Sachschaden: Haftung des Bauherrn für Schäden am Nachbargebäude

Ein Bauherr haftet für baubedingte Schäden am Nachbargebäude, wenn der Geschädigte die Beeinträchtigung nicht abwehren konnte. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz im Fall eines Bauherrn, der zur Errichtung eines Gebäudes eine Baugrube ausheben ließ. Dabei verlor das Nachbarhaus die erforderliche Stütze. Wegen der Risse im Mauerwerk verlangte der Nachbar Schadenersatz.

Das OLG war davon überzeugt, dass allein die Ausschachtungsarbeiten zur Destabilisierung des geschädigten Nachbarhauses geführt hatten. Daher könne an einer von der Baumaßnahme des Bauherrn ausgehenden Schadensverursachung kein vernünftiger Zweifel bestehen. Der Bauherr hafte für das von ihm beauftragte Bauunternehmen. Es sei nicht erforderlich, dass ein persönliches schuldhaftes Fehlverhalten vorliege. Auch sei dem geschädigten Nachbarn kein Mitverschulden zuzurechnen. Er hätte die Baumaßnahmen nicht durch einstweilige Verfügung unterbinden müssen. Genauso wie der Bauherr hätte er darauf vertrauen dürfen, dass die eingeschalteten Architekten und das Bauunternehmen ohne Beeinträchtigung der Nachbarbebauung arbeiten würden (OLG Koblenz, 5 U 18/03).

Rechtsanwalt Dieter Ferner

Rechtsanwalt Dieter Ferner ist Fachanwalt für Strafrecht und bevorzugt in der Strafverteidigung, bei Ordnungswidrigkeiten, im Verkehrsrecht & Fahrerlaubnisrecht sowie bei Scheidungen tätig.

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