Beiträge zum Thema "klausuren"


Wettstreit der Shorties: Niederle vs. Beck

Ich mag sie beide: Sowohl Niederle-Media-Skripte (die ich erst gestern gelobt habe) als auch die JuraKompakt-Reihe aus dem Hause Beck. Nun liegen vor mir aus beiden Reihen Skripte zum BGB AT. Man kann mir also nicht vorwerfen, wenn ich einen empfehle, dass ich den bevorzuge “weil ich ihn” mehr mag. Aber vielleicht muss ich ja auch nicht den einen oder den anderen empfehlen.

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Vorstellung: Grundgesetz und Völkerrecht

Der Beck-Verlag hat mir ein wirklich interessantes Buch geschickt, das ich in den letzten Wochen immer wieder zwischendurch gelesen habe und sich insgesamt sehr gelohnt hat. Ich denke, mit Blick auf die einzelne Klausur ist dieses Buch nur bedingt nützlich, aber insgesamt ist es äusserst gewinnbringend – und wichtig. Wenigstens als Nachschlagewerk, gerade aber wer schon fortgeschritten ist, sollte vielleicht die Chance nutzen, sich hier einen Überblick zu erarbeiten.

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Artikel 38 Grundgesetz

Die aktuelle Ausgabe der JuS (3/2010) ist erschienen und ich gehe einmal davon aus, dass die gewissenhaften Studenten natürlich sofort den Aufsatz von Mayer am Anfang gelesen haben (S. 189-195): “Der Vertrag von Lissabon im Überblick”. Und diejenigen, die diesen Aufsatz gewissenhaft studiert haben, sind bei dieser Randbemerkung von Mayer sicherlich gleich in Panik verfallen:

[…] bestätigte […] das BVerfG […] seine Konstruktion eines Grundrechts aus Art. 38 I GG auf einen Bundestag, dessen Entscheidungsbefugnisse […] nicht völlig entleert werden dürfen.

Da ich nun davon ausgehen muss, dass die gewissenaften Studenten das sofort nachgearbeitet und aufbereitet haben, hier die erklärenden Worte für all die anderen Jura-Studenten, die angesichts dieser Worte und der tatsächlichen Leere in den Lehrbüchern zum Thema ahnungslos da sitzen. Sofern ihnen überhaupt diese Randbemerkung aufgefallen ist.

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Besprechung: Prüfungsschemata Verwaltungsrecht

Zugegeben, ich war sehr skeptisch, als mir das Buch auf den Schreibtisch flatterte. Um ehrlich zu sein, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Buch mit diesem Titel überhaupt einen Markt hat; Die bekannten schwarzen Schemata-Ordner lassen faktisch keinen Platz für umfassende Werke zum Thema. Die Autoren aber haben es geschafft, mich mit einer ganz persönlichen Note und einer guten Idee zu überzeugen. Einzig der Buchtitel, der verwirrend ist, bietet Anlass zur Kritik.

Daher direkt zu Beginn der Hinweis: Hier gibt es eben nicht nur “Schemata”. Die angesprochenen Schemata – im weitesten Sinne – geben den Rahmen des Buches vor. Man erhält auf jeden Fall “Schablonen”, doch überzeugen hier schon auf den ersten Blick sowohl die Darstellung als auch die Aufarbeitung:

  1. Die Autoren arbeiten nicht mit “Masse”, sondern haben aus dem Verwaltungsrecht AT und BT die studienrelevanten Fragestellungen herausarbeitet und geben auf eben diese Fragestellungen Antworten
  2. Es gibt keine schematischen Listen, sondern grafisch aufgearbeitete Schablonen, die jeder Jura-Student (ab dem 2. Semester) auf einen Blick erfassen wird. Immer mit einem Beispiel werden die so angeführten Schablonen dann ausführlich erläutert und auf Probleme hingewiesen. Nützlich dabei: Der ständige Blick auf Klausuren und Hinweise, worauf man sich einstellen muss.

