Beulke: Klausurenkurs im Strafrecht

Werner Beulke hat einen Klausurenkurs im Strafrecht entworfen, der in drei Bänden hoffentlich den meisten Studenten längst ein Begriff ist. Die Reihe bietet dabei genau die Punkte, auf die es für mich ankommt:

  • Für jede der drei Phasen des Studiums ein abgestimmtes Werk
  • Ein einheitlicher Aufbau
  • Sinnvolle inhaltliche Gestaltung: Weder fehlen essentialia, noch sind die Werke mit Ballast „aufgebläht“
  • Vernünftige Preise

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Empfehlungen: Literatur zum Europarecht und Völkerrecht

Im Europarecht gebe ich folgenden Rat, je nach Zielgruppe:

  1. Wer einen schnellen Einstieg sucht, die Basics beherrschen möchte, aber eben weder viele Details noch viel Zeit investieren möchte, der ist bei dem Buch von Thiele genau richtig.
  2. Wer dagegen einen umfassenden Überblick sucht, der detailliert einen Einstieg bietet und auch eine Grundlage für einen möglichen Schwerpunkt in dem Bereich bereit hält, der sollte das Werk von Herdegen aufgreifen.

Im Völkerrecht war das Buch von Herdegen das einzige – und das schon mit Abstrichen – das m.E. dem Pflichtfachstoff am gerechtesten wurde, solange man selber das ein oder andere Kapitel filtert. Und wer die EMRK im Einzelnen vertiefen muss, der liegt bei dem entsprechenden Buch von Grabenwarter richtig.

Ein sehr überzeugender Ansatz ist im Übrigen der von Geiger, der mit seinem Buch „Grundgesetz und Völkerrecht“ darstellt, wie internationales und nationales Recht ineinanderreifen und zusammenarbeiten. Zum Abrunden des Erlernten ein echter Tipp.

Bei der Fallwiederholung im Europarecht fand ich in der Examensvorbereitung das Buch von Arndt/Fischer sehr überzeugend und abwechslungsreich. Zur konkreten Vorbereitung auf eine echte europarechtsklausur (etwa im Schwerpunkt oder in der Zwischenprüfung) ist der Klausurenkurs von Musil/Burchard sinnvoller, der aber eben auch sehr viel mehr vom Bearbeiter abverlangt. Jedenfalls im Vergleich mit den beiden Büchern hatte mich das Buch „Fälle zum Europarecht“ von Weber/Gas (JuS-Schriftenreihe, nicht besprochen) leider nicht mehr überzeugen können.

Hinweis zu Lehrbüchern: Ich habe das Lehrbuch zum Europarecht von Koenig/Haratsch vorliegen gehabt und fand es insgesamt sehr lesbar und OK. Allerdings gibt es keinen zwingenden Grund, hierauf zurück zu greifen (sofern überhaupt noch verfügbar), da die obigen beiden Tipps vollkommen ausreichen.

Hinweis zum Strafrecht: Zum europäischen und internationalen Strafrecht gibt es hier eine eigene Kategorie.

Juristische Ausbildungs-Literatur zum Strafrecht AT (Empfehlung)

Ich treffe eine ausdrückliche Empfehlung, aber mit Einschränkung (bitte den Text unter der Liste lesen!):

  1. Wessels AT
  2. Kühl
  3. Bernd Heinrich
  4. Frister

Der Wessels AT ist meine erste Wahl wegen der beiliegenden CDROM: Von der Aufbereitung her sind Kühl und Wessels gleich auf, bei Kühl finde ich zudem die „Übungs-Literatur“ herausragend. Es kann sein, dass die Positionen hier sich mittelfristig sogar ändern.
Ebenfalls sehr gut ist das zweibändige Werk von Bernd Heinrich zum Strafrecht AT, das einfach sehr schön geschrieben ist. Die Zusammenfassung der Problemschwerpunkte im zweiten Band sollte man sich auf jeden Fall kopieren – in jeder Hausarbeit ist die Gold wert, ebenso zum Wiederholen.
Der Frister war gut geschrieben, es fehlt aber einfach etwas Herausragendes um mit den anderen dreien mitzuhalten.

