Bundesgerichtshof zum Straftatbestand der Schlägerei

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Bei der Beteiligung an einer Schlägerei handelt es sich in Deutschland um einen Straftatbestand:

Rechtsanwalt Ferner Alsdorf - Strafrecht

Wer sich an einer Schlägerei oder an einem von mehreren verübten Angriff beteiligt, wird schon wegen dieser Beteiligung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn durch die Schlägerei oder den Angriff der Tod eines Menschen oder eine schwere Körperverletzung (§ 226) verursacht worden ist.

Mit dem Bundesgerichtshof ist dabei hinsichtlich des Tatbestandsmerkmals “mehrerer” immer zu fragen, ob sich hier mehr als zwei Personen geschlagen haben. Dies darf aber nicht künstlich aufgespalten werden, wie der Bundesgerichtshof (4 StR 347/13) klargestellt hat. Denn damit eine strafbare Schlägerei angenommen werden kann ist es nicht notwendig, dass die wechselseitigen Tätlichkeiten zwischen mehr als zwei Personen gleichzeitig begangen werden.

Vielmehr hat der Bundesgerichtshof nochmals klargestellt, dass es auch ausreichend ist, wenn sich nacheinander jeweils zwei Personen schlagen. In einem solchen Fall, es ging hier um einvernehmliche Kämpfe, ist mit dem Bundesgerichtshof zu prüfen, ob es einen inneren Sachzusammenhang gibt, der diese einzelnen Schlägereien letztlich verbindet. Es ist insoweit zu unterscheiden, ob man ein einheitliches Gesamtgeschehen künstlich in Zweikämpfe aufspaltet oder ob man, auf der anderen Seite, Einzelkämpfe fehlerhaft zu einem Gesamtgeschehen verbindet. Jedenfalls dann soll mit dem Bundesgerichtshof keine Schlägerei mehr vorliegen, wenn sich so viele Personen entfernt haben, dass letztlich schlicht nutze verblieben sind, die einzelnen und für sich dann eine Prügelei beginnen. Ein derartiges Verhalten ist nicht mehr als Schlägerei im Sinne des Strafgesetzbuchs zu werden.

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