Sparkonto: Wer das Konto eröffnet, ist auch Gläubiger der Sparforderung

Wer auf den eigenen Namen ein Sparkonto eröffnet und im eigenen Namen mit der Bank einen Sparvertrag schließt, wird selbst Kontoinhaber und Gläubiger der Sparforderung. Dies gilt auch, wenn ein Dritter das Sparbuch in Besitz nimmt oder Einzahlungen auf das Sparkonto vornimmt.

Mit dieser Entscheidung gab das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart einem Kontoinhaber Recht, dessen Großvater auf das Konto erhebliche Geldbeträge eingezahlt hatte. Als der Großvater diese Beträge wieder abhob, verklagte der Kontoinhaber die Bank auf Wiedergutschrift. Er war der Ansicht, die Bank habe den Betrag nicht wirksam an den Großvater auszahlen dürfen.

Das OLG machte deutlich, dass derjenige, der auf eigenen Namen ein Sparkonto eröffnet und entsprechend im eigenen Namen mit der Bank einen Sparvertrag schließt, selbst Kontoinhaber und Gläubiger der begründeten Sparforderung wird. Zu berücksichtigen war nach Ansicht des OLG, dass sich aus dem Kontoeröffnungsantrag ergab, dass die Eltern des Kontoinhabers als dessen gesetzliche Vertreter in seinem Namen das Konto eröffnet und ihn als Kontoinhaber bezeichnet hatten. Unerheblich war insofern, dass die Bank nur mit dem Großvater Kontakt hatte, da dieser dort die ausgefüllte und von den Eltern des Kontoinhabers unterschriebene Antragsurkunde übergeben hatte. Unerheblich war nach Ansicht des Gerichts auch, dass der Großvater im Besitz des Sparbuchs war (OLG Stuttgart, 9 U 67/02).

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