Nicht besprochen wurde bisher von mir das Buch zum StGB AT von Haft aus der JuS-Schriftenreihe. Wer einen möglichst schnellen Einstieg sucht, ohne dogmatischen Hintergrund mit vielen Schaubildern, der sei hierauf verwiesen. Als Einstieg ist es auch sehr gut geeignet, ich rate aber dringend (dann parallel) zum Wessels oder Kühl zur Nachbereitung.
Ebenfalls nicht besprochen ist hier das Werk von Volker Krey, das mir durchweg nicht gefallen hat.

Mit Blick auf die Prüfungen kann ich zwei weitere Bücher nahelegen: Einmal „Die Anfängerübung im Strafrecht“ von Tiedemann (für die kleine Übung), danach das sehr anspruchsvolle Buch zur Strafrechtsklausur von Gunther Arzt (zur großen Übung und zum Examen). Beide Bücher werden später noch ausführlich besprochen. Ebenfalls für die Zeit vor dem Examen ist „Prüfe dein Wissen – Strafrecht AT“ zu empfehlen.

Bei den Klausurenkursen zum Strafrecht ist der mehrteilige Klausurenkurs von Beulke zu Recht in der Literatur hoch gelobt. Ich verweise hier einfach darauf.

Wer das Strafrecht AT anspruchsvoll vertiefen möchte und dabei vor komplizierten Gedankengängen nicht zurückschreckt, dem sei Strafrecht AT von Puppe dringend ans Herz gelegt. Selbiges gilt für Strafrecht AT von Jakobs, das aber faktisch nicht mehr zu kaufen ist und zu umfangreich, um es im Seminar zu lesen. Diese beiden Tipps sind aber nur für diejenigen, die sich auf das Strafrecht AT festlegen, dies ist keine Empfehlung für Pflichtfachler.

Kurz zu den richtigen Lehrbüchern: Diese sind nur zum Erarbeiten dogmatischer Fragen im Detail nötig. Zugänglich ist auf jeden Fall die zweibändige Ausgabe von Roxin, die aber auch recht teuer ist. Gebraucht ist der Jescheck (5. Auflage, 1996) mitunter sehr günstig zu bekommen, der sich für zu Hause durchaus eignet und mit ausreichendem Tiefgang alle dogmatisch wichtigen Fragen beleuchtet. Der Maurach/Gössel/Zipf ist die wohl umfassendste Darstellung, leider aber inzwischen zu alt;Den Baumann/Weber/Mitsch mochte ich nie wirklich.

Juristische Ausbildungs-Literatur zum Sachenrecht (Empfehlung)

Im Sachenrecht gewichte ich wie folgt:

  1. Prütting
  2. Klausurenkurs von Gursky
  3. Wolff

Der Prütting ist sehr verständlich geschrieben und meine erste Wahl zum Sachenrecht. Nicht vom Umfang erschrecken lassen: Das relativiert sich beim Lesen. Der bisher nicht besprochene Kurs von Wolff (Reihe Grundrisse des Rechts) sieht z.B. kürzer aus, man braucht aber länger (dazu in der Besprechung zum Prütting lesen). Der Klausurenkurs von Gursky ist auch zum Lernen geeignet – als Klausurenkurs Spitzenklasse und schon zur Zwischenprüfung zu Empfehlen. Da es aber kein primäres Lernbuch ist, ist das gegenüber dem Prütting ein kleiner Nachteil.

Bei den Klausurenkursen ist es dann klar:

  1. Der Kurs von Gursky
  2. Die Fälle aus der JuS-Schriftenreihe

Die Fälle zum Sachenrecht aus der JuS-Schriftenreihe waren zwar ganz gut, aber können zum primären Lernen nicht genutzt werden, daher tauchen sie in der oberen Liste nicht auf. Wer neben dem Klausurenkurs noch weitere Fälle sucht sollte hier aber reinsehen.

