Sturz im … Tiefkühlschrank

Aktuell mehren sich – zumindest gefühlt – die gerichtlichen Entscheidungen zu Stürzen. Nach dem Sturz im Baumarkt (ich hatte hier berichtet), gibt es nun eine Entscheidung des AG München (113 C 20523/10), bei der es um einen Sturz aus einem Tiefkühlschrank ging. Was obskur klingt, ist schnell erklärt: Es ging um einen Kunden, der Pommes in einem Grossmarkt kaufen wollte:

Er öffnete die Tür und sah, dass die Pommes sich im hinteren Bereich befanden. Er stieg deshalb in den Schrank. Dabei musste er eine Stufe von ca. 30 cm Höhe überwinden. Als er sich im Schrank befand, fiel die Tür zu und das Innere des Glases beschlug. Beim Hinausgehen stürzte der Kunde mit dem Karton in seinen Händen über die Stufe und erlitt einen Knochenbruch des Wadenbeins. Er musste operiert werden und war 5 Tage im Krankenhaus.

Die Argumentation des Gerichts am Ende: Wer einen Kühlschrank betritt, der nicht zum Betreten gedacht ist, und dabei beim Hineinsteigen eine Stufe überwindet – der muss auch beim Hinaussteigen daran denken, dass ein Höhenunterschied zu erwarten ist. Das gewünschte Schmerzensgeld wurde im Ergebnis dann versagt.