefallen ist, waren kleinere Änderungen im Stichwortverzeichnis: Noch in der 11. Auflage zum Beispiel fand man zu „Familiengericht“ zwei Fundstellen: §§1567, 1587 BGB. In der 12. Auflage nur noch den §1567 BGB, obwohl im §1587 BGB weiterhin das Familiengericht Erwähnung findet (wenn auch bei Rn.3 und nicht mehr Rn.4). Insgesamt wurde das Stichwortverzeichnis aber ausgebaut, teilweise um naturgemäß neue Stiwchworte wie „SEPA“ oder „Tagesgeld“ (im Zuge der neuen §§675c-z BGB) teilweise aber auch um alte Stichworte die bisher fehlten („Jahreswagen“, „Bagatellschaden“).

Anmerkung: Ich bin bekanntlich mit dem Kropholler sehr zufrieden. Allerdings ist es schade, dass auch in der neuen Auflage nicht am Abschnitt zur Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) gefeilt wurde – hier fehlt weiterhin ein zusammenfassender Gesamtüberblick, in dem speziell die scheinbar verschiedenen Meinungsstreitigkeiten auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Die GoA, von Thole in der NJW 18/2010 (S.1243) zu Recht als „terra incognita“ vieler Juristen bezeichnet, die sich zudem auch noch im steten Wandel befindet (eingängig dazu Thole a.a.O.) bedarf m.E. hier einer etwas differenzierteren Betrachtung.

Im Fazit hat sich an der Struktur des Kommentars nichts geändert: Wer den Kropholler bisher mochte, wird ihn weiterhin mögen – wer ihn nicht mag, wird ihn auch jetzt nicht mögen. Der Kauf der neuen Auflage ist m.E. zwingend: Zu viele Änderungen gab es seit dem Datum der vorigen Auflage, die auch nicht ignoriert werden dürfen. Schade ist es, dass der Preis mit der neuen Auflage um 3 Euro angehoben wurde – von bisher 29,50 Euro auf 32,50 Euro. Die „magische“ 30-Euro-Grenze wird sicherlich den ein oder anderen Kauf beeinflussen.

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Studienkommentar StGB: 8. Auflage erschienen

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Der Studienkommentar zum Strafgesetzbuch (von mir hier vorgestellt), ist kürzlich in der 8. Auflage erschienen. Inhaltlich bleiben die bisherigen Ausführungen bestehen, der Kommentar ist auf jeden Fall der ultimative Tipp für jeden fortgeschrittenen Studenten, auch mit Blick auf die Examensvorbereitung. Hier soll es nun alleine um die erfolgten Änderungen gehen.

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Juristische Ausbildungs-Literatur zum Strafprozessrecht (Empfehlung)

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Ich unterscheide, je nachdem ob man Strafrecht als Schwerpunkt belegt hat oder nicht:

  • Wer Strafrecht als Schwerpunkt belegt hat, sollte sich die StPO – gerade mit Blick auf die Klausur – mit dem Beulke im Detail erarbeiten. Mit dem Murmann können die für die Klausur wichtigen Aspekte (im Schwerpunkt und im Examen) wiederholt und vertieft werden. Ggfs. kann auch mit dem Murmann alleine gelernt werden, hier fehlt aber die für den Schwerpunktbereich übliche Tiefe.
  • Diejenigen dagegen, für die die StPO nur „Pflichtprogramm“ ist – vielleicht sogar unangenehmes Pflichtprogramm – werden mit dem Beulke/Murmann erst einmal nicht viel anfangen können. Hier empfehle ich entweder den Putzke/Scheinfeld oder das Werk von Niederle. Wofür man sich entscheidet, sollte man in erster Linie davon abhängig machen, mit welchen Schreibstil und Schriftbild man individuell am besten klar kommt, reinsehen und testen ist also angesagt. Preislich liegen beide im unter 10 Euro Bereich, so dass dies keine Entscheidungshilfe ist.

Tipp: Gleich für wen – vor dem Examen unbedingt die Beilage „Die strafprozessuale Zusatzfrage“ von Uwe Murmann zur JuS mindestens zwei Mal durcharbeiten, eine Woche sollte man hierzu ansetzen. Murmann bereitet hier alle examenswichtigen Probleme strukturiert und konzentriert auf. Die beilage gibt es für JuS-Online Nutzer auch bei Beck-Online einzusehen.

Das Werk „Strafverfahrensrecht“ von Roxin/Schünemann ist ein herausragendes Buch, das nur aus einem Grund nicht oben in der Empfehlung für Studenten steht: Es ist zu umfangreich und tiefgehend, um es mit Blick auf eine Schwerpunktsklausur oder die Zusatzfrage im Examen zu empfehlen. Es ist vollkommen zu Recht der unangefochtene Klassiker und läuft außer Konkurrenz – zum Lernen der notwendigen Probleme wird es aber fast allen „zu viel“ sein.

Der Studienkommentar zur StPO ist ein gutes Buch, das aber wohl nur Schwerpunkt-Studenten brauchen werden. In einem Seminar zum Thema wird er unerlässlich sein, zum lernen ist er ein gutes Beiwerk – alleine für sich ist er aber zu riskant, da die Lern-Struktur ein wenig fehlt. Im Referendariat ist der Kommentar neben dem obligatorischen Meyer-Großner auf jeden Fall eine sehr zugängliche Lesehilfe.

Hinweis: Beeindruckt war ich von dem Lehrbuch von Kühne, weil dieses einen internationalen Einblick in das Thema gibt, mit dem Fokus auf viele europäische Nachbarländer.

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Joecks: Studienkommentar StPO

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Die Reihe „Studienkommentar“ habe ich bereits vorgestellt und besprochen – eines fehlte aber damals: Der Studienkommentar zur StPO. Das hole ich hier nun nach. Nachdem ich im letzten Semester die StPO lernen musste, ist es wieder eine Besprechung aus dem Alltag des Lernens heraus.

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Der SK-StGB

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Der systematische Kommentar zum Strafgesetzbuch von Rudolphi/Samson/Horn ist mein liebster Kommentar und ich möchte hier nochmals auf ihn aufmerksam machen, zumal im April/Mai 2008 eine neue Auflage erscheint. Speziell im Bereich strafrechtlicher wissenschaftlicher Arbeiten war er für mich immer eine Goldgrube.

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Rengier: Strafrecht BT

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In der Reihe „Grundrisse des Rechts“ existieren zwei unscheinbare Bücher des strafrechtlers Rudolf Rengier, die durchaus Beachtung verdient haben: Seine beiden Kurzlernbücher zum Strafrecht BT sind nicht nur günstig und kompakt, sie sind ein sehr guter Tipp zum Thema Strafrecht für jeden.

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Rezension: Studienkommentar-Reihe von Joecks & Kropholler

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Beim Beck-Verlag gibt es die Reihe „Studienkommentar“: Bezahlbare Kommentare für Studenten zu den wichtigsten Gesetzen. Und das Konzept dahinter kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

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