In der Examensvorbereitung ist das Beck’sche Examinatorium meine uneingeschränkte Wahl.

Gottwald: Examens-Repetitorium BGB-AT

Viele Bücher hier bespreche ich „ex ante“: Da ich nun mal im Examen stehe und meine Scheine habe, kann ich schwerlich schreiben, wie man das betreffende Rechtsgebiet aktiv mit dem Buch erlernt – ich kann es aber sehr wohl einschätzen.

Anders ist das aber natürlich beim „Examens-Büchern“, von denen ich mir zur Zeit auch sehr viele anschaffe. Hier muss sich ein Buch an meinen aktiven (persönlichen) Erwartungen messen lassen – der Gottwald hat es leider nicht geschafft. Auch wenn das Konzept wirklich überzeugend war, so fehlte mir zum Ende hin dann doch etwas.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugestellt

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Juristische Ausbildungs-Literatur zum Verwaltungsrecht AT (Empfehlung)

Im Verwaltungsrecht sieht meine Empfehlungsliste zur Zeit wie folgt aus:

  1. Detterbeck zusammen mit dem Klausurenkurs von Peine
  2. Das Lernbuch von Peine
  3. Das Lernbuch von Ipsen

Anmerkung: Der Detterbeck ist zum Lernen meine erste Empfehlung: Er ist anschaulich und toll geschrieben. Zusammen mit dem Klausurenkurs von Peine hat man das ideale Kompendium um sich auf die Klausuren im Verwaltungsrecht (von den Übungen bis zum Examen) professionell vorzubereiten.

Die Lernbücher von Peine und Ipsen sind gut, haben mich aber letztlich nicht so überzeugt wie der Detterbeck. Den Peine fand ich dabei einen Tick besser als den Ipsen. Für die Details einfach in die Rezensionen hineinsehen.

Beck’sches Examinatorium: Sachenrecht

Ich habe schon mehrfach kritisiert, dass die Bücher bzw. Buchreihen der Verlage nicht gut genug auf die Zielgruppe abgestimmt sind – mit eine Existenzberechtigung für diese Seite. Der Beck-Verlag scheint das Problem langsam anzugehen, immerhin gibt es die relativ neue Reihe „Beck’sches Examinatorium“, die sich ausdrücklich an diejenigen wendet, die sich in der Examensvorbereitung befinden.

Und „Sachenrecht“ ist da ein guter Test – gibt es doch immerhin eine Fülle von Büchern zum Thema im Hause Beck und einen Teil habe ich hier schon empfohlen. Insofern war ich skeptisch, ob die Versprechungen (die ich so schon oft hörhte bzw. lesen durfte) wirklich gehalten werden können:

Die Reihe „Beck’sches Examinatorium“ verbindet die Vorzüge eines Klausurenkurses mit einer examensrelevanten Wissensvermittlung. Der Schwerpunkt liegt auf der didaktischen Aufbereitung des Examensstoffes und die Einbettung in den systematischen Kontext. Die Bände sind damit Klausurbände und Repetitorien zugleich. Sie sind deshalb optimal zur Examensvorbereitung geeignet.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugestellt.

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Hausarbeit und Klausur im Staatsrecht

Der C.F.Müller Verlag hat mir zwei Bücher zugestellt, die ich in meinem Besprechungs-Stapel ganz nach unten gelegt hatte – das Thema „Staatsrecht“ fand ich momentan nicht spannend und ich habe andere Klausurenkurse vorgezogen. Ein Fehler, wie sich nun gezeigt hat, ein großer sogar. Denn ich habe hier zwei Bücher (Degenhart und Pieroth) vor mir liegen, die ich unbedingt empfehlen muss. Das eine ist ein sehr gutes Buch, dass manchem Anfänger Ängste nehmen wird – das andere ist ausgezeichnet. Man stelle sich vor: Ich hatte nichts auszusetzen.

Hinweis: Die beiden hier besprochenen Bücher wurden mir als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.

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