Der gebundene Schönfelder

Anwaltliche Beratung gewünscht? Vereinbaren Sie einen Termin unter 02404-92100!

Den Schönfelder kennt jeder – und die inzwischen auch als gebundene Ausgabe erhältliche Fassung hat beim ersten Erscheinen für viele Diskussionen gesorgt. Leider sind fast alle damaligen Blog-Einträge von Juristen zum Thema nicht mehr zu finden, lediglich den Beitrag von RA Melchior kann ich hier anbieten, der ganz offen von Ressourcen-Verschwendung spricht.

Ich denke, eine “Besprechung” kann ich mir schenken: Jeder weiß, was der Schönfelder ist und eine inhaltliche Angabe eines Gesetzestextes finde ich schlicht schwachsinnig. Ebenso muss ich beim Schönfelder nichts zum Umfang schreiben; lediglich der Hinweis, dass zwischen gebundener Ausgabe und Loseblatt-Sammlung kein inhaltlicher Unterschied sein soll (ich habe auch keinen gefunden) erscheint mir sinnvoll.

Eigentlich bleibt nur eine Frage, deren Beantwortung sinnvoll wäre: Macht es nun Sinn, die gebundene Ausgabe zu kaufen oder die Loseblattsammlung? Ich möchte das hier nicht pauschal beantworten, denn es geht um individuelle Fragen. Folgende Punkte sind mir aufgefallen, die bei der Entscheidung helfen sollten:

  1. Ein ganz praktischer Grund: Der gebundene Schönfelder ist gefühlt mindestens 30% kompakter als die Loseblattsammlung. Der Transport, u.a. zur Uni, ist damit definitiv einfacher.
  2. Jedenfalls bei Rechtsanwälten kenne ich nicht wenige, die sich das Nachsortieren bisher schenken und einfach 1–2 mal Jährlich die entsprechenden Loseblattsammlungen einfach komplett neu kaufen. Meine Kostenanalyse hat schon gezeigt, dass es hier nur um sehr wenige Euro geht (wenn überhaupt) die man mehr ausgibt.
  3. Man muss genau abwägen, ob man wirklich so wie man meint auf Aktualisierungen angewiesen ist – für die normale Übung zum Beispiel wird man im Regelfall keinesfalls die ständigen Ergänzungslieferungen brauchen – und zum Examen kauft man die Text so oder so alle nochmal neu.

Es muss angemerkt werden, dass RA Melchior mit seinem ökologischen Einwand recht hat: Für ein paar hundert aktualisierte Seiten im Jahr einen Band mit Tausenden Seiten ständig neu aufzulegen ist nicht gerade im Sinne der Ressourcen-Schonung. Das jährliche kaufen und wegwerfen von Loseblattsammlungen aber auch nicht. Insofern sehe ich da zwischen Theorie und Praxis keinen großen Unterschied.

Im Ergebnis sehe ich Plus– und Minuspunkte; Der etwas teurere Preis (keine 2 Euro mehr als die Loseblatt-Ausgabe) fällt dabei bei mir nicht ins Gewicht. Für Studenten dürfte einerseits das Kompakte Format sehr attraktiv sein, andererseits verbleibt doch der Blick zum Nomos-Paket, das im gleichen Preissegment liegt.

Gerade weil der Schönfelder gebunden sehr viel kompakter ist, hätte ich mir gewünscht, dass man ihn inhaltlich anders strukturiert: So wird immer noch bei vielen Gesetzen auf den Ergänzungsband verwiesen. Dabei könnte man durchaus problemlos das Grundgesetz aufnehmen – oder die sonst kluge Distanz zum Sartorius durchbrechen und VwGO sowie VwVfG aufnehmen, so dass eine umfassende Studienausgabe entstünde, was auch mit Blick auf den Preis dann konkurrenzfähiger währe.

So aber hat man im Studium zwar einen kompakten Schönfelder, muss aber dennoch weitere Texte dazu kaufen – und kann dies gegenüber sich selbst nicht einmal mit der Aktualität durch Nachsortierungen rechtfertigen. Daher für mich: Ein sehr guter Ansatz, der aber konsequent weiter gedacht werden muss. Die Zukunft würde ich in einem gebundenen Schönfelder als Studienausgabe sehen, der sämtliche für die Übungen relevanten Texte in einem kompakten Handbuch bündelt. Bis dahin wird es wohl vor allem was für Anwälte sein, die einen Schönfelder zur Verfügung stehen haben möchten, den aber nicht aktualisieren wollen und deswegen 1–2mal Jährlich diese gebundene Ausgabe kaufen.

Passend zum Thema:

Kurz-URL: