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Schmerzensgeld bei schwerer Körperverletzung

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Das Thüringer Oberlandesgericht (THOLG) hat einen zugestandenen Schmerzensgeldanspruch der Höhe nach gerade gerückt – und gezeigt, wie unterschiedlich Richter urteilen können. Im Sachverhalt ist der Kläger (ein junger Mann)

von einer Gruppe junger Leute zu Boden geschlagen und getreten worden. Auch als er bereits völlig wehrlos am Boden lag, wurde weiter auf ihn eingetreten; und zwar vorwiegend ins Gesicht. Hierdurch wurde er erheblich verletzt. Ober- und Unterkiefer waren gebrochen; der Wangenknochen (das Jochbein) auf der rechten Seite sogar vollständig zertrümmert.

Angesichts dieser erheblichen Verletzungen, die sicherlich zu lebenslangen Entstellungen führen werden, erkannte das zuständige Landgericht auf ein Schmerzensgeld in der Höhe von 2500 Euro. Diese offensichtlich unzulängliche Summe wurde vom OLG gerade gerückt und auf 15.000 Euro angehoben. Die Schädiger stehen für diese Summe übrigens als Gesamtschuldner ein, das heißt, der Kläger kann sich frei entscheiden, bei welchem Schädiger er wie viel der Summe einholt. Sollte also nur einer der Verletzer „besonders liquide“ sein, steht es dem Kläger offen, sich bei diesem die 15.000 Euro im Ganzen zu holen.

Wieder einmal zeigt sich, dass man je nach Gericht bzw. Richter vollkommen unterschiedliche Ergebnisse erzielen kann. Für die Betroffenen bedeutet dies immer zweierlei: Die ständige Ungewissheit, selbst bei vermeintlich eindeutigen Sachlagen, was „am Ende raus kommt“. Zum anderen die, mitunter seelisch besonders belastende (aber auch teure) Notwendigkeit, sehr lange zu prozessieren.

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Von Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für Strafrecht & Fachanwalt für IT-Recht)

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