Inhaltlich besteht das Buch aus vier Teilen und obwohl es relativ dünn ist (und eine lesbare Schrift bietet), bietet es eine überzeugende Fülle an Themen:

  1. Im ersten Teil geht es um die Grundfragen des Verwaltungsrechts (Begriff der Verwaltung, Arten der Verwaltung etc.)
  2. Der zweite Teil behandelt den Verwaltungsakt (Funktionen, Merkmale, Arten, Nebenbestimmungen)
  3. Um den fehlerhaften Verwaltungsakt geht es im dritten Teil
  4. Der vierte Teil ist dann wirklich gewinnbringend und neu: Er bietet “denkbare Fragestellungen bei Verwaltungsrechtlichen Klausuren” und behandelt elf Themenbereiche, wozu das Ordnungswidrigkeitenrecht, Polizei- und Ordnungsrecht, Datenschutzrecht, Vollstreckungsrecht und Amtshilferecht gehören. Hier wird stark Klausurorientiert gearbeitet und bietet auf wenigen Seiten die ideale Möglichkeit, Problemorientiert für die Klausur zu arbeiten

Es sind vor allem die vielen kleinen Details, die dieses Buch “einfach anders” machen – etwa wenn man am Ende bei der Bekanntgabe von Verwaltungsakten auch mal Muster einer Zustellungsurkunde präsentiert bekommt und neben theoretischen Ausführungen auch mal sieht, wie denn so eine amtliche Zustellung “in der Wirklichkeit” aussieht.

Was mir ein wenig fehlte – und ich bin mir sicher, das ist für viele andere en großer Vorzug – sind Verweise; Zwar wird hin und wieder auf eine Entscheidung des BVerwG hingewiesen. Aber es gibt keine Hinweise zur punktuellen Vertiefung, speziell was Aufsätze angeht.

Die Jurakopf-Einschätzung

Alles in allem ist es ein wirklich tolles Buch, das die Einschätzung, mit welcher Prämisse es zu empfehlen ist, nicht einfach macht: Keinesfalls kann (und will) es ein Lernbuch oder ein Fallbuch ersetzen. Ich glaube, es kann sich ernsthaft lohnen, dieses Buch zusätzlich von vorne bis hinten durch zu arbeiten. Insofern darf man sich von der Bezeichnung “Schemata” auch nicht in die Irre leiten lassen: Man kann es bei dieser Aufarbeitung problemlos als Arbeitsbuch zum Festigen und Vertiefen des Verwaltungsrechts nutzen.

Auf jeden Fall aber ist es das ideale Handbuch, um einzelne Fragen, die man so vielleicht nicht ganz verstanden hat, in Ruhe zu wiederholen. Jedenfalls die für die Klausur relevanten schwierigen Fragen werden alle aufgegriffen. Wer aber nur 2 oder 3 Fragen abklären möchte, der muss dieses Buch sicherlich nicht kaufen – sollte aber dringend im Seminar nachsehen, ob es dort vorrätig ist.

Inhaltlich ist es absolut überzeugend, die Aufbereitung, speziell die optische und das Schriftbild, sind rundum gelungen. Daher von mir eine Empfehlung, sei es als kauf um es vollständig durch zu arbeiten, oder um punktuell im Seminar einzelne Fragen anzugehen.

Daten zum Buch

Lutz Treder / Wolfgang Rohr
Prüfungsschemata Verwaltungsrecht
Grundfragen und Erläuterungen
5. Auflage 2008
Verlag C.F.Müller
ISBN 9783811444409
Preis: 21 Euro
Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Kurz vorgestellt: Definitionen Strafrecht – Jura Kompakt

Die Reihe Jura-Kompakt hatte ich schon kurz angesprochen: Einer der beiden Autoren des Buches “Definitionen Strafrecht” hat mir das Buch nun zugeschickt, damit ich es bespreche.

Nachdem ich es nun ein paar Tage vorliegen (und genutzt) habe, muss ich feststellen, dass der Titel dem Buch nicht gerecht wird. Wer an ein Definitions-Handbuch denkt, greift hier definitiv zu kurz – das Buch ist mehr.

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Puppe: Strafrecht AT im Spiegel der Rechtsprechung

Ich habe “Strafrecht AT im Spiegel der Rechtsprechung” (Band 1 + 2) von Ingeborg Puppe durchgearbeitet und möchte es hier empfehlen. Das Ganze hat aber zwei Haken:

  1. Der erste Band ist schon nicht mehr erhältlich
  2. Es ist nichts für das Studium

Den ersten band musste ich mir gebraucht kaufen, was recht lange dauerte, es ist aber möglich. Ausschlag gebender ist, und das möchte ich nicht verschweigen, dass man diese Bücher nicht für das Studium – gemeint ist für die Klausuren – braucht. Man lernt hier nicht “Strafrecht AT”, man muss Vorwissen mitbringen. Und man lernt hier auch, wirklich durchgehend, nichts von dem, was die h.M. transportiert. Man lernt aber sehr wohl, wie man die h.M. hinterfragen kann, wo sich Probleme auftun und wie man die angehen kann.

