Stollmann: Öffentliches Baurecht

In den letzten Wochen habe ich das “Öffentliche Baurecht” von Frank Stollmann gelesen. Klar, das erste was einem zu Baurecht einfällt ist: “Gibt es was drögeres?”. Aber dass ich das Buch empfehlen würde war mir schon klar, als ich es beim ersten Mal nur durchgeblättert hatte. Es hatte sofort einen Stein bei mir im Brett.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Beck-Verlag zur Verfügung gestellt.

Ich war ja schon heilfroh, als ich seinerzeit den Dietlein/Burgi/Hellermann entdeckt hatte, der sich aber speziell an NRW-Studenten wendet.

Als ich dann den Stollmann durchblätterte fiel mir (neben dem Umfang) eines direkt auf: Es waren ständig Zecihnungen von Lageplänen zu sehen, die Teil von Fällen waren. Bisher hatte ich immer nur reine Textaufgaben gehabt, was bei dem Thema natürlich sehr abstrakt ist und das Erarbeiten von Sachverhalten erschwert.

Zuerst wollte ich dann die Fälle durcharbeiten, habe aber angefangen zu lesen – und bin bis zum Ende dabei geblieben. Der Effekt war ein wenig wie beim Detterbeck, ich war überrascht, dass dieses Thema mich wirklich bei der Stange halten konnte.

Insgesamt aber war es ein sehr angenehmes Buch und ich fand es beeindruckend, wie hier das Baurecht vermittelt wird. Der Autor selber ist Ministerialrat in Düsseldorf – und das merkt man: Zwar verweist er durchgängig auf die entsprechenden Landesnormen, aber die NRW-Normen sind doch etwas häufiger (etwa in den Beispielen) präsent. Ich denke aber, dass dies den Lesern aus anderen Bundesländern kein negatives Argument sein soll, insgesamt fand ich die vorliegende 5. Auflage sehr ausgewogen.

Praktisch sind die Kontrollfragen am Ende der Kapitel, sie erschienen mir auch insgesamt sehr gut ausgewählt und helfen, Schwerpunkte nochmals in Erinnerung zu rufen.

Was mir ebenfalls sehr positiv auffiel war die Literatur-Auswahl zu Beginn der Kapitel: Sie ist jedesmal relativ lang, aber nicht zu Lang – so dass man jederzeit zielgerichtet vertiefen kann oder bei Hausarbeiten zu Schwerpunkten Aufsätze zur Hand hat.

Alles in allem muss ich festhalten, dass mir mit dem hier besprochenen Stollmann, neben dem bereits besprochenen Detterbeck, nun das zweite ausgezeichnete Buch aus der Reihe “Lernbücher Jura” vorliegt, das mich sehr stark überrascht hat. Ich werde die Reihe im Auge behalten und hoffe, dass auch andere Bücher dieser Reihe solch verständliche Inhalte bieten.

Die Jurakopf-Einschätzung

Ein ausgezeichnetes Buch, dass das Thema auf beeindruckende Art und Weise transportiert. Eine Empfehlung ist es auf jeden Fall – mit einer kleinen Einschränkung: Der Preis. Der ist mit 23,50 Euro nicht gerade niedrig angesetzt. Das Buch ist den Preis auf jeden Fall wert, dennoch muss ich hier auch berücksichtigen, dass man sich als Student eben nicht jedes Buch einfach kaufen kann.

Jedenfalls für die Studenten anderer Bundesländer als NRW kann ich daher das Buch uneingeschränkt empfehlen.
Wer in NRW studiert und aufs Geld achtet, der sei nochmal an den Dietlein/Burgi/Hellermann erinnert. Der ist ebenfalls sehr gut geschrieben, wobei ich betone, dass ich im Bereich Baurecht den Stollmann doch besser geschrieben fand. Durch den Dietlein/Burgi/Hellermann hat der Leser in NRW die Wahl zwischen gut und günstig (Dietlein/Burgi/Hellermann) oder sehr gut und etwas teurer (Stollmann).

Daten zum Buch

Frank Stollmann
Öffentliches Baurecht
Verlag C.H. Beck
ISBN 978340657618
Preis: 23,50 Euro

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