Puppe geht dazu hin und teil das Buch in verschiedene Kapitel ein (z.B. Versuch), die dann wieder ein einzelne Themen unterteilt werden (z.B. Tatbestand des Versuchs, strafbefreiender Rücktritt). In den einzelnen Unterthemen werden dann Probleme aufgegriffen (z.b. “umgekehrter Tatbestandsirrtum”), die anhand eines höchstrichterlichen Urteils, im Regelfall BGH, manchmal ein OLG, besprochen werden. Dabei geht Puppe auf die h.M. ein, und zerlegt diese regelmässig um ihre eigene Sicht darzustellen.

Das Ergebnis ist eine durchgehend kritische Analyse des allgemeinen Strafrechts, orientiert an höchstrichterlicher Rechtsprechung mit vielen interessanten Verweisen. Die kleinen Bände mit ca. 350 Seiten sind gar nicht so dünn wie sie scheinen, aber: Man kann sie wirklich lesen; Anders als befürchtet war der Schreibstil nicht “zu abgehoben”, es macht mitunter Spass und man muss auch wirklich selber mitdenken. .

Jeweils in den Kapiteln, am Ende der behandlung aller Unterthemen, gibt es eine Zusammenfassung in Thesen, die das jeweils gesagte anschaulich zusammen fasst. Ich möchte hier anraten, zuerst die Zusammenfassung zu lesen und dann schrittweise die Probleme durchzugehen – das macht es noch verständlicher.

Dieses Buch ist nur für die Studenten, die am Strafrecht wirklich Spaß haben und sich auf einer ganz anderen Ebene mit bekannten Fragen auseinandersetzen möchten. Es lohnt sich nicht, wenn man mit Strafrecht kaum was zu tun hat oder auch sonst dem etwas abgehobenen wissenschaftlichen Stil nichts abgewinnen kann. Wer “einfach nur Fälle lösen will”, also nach Schema-F, der wird hier nach wenigen Seiten angenervt sein. Es ist eines dieser Bücher, das man für sich liest – und für keinen anderen. Vor allem vür keine Klausur.

Hinweis: Wer begreifen möchte, wie Puppe argumentiert und wie man wirklich kritisch arbeitet, der muss auch nicht zu diesem Buch greifen. Dann ist die “Kleine Schule juristischen Denkens” besser geeignet.

Lesetipp: Kleine Schule des juristischen Denkens

In der aktuellen JuS 12/2008 findet man unter dem Titel “Die juristischen Ausbildungsbücher des Jahres 2008 – Eine Leseempfehlung von JuS-Autoren für JuS-Leser” findet man auf Seite 1136 diesen Absatz:

Darum gilt sie [Puppe] manchem im Studium als schwer verständlich. Mit diesem Klischee sollte jetzt Schluss sein. Denn die kleine Denkschule ist beides: theoretisch ansprechend und doch verständlich (manchmal gar unterhaltsam) geschrieben.

Also ich stimme den Autoren in der JuS in zwei Punkten zu:

  1. Puppe gilt als schwer verständlich
  2. Dieses Buch gehört definitiv auf jede Empfehlungsliste für juristische Literatur – es dürfte eine der Neuerscheinungen dieses Jahres sein.

Aber: Bzgl. Puppe ist der schwierige Zugang zu “ihrer Welt” kein Klischee sondern Fakt. Und auch wenn die kleine Schule juristischen Denkens in der Tat verständlich ist, so ist es keinesfalls einfach, wie es in dem Artikel ein wenig suggeriert wird.

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Kurz: Die Klausur im Ersten Staatsexamen

Ich bin zufällig in der Buchhandlung meines Vertrauens über ein älteres Buch mit dem Titel “Die Klausur im Ersten Staatsexamen” gestolpert. Neugierig machte mich vor allem die Überschrift auf dem Buchdeckel: “Klausurenlehre für Anfänger und Fortgeschrittene”.

Insgesamt ein gutes Buch, aber: Eine Mogelpackung.

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